WER IST PADIAMÉNOPÉ?
DER SCHRIFTSTELLER
LITERATUR
MUSIK
FILM

    KAFKA UM 1922

 

SKRIBENTUM ABSURDUM CONTINUUM CUCUMIS SATIVA FUTURIS 2010/2011! Ich höre auf gar keinen Fall mit dem Schreiben auf!

 

Es ist relativ vermessen, sich Autor nennen zu wollen, wenn es Werke wie "DAS SCHLOSS", "DER PROZESS" und "AMERIKA" von Franz Kafka gibt. Marlene Dietrich sagte einst zu einem Kollegen, der Orson Welles erwähnt hatte: "Wie können Sie es wagen, diesen Namen auszusprechen, ohne sich zuvor zu bekreuzigen?!" Also, was kann ein Schriftsteller erreichen - angesichts der Werke eines Kafka, Homer oder Shakespeare? ALLES IST BEREITS GESAGT, alles wurde niedergeschrieben, alles, wirklich alles ist seit Anbeginn des Buchdrucks katalogisiert und kategorisiert worden. Es gibt Schriftsteller sonder Zahl, einige sollten EHER NICHT SCHREIBEN! Oder, sehr viel besser ausgedrückt: Sie sollten es NICHT VERÖFFENTLICHEN! Wo stehe also ich? Inmitten eines jämmerlich zu nennenden Haufens schreibender Kollegen, der sich, narzisstisch wie alle Schriftsteller, eine Chance auf ein WENIG RUHM UND EHRE im Autoren-Himmel ausrechnet? Durch nichts gerechtfertigt, durch rein GAR NICHTS belegt, durch überhaupt nichts bewiesen. Ich hatte einige Veröffentlichungen, ich hatte auch ein paar sehr nette Zuschriften ("Sie haben Talent!"), aber wirklich Zählbares ist nicht dabei heraus gekommen, dass ich seit fast 30 Jahren schreibe. Dennoch werde ich hier einige meiner Arbeiten "zur Schau stellen". Denn: Nein, ich bin kein schlechter Schriftsteller, aber sicherlich auch nicht gerade ein Anwärter auf einen international anerkannten Autorenpreis. ALLEM VORWEG GESTELLT SEI HIER JEDOCH DAS CREDO EINES SCHRIFTSTELLERS. ES IST QUASI DIE VORAUSSETZUNG ÜBERHAUPT. SEI ALSO GEWARNT, NEULING IN DIESEM GEWERBE!

PRÜFE DICH DAHER SEHR GENAU, BEGEISTERTER ANFÄNGER, OB DU DIESEN WERTEN ENTSPRICHST:

 

CREDO EINES SCHRIFTSTELLERS

ICH GLAUBE AN DIE HEILIGE MACHT DER UNORDNUNG, DENN ORDNUNG IST DIE LUST DER VERNUNFT - UNORDNUNG JEDOCH, DAS CHAOS, IST DIE WOLLUST DER FANTASIE! Gherkin      

ERST GEHIRN EINSCHALTEN, DANN HANDELN. LIES...  Für alle, die tatsächlich schreiben wollen!

DU WILLST SCHRIFTSTELLER WERDEN, IST DAS ERNST GEMEINT???

 

Prüfen Sie, ob er in der tiefsten Stelle Ihres Herzens seine Wurzeln ausstreckt, gestehen Sie sich ein, ob Sie sterben müssten, wenn es Ihnen versagt würde zu schreiben. Dieses vor allem; fragen Sie sich in der stillsten Stunde Ihrer Nacht: MUSS ICH SCHREIBEN??? (Rainer Maria Rilke)

 

Das Paradies des Narren ist dem Weisen die Hölle (Thomas Fuller)

 

Falls Du Ambitionen haben solltest, Dich als Autor zu versuchen, wenn Du glaubst, TALENT zu besitzen, und zudem der Meinung bist, eine echte Chance verdient zu haben, dann lies bitte zuerst dieses Manifest:

MANIFESTO

Wenn du´s versuchen willst, geh bis zum Ende oder fang gar nicht erst an. Kann sein, du verlierst die Freundin, die Frau, Verwandte, Jobs - und vielleicht den Verstand.... Kann sein, du ißt nichts tagelang, kann sein, du frierst auf einer Parkbank. Kann sein: Gefängnis, kann sein: Verachtung. Kann sein: Spott und Isolation.

ISOLATION IST DIE BELOHNUNG!

Alles andere ist eine Belastungsprobe für deinen Willen, das durchzustehen. Und du wirst es auch durchstehen, trotz der Ablehnung und trotz aller Widrigkeiten. Und es wird besser sein als alles, was du dir vorstellen kannst. Wenn du´s also versuchen willst, geh bis zum Ende!

NICHTS ANDERES KOMMT DEM GLEICH!

Du wirst allein sein mit den Göttern! Und die Nächte werden in Flammen stehen! Du wirst das Leben bis zum schieren Lachen treiben!

ES IST DER EINZIGE KAMPF, DEN ES SICH LOHNT ZU KÄMPFEN!

(nach Charles Bukowski)

[aus dem Film "factotum", US/N 2005, mit Matt Dillon]

UND EXAKT DAS IST AUCH MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG.

UND, VERDAMMT, ICH LEBE NACH DIESEM MEINEM CREDO.

Ich überlege, einen WORKSHOP unter dem Banner "Schreibe mit F.R.E.U.D.E." anzubieten:

© Gherkin 2010

F   antasievoll und mächtig wortgewandt
R   affiniert und inspiriert
E   inprägsam und erstklassig
U   nvergleichlich (auch: unerhört/ungewöhnlich/unkonventionell)
D   emütig und dennoch teuflisch gut
E   igenem Stil verhaftet, kopiere keine Meister!

FAZIT: Sehr bald wirst DU wissen, ob DEINE Begabung ausreicht, den Beruf der Berufung nicht nur anzustreben, sondern tatsächlich auch ausüben zu dürfen. DEIN Gewissen wird es DIR mitteilen...

Daneben werde ich im Jahr 2012 die R.A.N.D.-GRUPPE gründen, die RHEYDTER AUTOREN NACHWUCHS DITHYRAMBE. Ich werde mich dem hoffnungsfrohen und -vollen Nachwuchs unspektakulär und intensiv widmen. 


 

NUN EINIGE MEINER ARBEITEN ("...und es geht doch" FINDET SICH AUF DER SEITE "LITERATUR"):

 

>DAS WRACK<

[eine Sitra Achra-Story]

oder

DIE SUBLIM-SUBTILE FASZINATION DES HEIMLICHEN GRAUENS (von Padiamenope Ba Pallawatsch) © Gherkin

Gebhard Zwolle wirkte aufgrund seiner intellektuellen Ausstrahlung faszinierend: Hohe  Stirn, Brille mit hervorragend optimiertem Gestell und Goldrand, passend zum kantig-ernsten, bartlosen, stets glatt rasierten, immer rosig-frischen Gesicht. Darin höchst aufmerksame, listig blinkende, stahlgraue Augen, die das Gegenüber sicher und klar anzuschauen gewohnt waren, frei von Angst oder Scheu. Auffällig der fein geschnittene Mund mit sensiblem Lippenschwung – ja, das machte einigen Eindruck auf den Betrachter. Schön? Nein, als schön konnte Zwolle nun nicht gerade bezeichnet werden, aber er mochte  als äußerst interessante, für Frauen durchaus attraktive Erscheinung gelten. Erfolgreich als 2. Prokurist einer großen Industrietechnik-Vertriebsgesellschaft (es war sein ausgemachtes Ziel, innerhalb von 3 Jahren 1. Prokurist zu sein!), hatte er es zu, sagen wir, bescheidenem Wohlstand gebracht. Ihn reich zu nennen, das wäre übertrieben, Zwolle nannte ein nettes Eigenheim, ein nagelneues Auto – und natürlich eine kleine Familie sein Eigen. Die rechte Doppelhaushälfte hatte er vermietet. An ein ruhiges Ehepaar mit wohlerzogenen Kindern. Bevor er den Mietvertrag unterschrieb, hatte Zwolle das Ehepaar vierfach „abgecheckt“, über die Schufa, den Verband Creditreform, die Auskunftei Schimmelpfeng und einen etwas merkwürdigen Privatdetektiv namens Wolfram Siebenkreutz. Erst, als er von allen 4 Stellen das klare o.k. bekommen hatte (Bonitätsstufe überall zwischen 200 und 100), war er bereit, dem Ehepaar Küng (nicht verwandt mit dem Theologen) die rechte Doppelhaushälfte zu einem vertretbaren Preis zu vermieten. Es mag dies ein gewisses beleuchtendes Element auf den Privatmann Zwolle werfen, der durchweg konservativ, abseits allen „weltlichen Trubels“, seine biederen Kreise zog. Sowohl im Beruf als auch privat galt Gebhard Zwolle als etwas „angestaubt“, ein ganz klein wenig langweilig. Daher wurde er auch beim Chef der Firma, für die er tätig war, für eine Beförderung zum 1. Prokuristen langfristig nicht in Betracht gezogen – dies aber war Zwolle nicht bekannt.

Die andere Doppelhaushälfte bewohnte er selbst mit Frau und Kindern. Laster kannte er keine, er rauchte und trank nicht, hatte dies nie getan. Selbst in seinen wilden Zeiten, die es eigentlich nur dem Namen nach gab (Zwolle hatte sich ein einziges Mal auf ein Skateboard gestellt und war kläglich gescheitert), hatte er niemals auch nur einem Exzess gefrönt, war nie aufgefallen. Lieblingsmusik: Adamo und die Pet Shop Boys, Lieblingslektüre: Financial Times. 4 Sprachen, alle perfekt: Englisch, Spanisch, Französisch und Niederländisch, da die meisten Kunden des Viersener Betriebs in den Niederlanden zu finden waren. Sein Lieblingsfilm war „Ein Schweinchen namens Babe“, weil die Ehefrau und auch die Kinder diesen Film bevorzugten. Es war üblich für die Familie Zwolle, an den Osterfeiertagen Teil 1 und 2 an den aufeinander folgenden Feiertagen zu sehen. Jahr für Jahr…

Zwolle gab sich nicht dem Glücksspiel hin und besuchte niemals auch nur eines der vielen Bordelle oder „Clubs“ in der Stadt. Kurz, Gebhard Zwolle war das Musterbeispiel eines Mannes, dem man ansah, dass er nicht nur sein Leben meisterte, sondern zudem auch noch gern lebte. Denn er hatte Prinzipien, Ziele und Aufgaben zu einer Einheit verwoben, er lebte strengstens auf Einhaltung aller Regeln bedacht, mit liebendem Weib, sie war ihm treu ergeben, schien ihm zugetan und unterstützte liebevoll, fürsorglich und kameradschaftlich seine Ziele, die sie auch, aus praktischen Erwägungen heraus, zu den ihren erkoren hatte, und den beiden Kindern friedlich vor sich hin. Als Ehefrau und ‚Rückenstärkerin’ achtete sie darauf, dass die häuslichen Probleme, sofern überhaupt vorhanden und augenscheinlich geworden, den Gemahl kaum erreichten. Die Kinder, ein Junge und ein Mädchen, dessen Namen er ab und an vergaß, was ihm jedes Mal sehr peinlich war, sie hatten ihm niemals auch nur für eine Minute Kummer bereitet, passten hervorragend ins bislang aufgenommene Bild – in seiner kleinen Welt, mit sich und seinem Schicksal zufrieden, gab es keinen Horror und keine Probleme. Durchaus glücklich also lebte dieser Zwolle inmitten der umtosten Steinwüste, abseits von Leid, Not und Elend, von Kummer, Entbehrung und Zweifeln aller Art. Und doch war es gerade diesem Mann bestimmt, ja auch und gerade ihm, auf bitterste Art und Weise, in nie gekannter Manier, den Becher der Erkenntnis bis zur Neige zu leeren.

Und ergo musste Zwolle eines Tages erkennen, dass es diese andere Seite gab, die wir hier einmal 'SITRA ACHRA' nennen wollen.

An einem Morgen im Mai, als sein fast fabrikneuer Opel Zafira 1.6 CNG ecoFLEX Turbo Erdgasvan streikte (er hatte ihn aus reiner Solidarität mit den von Magna geschluckten und deutlich abgebauten Arbeitnehmern der autarken Ex-General Motors-Belegschaft gekauft, obschon er einen flotten kleinen Toyota im Blick gehabt hatte), sah sich Zwolle erstmalig gezwungen, auf den Linienbus der Linie 15 auszuweichen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren drohte eine Verspätung, diese harte Tatsache machte ihm doch etwas zu schaffen. An der Haltestelle angekommen, musste er feststellen, dass hier nur alle 40 Minuten Verbindung zur Außenwelt unterhalten bzw. angeboten wurde. Die Linie 15 in Richtung Industriereservat verkehrte bis 7:45 Uhr im 20-Minuten-Takt, ab dieser Zeit jedoch nur noch im 40-Minuten-Abstand. Jetzt war gerade ein Bus dieser Linie um die Ecke gebogen, Zwolle konnte ihn noch sehen. Er unterdrückte einen Fluch. Hätte er geflucht, so wäre ihm wahrscheinlich ein „verdomme“ herausgerutscht. Sein Zugeständnis an die holländischen Handelspartner, oft genug hatte er diesen Fluch hören müssen, ob am Telefon oder in den vielen Arbeitssitzungen. Aber Zwolle pflegte nie zu fluchen. Sich auf die Lippe beißen, bei Gebhard Zwolle kein bildhafter Ausspruch, nein, er biss sich tatsächlich auf die Unterlippe, auf dass kein Fluch seinen gepflegten Mund - und Rachenraum verlassen konnte. Ein schneller Blick auf die teure Uhr, der einzige Luxus, den er sich gönnte – es war bereits 7:48 Uhr, nicht daran zu rütteln. Der nächste Bus also würde in ca. 35 Minuten fahren. Ein Taxi? Überlegte Zwolle und verwarf den Gedanken rasch. Nein, entschied er sich spontan, und Spontaneität war nun wirklich nicht sein zweiter Vorname, Abenteuer würzt den Eintopf der Belanglosigkeiten im Leben. Warum sollte er, Zwolle, nicht auch einmal etwas zu spät zur Arbeit kommen?!? Mein Leben, es verläuft in absolut geraden Bahnen, ja, ich bin fast geneigt zu sagen, es ist sogar ein wenig eintönig, einförmig, fad. So sinnierte er vor sich hin. Da tut etwas Unruhe wohl, philosophierte Zwolle weiter, hernach weiß man umso mehr die soliden Grundpfeiler seiner gesicherten Existenz zu schätzen. Also fand sich Zwolle ab und sprach gönnerhaft sich selbst einigen Mut zu, indem er halblaut vor sich hin murmelte: „Wie kann ich je vermisst werden, wenn ich doch immerzu Präsenz demonstriere, permanent anwesend bin?“ Diese beinahe rebellischen Gedankengänge mit einem vagen Schmunzeln verscheuchend, suchte sich Zwolle eine Sitzgelegenheit, um die nächste halbe Stunde bequem überdauern zu können. Dann fiel ihm der Anruf ein. Er schaute sich um. Obschon er nur wenige Minuten von hier entfernt wohnte, war er doch an diesem Ort noch nie gewesen. Nirgendwo eine Telefonzelle, so musste ein Telefonanruf entfallen, denn er hatte aus gewissen Erwägungen heraus, die jetzt und hier nicht näher erläutert werden sollen, auch das Handy nicht dabei. Sollten sich sein Chef und die Kollegen und Untergebenen ruhig etwas Sorgen machen. Der nicht sonderlich gefürchtete Zwolle nannte seinen Mitarbeiterstab für sich persönlich stets „Untergebene“, offen hätte er diese Bezeichnung niemals gebraucht.

Schlimmer war, dass seine stets sehr gewissenhaft unterrichtete „Heim-Organisation“, sehr engagiert von der Ehefrau geleitet, jetzt nicht informiert werden konnte, die sonst über wahrlich jeden seiner Schritte und Termine exakteste Angaben erhielt. Jetzt dachte Zwolle schon daran, die etwa 800 m bis zu seinem schmucken Haus zu laufen; etwas unsicher machte er sich auf den Weg – da bemerkte er sie! Er wollte heim, um dort die restlichen Minuten bis zur Abfahrt des Linienbusses zu verweilen. Da sah er die Bank. Sie stand etwas abseits von der Haltestelle, seltsamerweise waren dort keine Sitzgelegenheiten, am Parkeingang. Zwolle ging nun zur Bank, setzte sich und streckte die Beine aus. Er sah sich um. Etwas begann sich neben ihm, auf der zweiten Bank, zu rühren. Überrascht konstatierte Zwolle nun, dass es sich um ein Bündel Mensch handelte. Es war wohl einer jener Individuen, denen man in der Regel gern aus dem Weg geht. „Der innere Zustand eines Menschen“, so pflegte sich Zwolle gern auszudrücken, auch den „Untergebenen“ gegenüber, aber auch im Familienkreis, „lässt sich leicht am äußeren Gesamtbild ablesen!“ So sprach er gern zu Frau und Kindern und achtete daher Zuhause streng penibel auf Sauberkeit, auf Hygiene, perfekte Kleidung, sauber und adrett, und auf ein „angenehmes äußeres Erscheinungsbild“. Und seine Ansichten bezüglich des Erscheinungsbildes im Zusammenhang mit der psychischen Verfassung schienen gerade hier zu greifen, schienen sich gerade hier zu bestätigen. Das Bündel auf der Nebenbank entpuppte sich als ein Mann unbestimmbaren Alters; ächzend und schwer röchelnd hievte sich der Mensch von der horizontalen Lage in die vertikale, hielt kurz inne, als suche er nach Anhaltspunkten, die ihm Aufschluss darüber geben könnten, wie er in diese Situation geraten war, schmatzte einige Male, grunzte und quetschte ein paar undefinierbare Leute herum, furzte dann in kurzen Abständen knatternd etwa gut 1 dutzend mal, sah sich kurz um, bemerkte Zwolle, den angewidert dreinblickenden Nachbarn dort, und fuhr, diesen fortwährend anstarrend, sich nun mit gelben, zitternden Händen, knorrigen Stümpfen gleich, durchs wirre, Schmutz starrende Haupthaar. Beinahe nachdenklich musterte er den entsetzt glotzenden Zwolle, der alle Gebote der Höflichkeit vergessen zu haben schien. Seine Mutter, aber auch seine Frau, hätten ihm gesagt: „Man glotzt doch nicht so auf andere Leute, Gebhard! Schau doch da nicht so hin…“

Beinahe nachdenklich musterte der bärtige Mensch dort drüben den entsetzt starrenden Zwolle, kraulte sich dabei den verfilzten, strähnig-grauweißen Bart und rülpste laut. Dann wandte sich der Mann abrupt ab. Er schien plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, Zwolles Anwesenheit vollkommen ignorieren zu wollen, und ohne ihn weiter zu beachten zog der offensichtlich Wohnsitzlose geräuschvoll hoch, brachte gesammelt den so erzeugten Morgenschleim räuspernd zur Zungenspitze, tastete die Bröckchen darin mit Zähnen und Zunge ab – und spuckte hernach, anscheinend ganz zufrieden mit dem Ergebnis, wuchtig aus. Ein dicker, zäher Faden gelblich-braunen Gemenges klatschte mit sattem Laut vor die Füße des Unbeschreiblichen. Gleich würgte dieser ein zweites Schleimklümpchen zusammen, wieder landete es deutlich hörbar auf dem Boden. Dem letzten, vermutlich toxischen Gemisch war ein Blutfädchen beigegeben, dies schien die volle Aufmerksamkeit des Mannes zu erregen. Er beugte sich unter gewaltigem Gestöhne vor, tippte den hässlich braun-gelben Zeigefinger mit der stark abgenagten Kuppe in den dickbreiigen Schleimhaufen und rührte ein wenig darin herum, so, als wolle er dem Blutfaden durch das Vermengen weniger oder vielleicht auch gar keine Bedeutung mehr zukommen lassen. Mag sein, er dachte sich dabei, umgerührt sieht dieser Schleim-Blut-Klumpen nicht mehr gar so Furcht erregend aus... Wer konnte schon ahnen, was in einem solchen Hirn vor sich geht?

Mittlerweile waren höchst unangenehme Gerüche an Zwolles Riechorgan gelangt. Extreme Körperausdünstung, der Gestank der Kleidung und die trockenen Stakkato-Fürze, all dies zusammen ergab einen solch penetranten und  für Gebhard Zwolle niemals zuvor bewusst wahrgenommenen Pesthauch des Todes, dass er befürchten musste, sich jetzt und auf der Stelle zu übergeben, ohnmächtig zu werden oder gar beides zusammen. Dies jetzt gleich hier „erleiden“ zu müssen, hier, im Freien, unter den Augen eines anderen Menschen, das konnte und wollte Zwolle nicht hinnehmen. Er kämpfte sehr heftig dagegen an. Verwesungsgeruch schlimmsten Kalibers überflutete ihn gleichsam, ihm ist selten im Leben so schlecht gewesen. Das war nur vergleichbar mit der miserablen Paella, die er in Ciutadela (auf Menorca), an der Placa d’es Born, zu sich genommen hatte. Keine 20 Minuten später war ihm schlecht geworden. Aufgrund seiner perfekten Spanischkenntnisse hatte er damals eine komplette Mahlzeit für die ganze Familie erstritten, den teuren weichen Brandy aber zurück gehen lassen. Dies hier schien ihm eine völlig neue Dimension des Begriffes „mir ist schlecht“ zu sein/zu werden. Während nun der von Zwolle als asozial eingestufte Mann dort drüben mit dem rechten kleinen Finger tief in seinem rechten Ohr bohrte, starrte er aus kranken, kleinen, dumpfen, erstaunlich roten, blutunterlaufenen Augen auf Zwolles offensichtliches Bestreben, die drohende Besinnungslosigkeit abzuwenden. Leicht belustigt, fast schon ein wenig triumphierend schien der Blick des eben erst Erwachten. Ein Speichelfaden fand wie in Zeitlupentempo den Weg zum dichten, Unrat durchwirkten Bartgestrüpp. Doch mehr noch lag im Blick des menschlichen Wracks: Da Angewidert sein eine gewisse Form der Faszination nicht gänzlich auszuschließen in der Lage ist, konnte Zwolle im Kampf gegen das Aufbegehren seines reinlichen und gepflegten Körpers angesichts dieser für ihn albtraumhaften Vorgänge neben ihm nicht wegsehen, nein, wie unter Hypnose suchte er den tumben Blick des Mannes aus dieser für ihn anderen, kaputten, grotesken und surrealen Welt. Er las trotz seiner permanenten Übelkeit (oder glaubte doch zumindest, dies aus dem Blick des Anderen schließen zu können), dass das Wrack in düster-hilflosem Neid und in unbezwingbarer Gier nach dem Unerreichbaren hier eine Art trauriger Ersatzbefriedigung fand – in Zwolles Ekel angesichts solcher Existenzpräsentation (schonungslos, absolut und  enthemmt, Grenzfälle der menschlichen Lebensform radikal aufzeigend und sogar irgendwie persiflierend) sah der Obdachlose wohl eine Chance zur Kompensation seines eigenen, nicht gerade zufrieden stellenden Schicksals. Der Magen rebellierte, der Brechreiz wurde fast übermächtig…

Eben hatte das Wrack zu husten begonnen. Es
hörte sich fast so an, als würde ein recht altersschwacher Motor mit fast leerer Batterie gestartet. Aus tiefstem Inneren grollte und rollte ein heiseres Krächzen heran, versuchte, eine Art Hustenlaut hervorzubringen, ohne jedoch den hierzu benötigten Ton fassen zu können, erstarb im Ansatz, um dann kurz darob in einem neuen, noch angestrengteren Anlauf leiernd auszubrechen. Der Mann mühte und plagte sich, hochrot bereits der massige Schädel, in Richtung Magenta tendierend, doch mehr als ein trocken rebellierendes Bellen entfuhr dem weit aufgerissenen Rachen nicht. Nach etlichen Startversuchen, stetig wiederkehrendem Abwürgen, heiserem Leiern im Hustenniemandsland, und nach schwer röchelndem Luftschnappen in den kurzen, bangen Pausen dazwischen, schienen dem konvulsivisch durchgebeutelten Mann nun vollends die Augen aus den Höhlen springen zu wollen. Die Adern an den Schläfen verdickten sich zu fingerbreiten Strängen, bläulich-rot, ins bereits Violette spielende das von der Anstrengung völlig verzerrte Gesicht. Endlich kam dann doch noch der mühsam erarbeitete erste und leidlich geglückte Hustenlaut zustande. Jetzt erst löste sich die Anspannung des Mannes, er schien endlich zufrieden. Ein dritter Flacken gewaltigen Ausmaßes gesellte sich zu den bereits zuvor produzierten Schleimklumpen am Boden. Zwolle übergab sich. Während des Würgens und Spuckens glaubte er, ein heiseres, höhnisches Kichern zu hören, das keinem menschlichen Rachenraum zu entspringen schien, doch war es viel zu leise, um exakt bestimmt werden zu können. Nachdem sich Zwolle einigermaßen gereinigt hatte, schaute er sich nach allen Richtungen um, ob ihn auch niemand beobachtet und bei der für ihn äußerst peinlichen Szenerie etwa erkannt hatte. Außer seinem Banknachbarn konnte Zwolle jedoch niemanden ausmachen, es war kein Mensch weit und breit zu sehen. Erleichtert, aber auch sehr erschöpft, aschfahl im Gesicht, ließ sich Gebhard Zwolle wieder auf die Parkbank zurück sinken, von der er beim ersten Strahl des so urplötzlich aus ihm heraus geplatzten Erbrochenem aufgesprungen war. Mit seinem zweiten Taschentuch, Zwolle führte stets zwei absolut saubere und täglich ausgetauschte, sorgfältig gefaltete Stofftaschentücher mit Initialen, einem gestickten Monogramm, bei sich, wischte er sich nun den kalten, perlenden Schweiß von der hohen Stirn. Seine Frau Griseldis nannte die Tücher "Sacktücher", was ihm sehr missfiel. Sie war aus Schwaben, sprach auch heute noch, nach über einem Jahrzehnt in Nordrhein-Westfalen, mit einem breiten schwäbischen Akzent. Das vollkommene Glück scheint es in dieser Welt einfach nicht zu geben. Als Zwolle sich die Brille wieder aufsetzte, wie immer auf eine nahezu enervierend umständliche Art, musste er jedoch feststellen, dass das menschliche Wrack verschwunden war. An diesem Tag ging Gebhard Zwolle nicht mehr zur Arbeit.

Die Werkstatt betonte, man wolle den Opel gern bevorzugt behandeln, dennoch müsse er, Zwolle, mit mindestens 3 Tagen Reparaturzeit rechnen. Gerade bei nahezu fabrikneuen Wagen sei der Defekt oftmals nur sehr schwer auszumachen, hier sei ein umfassender Check vonnöten, ein Generalcheck. So also sah sich Gebhard Zwolle gezwungen, erneut respektive zum ersten Mal überhaupt auf den Bus der Linie 15 zurückzugreifen. Sein erster Gedanke am anderen Morgen war, er hatte sein Erlebnis Zuhause mit keinem Wort erwähnt; sein Unwohlsein hatte die Gattin stark beunruhigt – und nur mit Mühe war der Anruf beim Hausarzt zwecks Terminvereinbarung verhindert worden, eine etwas weiter entlegene Haltestelle dieser Linie als Wartepunkt zu wählen. Er war besser vorbereitet, hatte jetzt auch das Handy dabei. Doch eine in keiner Weise zu erklärende Magie aus dem seltsamen Zusammenwirken von Neugierde, Faszination des Grauens und diesem befremdlichen Drang, das gestern Erlebte wirklich und real bestätigt zu bekommen, trieb Zwolle erneut zu genau jener Haltestelle am Park. Von weitem schon sah er die bekannte Gestalt des Berbers, der, bereits erwacht, in sich zusammengesunken auf der Bank mehr hing als saß, und gerade, da Zwolle ihn einwandfrei identifizierte, aus einer großen 2-Liter-Flasche Billigrotwein, ein Verschnitt aus mehreren europäischen Ländern, zu trinken begann. Dabei schien er nicht zu schlucken, er ließ die Flüssigkeit gluckernd laufen, mit nur mäßigem Adamsapfeltanz. Stark schmatzend und gurgelnd ergoss sich der Inhalt in den aufnahmebereiten Schlund des Wracks. Zwolle ging unbeirrt und recht zielstrebig auf die freie, zweite Bank zu und setzte sich. Der Mann hatte die Flasche komplett ausgetrunken, leicht bedauernd prüfte er diesen Tatbestand. Da war einerseits die leere Flasche, „Bombe“ genannt, die doch eine gewisse Traurigkeit auszulösen schien, andererseits die Vorfreude auf die relativ schnell einsetzende Trunkenheit, die ja immerhin gute 60 Minuten anzuhalten in der Lage war. Alles zusammen ergab, summa summarum, eine Patt-Situation im verschwurbelten Hirn, die Emotionen glichen sich nahezu aus. Übermäßige Freude und grenzenlose Trauer zur selben Zeit, das ergibt? Richtig: Eine Art Normzustand, business as usual. Jetzt ließ das Wrack die Bombe achtlos neben die Bank fallen, grinste Zwolle erkennend an, wie einen alten Bekannten oder einen willkommenen Saufkumpanen, und begann hernach umständlich, sich den linken Schuh auszuziehen. Ein vor Schmutz starrender, sockenloser Fuß kam zum Vorschein, der nun fast liebevoll befingert und betätschelt wurde. Beim näheren Hinsehen bemerkte Zwolle, wie der Typ sich konzentriert mit dem linken Mittelfinger die Zehenzwischenräume säuberte, das jeweils zum Kügelchen geformte Schmutzprodukt befriedigt anglotzend, um es hernach, Zehe für Zehe die gleiche Prozedur, im hohen Bogen wegzuschnippen. Das jetzt aufkommende Unwohlsein bekämpfend, wandte sich Zwolle etwas ab und nahm sich vor, den Penner diesmal nicht zu beachten – doch gelang es ihm nicht. Er erwischte sich schon kurze Zeit später dabei, wenigstens die sämigen Schleimpfützen vor dem Wrack auf der Nebenbank zu zählen. Er entdeckte zwei (sein Nachbar rülpste gerade gewaltig, in seinem riesigen Bauch gluckerte und rumorte es unausgesetzt) und stellte sich innerlich schon auf die dritte Nervenvergewaltigung am frühen Morgen ein – und prompt kamen, zusammen mit krachenden Rotweinfürzen, die bekannten Grunz-, Röchel- und Würgetöne, durch ein heiseres Krächz-Bellen unterbrochen. Wieder musste Zwolle hinsehen, er hatte absolut keine Chance, sich der Faszination des Horrorgemäldes zu entziehen. Das Wrack hatte besonders intensiv hochgezogen, durchgekaut und gesammelt, er lief zur Hochform angesichts des ihm jetzt schon bekannten Betrachters auf, doch statt des dritten Schleimklumpens spie dieser Unbeschreibliche nun Blut aus – dunkles, dickflüssiges Blut, viel davon, und durchzogen mit Fädchen aus Speichel und Schleim. Und auch aus dem rechten Nasenloch troff es schwer herab, hier war das Blut noch deutlich dunkler, noch zähflüssiger. Der Berber wischte es grinsend aus dem ungemein schmutzigen Gesicht, in welchem kaum noch eine Form von Mimik auszumachen war, beugte sich nun vornüber, sich zuvor vergewissernd, ob der Banknachbar auch zusah, um nun einem langen Blutspeichelfaden, der sich nicht vom Mundwinkel trennen mochte, die Gelegenheit zu geben, sich endlich vom etwas geöffneten Mund zu lösen – und japste plötzlich auf. Erschrocken fuhr Zwolle zusammen und sah, wie das Wrack unendlich langsam einknickte, einsackte, implodierte, schließlich zur Seite kippte und dann von der Bank rutschte, in ‚slow motion’, dabei ständig den Blick Zwolles suchend, bis zuletzt, da ein Blickkontakt nicht mehr möglich war. Unfähig, sich überhaupt zu bewegen, musste Zwolle mit ansehen, wie das zuckende Bündel Mensch vor seinen Füßen zu existieren aufhörte, vom Menschen zum Kadaver mutierend. Ein leichtes Zittern durchströmte den erschlafften Körper noch, ein kurzes Seufzen war zu hören, ein letzter, knatternder Furz entwich dem bereits leblosen Wrack, dann lag dieser "Unerhörte" , wie Zwolle ihn für sich selbst nannte, ruhig. Die speckig glänzende Jacke war zur Seite gerutscht und gab den Blick frei auf ein altes, in ziemlich desolatem Zustand befindliches T-Shirt mit der für Zwolle äußerst beunruhigenden Forderung "Legalize Crime!" . Er dachte nur kurz über diesen für ihn sinnfreien Schriftzug nach, dann sickerte die Tatsache langsam in seinen Verstand ein: Der Mann dort, dieses Wrack, war tot. Mausetot. Jetzt, plötzlich, würgte es in ihm.

Gebhard Zwolle sprang gleichwohl abrupt auf, beugte sich vor, den von der treusorgenden Gattin liebevoll ausgesuchten Schlips heftig an den Bauch pressend, und übergab sich endlich. Der frische Mageninhalt ergoss sich exakt über den bereits verkrustet getrockneten Haufen des Vortags, wieder ein Gemenge aus Milchkaffee, Knusperflakes und Früchteshake. Keuchend verharrte Zwolle einige Minuten in der vornüber gebeugten Haltung, mit spitzen Fingern nach den zwei Sacktü... äh, Taschentüchern tastend. Er würde beide brauchen.

Da ertönte hinter ihm, so gänzlich unerwartet, die schrille Stimme einer älteren Frau: „Sie sollten sich was schämen, Sie… Ich kenne Sie doch? Wohnen Sie nicht dort drüben, in den Arkaden? Also wissen Sie… Es ist erst kurz nach 8 Uhr morgens – und Sie beide, Ihr Kumpan und Sie, sind bereits vollkommen besoffen! Es ist nicht zu fassen! In was für einer Welt leben wir nur, ich bin nur froh, dass mein Mann selig solch eine Unglaublichkeit nicht mehr hat erleben müssen. Und dabei sehen gerade Sie, ja, Sie meine ich, im Anzug, gar nicht mal wie ein Stadtstreicher aus. Sie entsprechen überhaupt nicht dem typischen Bild eines… eines Penners. Gehen Sie in sich, Mann, suchen Sie sich eine Arbeit und schauen Sie, dass Sie endlich vom Alkohol loskommen. Wenn Sie erst vom Suff weg sind, regelt sich der Rest doch wie von selbst, Sie werden sehen. Bitte glauben Sie mir, Sie können es schaffen! Der dagegen (hier zeigte die resolute ältere Dame mit knochigem Zeigefinger auf den wie tot daliegenden Mann neben der zweiten Bank, wobei ihre Stimme wieder anklagend geworden war, wo sie noch eben, bei der langen Rede an die Adresse Zwolles, einen durchaus eher besänftigenden, nur leicht mahnenden Unterton aufgewiesen hatte, jedenfalls nach dem ersten, empörten Ausruf ‚Sie sollten sich was schämen’), der da, ist ja wohl bereits hoffnungslos kaputt, dem kann keiner mehr helfen!“ Wenn sie wüsste, wie Recht sie damit hat, dachte Zwolle ein wenig amüsiert und doch auch deutlich Scham betroffen. „Kehren Sie um, damit Sie nicht enden wie der da“, hub die alte Vettel erneut an (das dachte Zwolle tatsächlich, und er schämte sich im gleichen Moment dafür) und zeigte wieder mit dem knochigen Finger auf den Toten, anklagend und erbost, „kehren Sie um, Mann, bevor es zu spät ist!“ Da Zwolle sie weder groß beachtet noch einer Antwort für würdig befunden hatte, entfernte sich die Frau kopfschüttelnd und brabbelnd, vereinzelte Satzfetzen drangen noch an Zwolles Ohr: „Undankbares Volk“, „Perlen vor die Säue“, „Völlig unerreichbar, diese Penner“ usw., ganz zum Schluss hörte Zwolle noch: „Das ist ja sinnlos, mit solchen Kerlen überhaupt zu reden!“

Gebhard Zwolle, der zweite Prokurist einer weltweit operierenden Industrietechnik-Vertriebsgesellschaft, ist aufgrund dieser Ausnahmesituation absolut nicht in der Lage gewesen, irgendetwas halbwegs Vernünftiges zu erwidern. Was sollte er auch sagen? Er war ja eigentlich gar nicht gemeint. Schlimm genug, dass die Alte ihn so gut wie erkannt hatte. DAS war die eigentliche Tragik, DAS war es, was ihn wurmte und schmerzte. Es kam noch hinzu, dass er noch nie zuvor einen Toten gesehen hatte. Noch nie. Alle seine Verwandten (ja, selbst Oma und Opa beider Familien!) lebten noch, er hatte tatsächlich bis auf den heutigen Tag keinen Leichnam gesehen. Und nun dies. Zwolle hatte sich nun endlich notdürftig gesäubert und betrachtete jetzt den toten Berber. Panik überkam ihn, Entsetzen machte sich in ihm breit, die Angst packte ihn. Eine unbekannte, gänzlich neue Angst, nie zuvor so verspürt. Und sie stieß ins Ungewisse, diese Angst, sie war nicht so richtig greif- und auch nicht so richtig aussprechbar. Zwolle rannte so rasch wie nur irgend möglich heim. Wieder versäumte er die Arbeit – und er ging auch am folgenden Tag nicht hin. Eine seltsame Wandlung machte sich beim Haushaltsvorstand und Versorger dieser kleinen Familie bemerkbar. Gebhard Zwolle vernachlässigte seine Pflichten, sein Äußeres und seine Prinzipien, ließ sich am Telefon verleugnen, warf sein Handy in die Mülltonne seiner Nachbarn, die auch seine Mieter waren, saß nun immer häufiger, und dann sogar täglich auf „seiner“ Parkbank an der Haltestelle der Linie 15, von morgens früh bis zum späten Abend. Er hörte weder auf die Vorhaltungen seiner Frau, noch auf die Mahnung seiner Eltern, noch auf die immer erboster formulierten Briefe seines Chefs und Mentors im Betrieb – und schon gleich gar nicht auf die wenigen Freunde, die ihn „zur Vernunft bringen sollten“, nach Maßgabe der liebenden Gattin. Die vielen Warnungen und die sehr ernst gemeinten Hinweise seiner Kollegen, der „Untergebenen“ und des 1. Prokuristen, die bezüglich seiner Arbeitsstelle sehr, sehr eindringlich ausfielen, ignorierte er geflissentlich.

Schließlich wurde ihm gekündigt. Doch dafür interessierte sich Zwolle längst nicht mehr.

Er saß auf seiner Parkbank, man gewöhnte sich an ihn, er sprach viel mit sich selbst, und er begann folgerichtig zu trinken. Zwolle verkam zusehends, und zwar innerlich wie äußerlich. Zuhause hielt er es kaum noch aus. Aus seiner liebevoll agierenden Gattin war eine allzeit nörgelnde und stetig kritisierende Ehefrau geworden, die zum Ende dieser Geschichte hin bei seinem Anblick nur noch in ein haltloses Schluchzen ausbrach, die in den Nächten, da Zwolle sich „herumtrieb“, in die Kissen der ehelichen Bettstatt heulte und trotz einer recht verzweifelten Suche nach der Antwort auf die unendlich vielen Fragen, die sein Verhalten bei ihr auslöste, keine auch nur annähernd befriedigende Erklärung fand. Immer öfter blieb Zwolle über Nacht aus, immer weniger wurde er daheim vermisst. Es ist schon eine seltsame und doch auch relativ einfache Struktur im gesellschaftlichen Rahmen des menschlichen Lebens – ein missing link wird nicht lange vermisst; so schnell findet man sich zu neuer Ordnung zusammen, so wahnsinnig schnell findet diese neue Ordnung den neuen Führer; Griseldis Zwolle war nun Haushaltsvorstand, Finanzchef und Hüter der kleiner werdenden Familie in einem. Und sie machte diesen Job nach nur kurzer Anlaufzeit so gut, als habe sie in den letzten 12 Jahren ihrer Ehe eigentlich nie etwas anderes getan. Not gebiert Tugend. So lief der Laden also, Zwolles Frau hatte alles fest im Griff. Diese neue Ordnung wurde immer dann geprüft, wenn das ehemalige Familienoberhaupt doch einmal nach Hause zu kommen die frechdreiste Stirn besaß. Denn, wenn er kam, dann zu unmöglichen Zeiten, oft zur nachtschlafenden Zeit, sehr oft (und immer öfters) in unmöglichem Zustand, der vor den Nachbarn (und Mietern), vor den Kindern und vor den Freunden kaum zu verbergen war – obschon Griseldis Zwolle jedes Mal sofort alle Vorhänge zuzog, wenn ihr uniformierte und deutlich amüsierte Beamte erneut den jetzt immens ungeliebten Ehemann in hilflosem Zustand übergaben, komplex stinkend und, wie stets, volltrunken lallend. Nun, sie schämte sich seiner und war gar nicht einmal unglücklich darüber, als Zwolle dann eines Tages recht lauthals verkündete, nur noch auf „seiner Parkbank“ zu nächtigen. Längst hatten die beiden Kinder Angst vor ihrem Vater, längst hatte sich Heiner, ehemals der beste Freund Zwolles, der zur großen Form auflaufenden Griseldis angenommen, längst waren die Finanzen neu und auf erlösend positive Art geregelt, und so hatte niemand etwas dagegen, als „dieser Kerl“, so wurde er im Haushalt Zwolle nur mehr genannt, nicht mehr nach Hause kam.

Denn so geschah es: Letztlich blieb Zwolle nun tagsüber und auch zur Nachtzeit seiner Parkbank treu. Bärtig, mit trunken-tumbem Blick und stark aufgedunsenem Gesicht, das schweinchenrosa Vollmondgesicht des Permanent-Spiegel-Kampftrinkers, saß Zwolle nun Tag für Tag dumpf vor sich hinbrütend, brabbelnd und sabbernd, auf dieser Bank am Park und wartete auf das Unmögliche, nie Eintretende: Nämlich darauf, dass jenes Individuum wenigstens 1 x noch würde erscheinen können, um ihm diese oder auch eine gänzlich andere Frage beantworten, um ihm dies und das erklären zu können. Die Fragen, einst wohl und gut formuliert, waren Zwolle längst entglitten, die Erklärungen schienen mit der Zeit nicht mehr gar so drängend zu sein, alles ebbte ab, alles „ergab sich“ nach und nach. Es wurde völlig belanglos. Andere Dinge wurden wichtig. Das Geld für die tägliche „Bombe“ wurde wichtiger als die Frage, woher die nächste Mahlzeit kommen könnte. Anfangs ließ er sich noch bei der „Tafel“ blicken, besuchte eine Suppenküche, wurde vorstellig im Asyl für die Obdachlosen, später wurde all dies nichtig und bedeutungslos, es war egal, ihm war alles „eins“. Total egal… In helleren, lichten Momenten gab es sie noch, diese Fragen, für die Zwolle keine Antworten, keine Erklärung fand, Fragen, auf die Zwolle trotz recht angestrengten Nachdenkens, das ihm immer schwerer fiel, er konnte einen Punkt im Kopf nicht festhalten, keinen Gedanken auf Dauer an sich binden, keine Antworten fand, und somit folgerichtig, nach und nach, auch aufhörte, über diesen Fragen zu grübeln und zu meditieren. Das Endstadium war erreicht. Und der Leser wird überrascht sein, wie schnell solch ein Abstieg vor sich geht. In nur 5 ½ Monaten war es geschafft, die Metamorphose vom smarten Erfolgstyp zum absoluten Niemand, zum bedauernswerten Penner und, schließlich, zum Wrack. Aufgedunsen, unfähig zum Dialog, stinkend, rülpsend, furzend und innerlich verwesend, so saß Zwolle auf der Bank und dachte überhaupt nicht mehr nach. Meinetwegen sollen sich die anderen die Köpfe zerbrechen, ich habe meinen nur noch dazu, „Bombentränen“ einzusaugen, aufzunehmen. Billigen Alkohol in mich einzuflößen, das ist mein einziger Lebensinhalt, mein Lebenssinn und -zweck, Einen anderen Sinn sehe ich nicht mehr im Leben. Nichts geschah und niemand kam. Man mied Zwolle, jenes extrem stinkende Bündel Mensch, der, seiner Würde und der Selbstachtung beraubt, ein ziemlich sorgenfreies Leben führte, oft fror und mitunter heulte (ohne dies jedoch wahrzunehmen).

Man ging Zwolle aus dem Weg, wo es nur irgend möglich war. Seine Frau hatte längst die Scheidung eingereicht und ihm Hausverbot erteilt, seine Kinder machten einen weiten Bogen um die Haltestelle der Linie 15 am Park. Der Respekt einflößende Mensch Gebhard Zwolle hörte an dem einen Tag zu existieren auf, und das Individuum Zwolle verfiel bis zur totalen Unkenntlichkeit, nichts mehr erinnerte an jene faszinierende Persönlichkeit, die ihr Leben voll im Griff zu haben schien, glatt rasiert und klaren Blicks, der mit beiden Beinen voll auf dem Boden der Tatsachen gestanden hatte, der Habitus, Status, positive Attitüde und starke Contenance auszustrahlen in der Lage war, der Herr über Haus und Familie gewesen ist. Es bedurfte nur einer einschneidenden und allerdings sehr extremen Situation, um alles zu verändern und Zwolles Leben innerhalb von nur 22 Wochen aus der völlig geordneten Umlaufbahn ins gnadenlose Chaos der allumfassenden Unwägbarkeit zu werfen.

Als der ehemalige Gebhard Zwolle, wie ihn seine Frau Griseldis bei Eheschließung kennen gelernt hatte, eines Tages, es war möglicherweise noch recht früh am Morgen, das konnte er nicht überblicken (seit er seine Uhr versetzt hatte, war ihm jegliches Zeitgefühl abhanden gekommen), mit immanent schlimmem Kater und entsetzlich verfaultem Taubgeschmack im Schlund ächzend, stöhnend und wuchtig grunzend auf seiner Bank erwachte, war es ihm so, als würde er beobachtet. Auf der freien Bank nebenan saß ein Herr mittleren Alters, enorm gepflegt, wohl duftend und mit sehr markanten Gesichtszügen im fein geschnittenen Antlitz (bartlos und ganz hervorragend rasiert), der ihn angewidert fasziniert betrachtete. Ein dicker Klumpen Schleim saß Zwolle im Hals fest. Neugierig den Blick dieses Fremden suchend, zog er hoch und würgte…

 

ENDE    

 

 

 

Ach dieses unendliche, unerhörte Maß an Verantwortung, es wird leider nicht wahrgenommen...

 

 

 

 

BRENNENDE FRAGEN VON WUCHTIGER RELEVANZ

 

Ø      Brennen Kuhfladen (noch warm) tatsächlich, wie bei SOUTH PARK gesehen?

Ø      Wie heißen eigentlich die Teile der Pizza? Pizzaschnitte oder –viertel, -achtel, -Stück?

Ø      Stimmt es, dass bei minimaler THC-Bestäubung eine Spinne ein Chaos-Netz spinnt?

Ø      Wenn wir Vegetarier wären, gäbe es dann Schweine, Hühner, Schafe und Rinder?

 

 

 

 

HUISREGELS

 

 

 

 

 1. Geen toegang/verkoop onder de leeftijd van 18 jaar!

 

 2. Handel en gebruik van harddrugs is verboden!

 

 3. Agressie wordt niet getolereerd!

 

 4. Geen handel in gestolen goederen!

 

 5. Veroorzaak geen buurt-over last!

 

 6. Geen samenscholing rondom de coffeeshop!

 

 7. Koop geen hard-of softdrugs op straat!

 

 8. Vervoer van weed en hash is verboden!

 

 9. Consumptie is verpflicht!

 

10. Val dood!

 

 

DE DIRECTIE (GHERKIN)

 

 

 

 

 

 

 

Sich in diesem Leben zurecht finden zu wollen, ist eine Lebensaufgabe. Wir haben nur diesen einen Versuch. Wohin führt der Weg? Hätte Rüdiger im Frühjahr 1969 Bettina stehen lassen und dafür die gutmütige, aber etwas pummelige Carla in der Disco angesprochen, dann wäre er heute mehrfacher Millionär, denn Carla sieht nicht nur top aus für ihre 55 Jahre, nein, sie hat auch noch einen wirklich sehr gut florierenden Handel mit Staubsaugerrobotern in ganz Deutschland aufgezogen. Bettina dagegen, sie ist Rüdigers Eheweib, trinkt, ist kein schöner Anblick und mault, mosert, mäkelt, moniert und meckert den ganzen lieben langen Tag. Wenn du also auf deinem Weg nur ein einziges Mal "falsch" abgebogen bist, so nimmt dein Leben einen gänzlich anderen Verlauf (und, wie schon erwähnt, du hast nur diesen einen Versuch!). Das ist irgendwie traurig, oder?

 

 

ENDE

 

 Einer der ersten gedruckten Artikel: PAUL

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 AND NOW FOR SOMETHING COMPLETELY DIFFERENT! KOMMEN WIR ZUR ABTEILUNG LYRIK:

 

 

UNVERZICHTBAR

'Vernarbte Seelen begegnen sich'

(Ein Poem von Padiamenope Ba Pallawatsch) © Gherkin 2010

Tragische Figur, im Schatten der Zeit, qualvolle Einsamkeit, nur beissende Kälte ringsum.

Von Sinnlichkeit und Wärme, von Geborgenheit und Nähe zu träumen dennoch nie ganz unterlassen, letztlich...

Haushohe Wellen der lodernden Leidenschaft entstehen im verbrauchten, gemarterten Hirn; die schlaffe Hülle, der Körper, lässt müde es geschehen.

Böse Ahnungen folgen rigoros und somit auch folgerichtig bereits deutlichst vorgeahnten Katastrophen - dennoch diese durch nichts gerechtfertigte HOFFNUNG... Growing Confidence durch nur EINE Begegnung. Denn da warst DU! Schockierend nah!

Stolpernd, schlingernd und auch staunend ins vorsichtig und diffus sich abzuzeichnen beginnende, schwindsüchtige Glück. Ganz Kind, gefährlich naiv, reichlichst unbedarft; so schütter wie das Haar die subtile Erwartungshaltung.

Viel zu spät der Ruf: "So hab´ doch ACHT, pass´ bitte AUF!"

Erkenntnis, sachtes Begreifen, Hunger nagt, die Libido erwacht (erneut) nach schrecklich langem Schlafe - und doch: Lohnt denn dieser Aufwand, sag´? Augen, Hände, kleine Wunder streifen zart und möglicherweise unbarmherzig vollkommen meine Sehnsucht, die tief verletzte Seele ebenso (BIN ICH DENN BEREITS ERKANNT? JETZT SCHON? ES WÄRE DIE HÖLLE! DOCH WÄRE ES DAS?).

Nun besonders tragisch wirken im abstrakten Raum der Begegnung zweier Seelen, zweier Kinder, die ERWACHSEN SEIN gespielt hatten, nun also Seelenblut tröpfeln lassen im virtuellen Raum von nekromantischer Erfahrung und diabolischer Dämonie der vielen, grotesken Abhängigkeiten, jetzt gekonnt alle Register der Melancholie, der Schwermut, der düsteren Gedanken und des Trübsinns gezogen, du Meister des sich verdunkelnden Gemütes.

AUFWACHEN, du Held! Dies ist doch dein erstes Engagement seit vielen Jahren auf dieser Bühne - hey, versau´ dir diese Rolle nicht (sie ist wohl einmalig, Mensch!) durch vorgetäuschtes Contenance-Geplänkel und gleisnerische Meisterschaftsattitüde im Spiel der Spiele; ein ZUVIEL der Eitelkeit (weniger wäre hier MEHR gewesen, du müder Boxer!) bricht den Zauber der subtilen Annäherung, bricht den Zauber des Erkennens.

Grandezza - oft geübt vor blinden Spiegeln (ein Glück: Die übergrosse Aufregung verdirbt den geplanten und dennoch nie so ganz erwünschten Untergang), sie hat´s durchschaut - und milde lächelnd, wissend, nimmt sie deine feuchte Hand, du Schmierenkomödiant und Knallcharge, du - und sie küsst sanft dich auf die fieberheisse, viel zu hohe Stirn.... du Schlüsselfordernder!

Aus einer herben Niederlage doch noch einen Sieg zu machen gelingt in der Regel nur denen, die vor geheimen Schmerzen presslippig stumm geworden...

Der Kämpfer vor dem Herrn warst du noch nie, warum also kämpfst du jetzt, da es doch um rein gar nichts geht als um das nackte Überleben?!?

Sie scheint es wert; begehbar dies Land, so fruchtbar der Boden, zu tief jedoch vergraben liegt die gute Saat --- doch, sagt, wie steht es um den Sämann? Müde, traurig, wenig elegant und deutlich angeschlagen zieht er seine Furchen auf dem vom Vater vererbten Acker. Schreien, ja schreien willst du ihm ins leider frühzeitig taub gewordene Ohr:

"SO SIEH DICH DOCH UM! ERNTEN SOLLST, NICHT SÄEN DU, GEVATTER!"

Nun, immerhin - er hebt den Kopf, blickt irritiert, kostet nun mit trotzig gefurchter, nichts Gutes ahnen lassender Stirn und mit äusserst skeptisch zur Schau getragener Miene, streng >>>

Himmel auch, Gewalt geschrie´n, was funkelt plötzlich da das trüb´ geword´ne Auge, POTZBLITZ:

Welch´ göttlicher Geschmack, dieser Duft! Diese Freude beim Verzehr! Welch´ unvergleichlicher Genuss! Jetzt siehst du ihn lachend tollen, so übermütig, den Bauern - du kennst ihn kaum mehr wieder... Dies entspringt der eigenen Furche gar? Dies göttliche Produkt der Natur? Ich selbst mag es einst hier ausgesät haben, ich???

UND FRAGE IHN NUN, GEH´, FRAG´ IHN, OB ER LASSEN MÖCHTE VON DIESER SEINEN UREIG´NEN HEHREN SCHOLLE...

"UNVERZICHTBAR", wird er rufen, glücklich!
"SO UNVERZICHTBAR!"

 

{noch warte ich darauf, mein Gedicht der einen, ganz besonderen Frau zu übereignen}

-UND JETZT NOCH WEITERE 18 KOSTPROBEN-

 IDEALISTISCH:

Da der Herr mich nun verbessert,
energisch zittert ihm der Bart,
mir nun sagt gar itzo schlicht,
dass "verderbt" sei gänzlich falsches
und "verdorben" gutes Deutsch,
halt ich inne und bedank´ mich -
bringe aus den hehren Toast
ob des Kenners uns´rer Sprache,
SOUVERÄN, ohn´ Fehl und Tadel,
all der Geistesgegner wohl zum Trotz!
Ein dreifach HOCH dem Hochbegabten,
der Koryphäenratio Potenz!
Narretei in and´ren Köpfen,
Wahres nur in DIESEM sprießt...
Der Instanzen wohl die höchste,
denkt gar wirkllich, ist´s zu fassen,
"musisch" nur die Musik beträfe,
so bin ich gern Ihr "Musikus"...
 

© Gherkin 2010

 

„GEWALT“© Gherkin


Schau dir an den Löwenzahn

Es mutet wie ein Wunder an

[Steter Zucker höhlt den Zahn]:

Mit List und Kraft bricht er sich Bahn

Sticht sogar durch den Asphalt -

Manche sprechen von Gewalt!

Doch nicht die Pflanze ist der Täter

Denkt doch mal nach, mehr dazu SPÄTER…

Sanft fängt er ein

Der wilde Wein

Nimmt in Besitz

Mit Kraft und Witz

Das Haus umschließend

Stetig sprießend:

„Hausbesetzer-Wein“

Kann Gewalt nicht sein!

Die Natur der Natur

So rein und pur…


Erkenne und handle

Sinne und wandle

Fernab vom Asphalt

Denn Asphalt ist Gewalt –

Der sichtbare Täter

Von Opfer Natur!

JETZT ist das SPÄTER –

JETZT heißt´s: RETOUR!

Opferhilfe! Jetzt und sofort!

Geh zu Fuß und treibe Sport!

Denke an den Löwenzahn

Sieh! Erkenne! Handle dann…

 

„Die Pflanze“© Gherkin

Mein bester Freund hat einen Namen,

der fällt wohl total aus dem Rahmen:
 

“Möpslein“ heißt er, feist und rund,

grässlich hässlich, doch furzgesund!

Ob „Möpslein“ THC behagt,

dies habe ich mich oft gefragt.

So gab ich ihm einst einen Joint,

prompt wurde er darob mein Freund.

Wir johlten, kicherten und schrieen,

lagen oftmals lachend auf den Knien.

Wir sahen 14 Folgen „Mr. Bean“,

hatten Spaß, so wie es schien…

Wir hatten Freude ohne Ende,
 

schleckten Eis und legten Brände.

Wir hörten Cypress Hill und Marley,

glotzten Fonda/Hopper auf der Harley,

bis mir dann der Stoff ausging -

und mein „Möpslein“ Feuer fing…

Da war vorbei die Kiffer-Fete,

ich aß betreten MOPS-PASTETE!

Anmerkung, nach LORIOT: Ein Leben ohne Mops ist durchaus denkbar, aber absolut sinnfrei... (Mopsbesitzer: Exzentriker, Melancholiker, stets Freigeister, nonchalante Schwerenöter, auch komplizierte Individuen!)

 UND SO SAH "MÖPSLEIN" AUS, BEVOR... ÄH.... DIESE... TJA, SACHE PASSIERT IST....

„Ro Ro Rooooose“© Gherkin

am fenster stehend bemerke ich
es wird schon zur manie
die frauen färben sich das haar
sie färben sich das haupthaar rot
es brennt im hochhaus gegenüber
uninteressant, ich seh´ nicht hin
die roten schöpfe wippen forsch
erinnern mich an rooooosen
sanft im winde schwingend
betörend ach, der wunder voll
morgens wird die welt regiert
von rot beschopften damen
rosen gleich, so wunderschön
gern möchte´ ich sie liebkosen
brandgeruch liegt in der luft
das kommt von gegenüber
ich guck´ nur auf die strasse – frauen!
oh dürft´ ich manche rose pflücken
es ist mir nicht beschieden -
anscheinend nicht in dieser welt…
ein pferdeschwanz tanzt, da! vorbei
magenta! schreit jetzt diese rose…
viel zu flott tanzt sie ins off
so habet acht – oh, diese wesen
sie sind so zuckeressigsüß!
wie hass´ ich, lieb´ ich rosen
wie wunderschön die frauen sind!
ach dürft´ ich tanzen, singen, lachen
mit einer dieser rosen fein…
ach dürft´ ich weinen, stöhnen, fluchen
aufgrund des dornes, der mich stach!
ich kann nur glotzen, sehen, schauen
das feuerrot besticht mein herz…
ein mann stürzt aus dem hause dort
er hat versengtes, blondes haar!

„DAS IDYLL“© Gherkin

…und ein Schwäneschwarm flog majestätisch über unsere Köpfe hinweg, Flügel schwirrend,
während die Störche im großen Teich recht träge umher dümpelten und so ihre Kreise zogen. Dort, nur kurze Zeit später, sichte ich eine große Herde schwer gewichtiger Pinguine – so verspielt und so leichtflügelig, hoch über den Dächern unseres erstaunlichen Stadtviertels Rheydt-Geistenbeck!

„Gewitter-Phobie im Jahre 1888“© Gherkin

So die Himmel grau verhangen, muss ich um mein Liebstes bangen!

Zucket grell ein Blitz hernieder, fährt er letal ihr ins Mieder…

(zur Erklärung: Zu jener Zeit gab es eine Menge Metall in diesen hübsch anzusehenden Miedern)

NUN FOLGT EIN DREITEILIGES JONATHAN-MEESE-SPECIAL:

ARE YOU SCARED??? 

MEESE I "A R B E I T S W U T   -   oder: QUINTESSENZIA"

Q U I N T E S S E N Z I A


Und wohl sichte ich die Holde
im Quadratrausch, mittenmang.
Schreckenskabinett von Nolde,
Emil und sein Schaffenszwang!
Psyche rebelliert dem Geist zuwider,
der Körper spricht ein eig´nes Wort!
Unheil tost durch morsche Glieder -
Sehnsuchtstrübsal bläst mich fort!
Haschen will ich Glück noch Unglück,
KEINS von beiden sei mir Los!
Gib vom Brote mir das Endstück,
wirf´s mir achtlos in den Schoß!
Habet acht nun all ihr Mächte,
trotzig schrei ich´s in den Wind:
Oh ihr durchgezechten Nächte -
dankbar grüßt euch´s Greisenkind!

© Gherkin

MEESE II "KUNSTKAWUMM"

(für JONATHAN MEESE)

Tungi Tunga Döbelmetter
Scheiff Scherff Schoffel
Raaaaabelzwungk
Tausend trübe Tastenblätter
Reiff Riff Roffel
Zwaaaaabelschungk
Wandert über alle Weiten
schreitet flockig auch durch´s Tal
Nennt ihn Herr der Kunstgezeiten
Nennt ihn Meister Tausendqual
Rübenacker, Hochzeitskutsche
Mostkrug, Leinwand, Fensterbank
Schuhkarton und Wasserrutsche
macht zur Kunst mich, mach´ EUCH krank!

© Gherkin

MEESE III "ZYKLUS 7"

(für JONATHAN MEESE)

hab ach einst in wilder nacht
johnny meese dort geseh´n
rübenkleister, nonnentracht
sah´ ein kunstwerk wohl entsteh´n
blitzumzuckt das schwarze haupt
schuf der teufelsjünger SIEBEN
(des verstandes jäh entraubt!)
monumente, wüst getrieben
von des musenkönigs macht
taumelnd, lachend, kaum bei sinnen
vollmond dröhnt in finst´rer nacht
konnt´ dem einfluss nicht entrinnen
sah die Bilder - surreal
hört´ das permanente lachen
kunstgenuss als höllenqual
stets aufs neue zu entfachen
jonathan, oh jonathan...
zieht mich nächtens in den wahn

© Gherkin

MUSSTE JA SO KOMMEN: GHERKINs Antikriegsgedicht:

Hurra Hurra it´s war, it´s war

We give our souls, we give the heart

We give our lives away

It´s war, it´s war, the fucking war

We set the world on fire

We give our hands, we give the legs

We give our heads away

Let´s slay the pigs, let´s kill the cocks

The enemies away

It´s war, it´s bloody war

The fields are red from blood

It´s our blood, it´s theirs, it´s red

The mothers sit and cry

Who is winning?

Who is dying?

Who will face the Lord today?

Or who will go to hell?

It´s war, it´s war, them fucking war

HURRA HURRA HURRA

Yes, Sir, I think I´m going to war...

© Gherkin

 

LIGHTABLUNT

 ODER:

 DIE RAUCHERPAUSE (GHERKIN) ©2009

 "Riecht´s hier nicht sehr merkwürdig? So süßlich-schwer und neblig-verhangen?"


 

Ich schieb´ mir noch 'nen Zitteraal  

 

Entfleuchend keuchend Stress und Qual  

 

Flott-gewohnt der Griff zum Spliff  

 

'Mary Jane' heißt Träumers Schiff  

 

Schweben, Chillen, Schmauchen, Lachen
Im Kopf passieren 1000 Sachen
Reefers, Bongs - mach´ dich mal locker  

 

Purple Haze haut dich vom Hocker  

 

Holland ist so freundlich-nah  

 

Eier, Brösel - Sensimilla  

 

Und nun rasch, mit dem Heck im Gepäck
Grenzwärts froh, weg mit dem Dreck
Reefern, Barzen, Schmoddern, Spliffen  

 

Blubbern, Saugen, Schmauchen, Kiffen  

 

Ich bin so high, so vogelfrei  

 

Jetzt, Sorgen, seid mir einerlei  

 

Everybody´s fucking smokin´ weed  

 

Den Sound im 'Off'?  

 

Den schieben 'Seeed'...

 

  Nun gebt die Scheiße endlich frei  

 

Ihr brecht euch doch nichts ab dabei... 

 

Mag sein, da gibt's noch das Bild im Kopf  

 

Erst Joints, dann die Nadel - und ab an den Tropf  

 

Erst Frauen die Handtaschen klauen, dann auf den Baby-Strich  

 

Kann sein, dass dies für vieles gilt - doch für GANJA gilt es nich´  

 

WIR steh´n schon länger nicht mehr am Rand  

 

WIR steh´n lange schon - das ist bekannt - entspannt
 

 

Nicht mehr am Straßenrand, sondern mitten im Land  

 

Die neue Mitte, das sind jetzt WIR!  

 

Joints auf den Tisch! So will ich´s hier!  

 

Die Merkel nimmt den Rösler bei der Hand  

 

GEMEINSAM betreten WIR legales Land!!! 

 

GEGEN ALLES IST EIN KRAUT GEWACHSEN! UND FÜR JEDEN! NUTZE DIE NATUR!

© Gherkin

DER WAUCHER © Gherkin

Waucher Waucher, Wiefweewaucher,
wüpfst wergnügt wins Wasser wein,
Raucher Raucher, Rettenraucher,
raugst rentrückt ram Rengelein!

Versprechensbrecher © Gherkin

Du liebst das doch: Versprechen brechen
Nur deshalb schwörst du Tag und Nacht
In Wahrheit willst du täglich zechen
Am Ende bin es ich, der lacht...

EXO OMULU © Gherkin

oder

TRAF´ ICH NIE AUF MENSCHENGOLD

Rittlings sitzt der Teufel mir
schief grotesk im Nacken
Wozu, Vater, bin ich hier?
Asyl, Exil, und Koffer packen
Bernsteinfarben scheint die Haut
Bittermandelatemhauch
Die Seele wurde mir geklaut
In Schweigen hüll´ ich mich (und Rauch)
Hock´ im Schneidersitz und brüte
Hecke 1000 Streiche aus
Seh´ den Stern, der einst verglühte
Zeitablauf ist mir ein Graus
Unbeweglich, stets im Zimmer
starre blinzelfrei zum Fenster hin
Werde glücklich niemals nimmer
Suche Sinn im Sinn im Sinn
Menschengold könnt´ mich erretten
Betroffen mach´ ich Plan um Plan
Träf´ ich SIE in fernen Städten
Bräche Lebenslust sich Bahn
Menschengold, wo find´ ich dich?
Kraft reicht nur zum Brüten, Sitzen
Leben tost ganz ohne mich!
Grell umzuckt von Geistesblitzen
Starr und stumm und krank
In der Mitte dieser Kammer
Ziehe ich im Geiste blank
Draußen hör´ ich wohl die Ammer
Spende freundlich schweigend Dank
Linker Fuß ist eingeschlafen
Wie seh´n ich mich nach Menschengold
So will Gott mich also strafen...
Greife zitternd jetzt zum Colt

D´R VERRRSICHERRRUNGSBETRRRUG © Gherkin

Es brennt, ach je, raus aus den Betten
Wenn ein Tag schon SO beginnt...
Kommt, wie stets, von Einschlafzigaretten
Nur, wer niemals raucht, gewinnt!
Allerdings, so gut versichert
Steht der Typ jetzt zahnend da
Im Bademantel, raucht und kichert
Zur Zigarette sag´ ich JA!!!

Dies schlafend´ Herz © Gherkin

Mein Herz gebiert von jeher lichte Trauer
Von Wut entsandt, in steter Glut entfacht
Es kommt vom Kanzler wohl, Herrn Sauer
Schickt unser Land nun in die tiefste Nacht

INPUT --- OUTPUT © Gherkin

Trübsinn steuert Kopfgeburt
Schwaches Traumerlebnis
Gedankenwelt: Gebremster Spurt
Output-Bregenkrampfbegräbnis

Die raue See © Gherkin


Helft mir, Elfen, Seelenwogen glätten

Ein Herz aus Rosen wünsch´ ich mir

Vom Kopf her wohl an tausend Stätten

Versinkt in Solitude das Ich-Getier

Wagst nun, Menschenkind, die Reise

Irrst ruderlos durchs raue Weltenmeer

Der Mutterruf verhallt, zuletzt ganz leise

Erwachsen! Endlich! Doch nicht zu sehr...

 

ENDE


 

DAS APPENDIXIANER-DUELL

 

JA-SAGER-MANIE VOM FEINSTEN! YES! REALSATIRE BEI SAT.1 (16.08.2010)

Da ist was geboten, wenn zwei „JA“-Appendixianer aufeinander treffen! Da ist was los, Leute! Gestern, bei SAT.1, „News & Stories“, Thema: „Das Böse und das Kriminelle“. Gast war Ferdinand von Schirach, Gastgeber, wie immer: Alexander Kluge. Das Thema war sehr interessant, in etwa: Für die Rechtsprechung ist „das Böse“ (keiner ruft es sooo gut wie Meerjungfraumann bei SpongeBob Squarepants: „Das Böö-höö-see!“) eigentlich keine Kategorie! Alexander Kluge, ein begnadeter und sehr penetranter „Ja“-Anhäng[sl]er, trifft auf den ebenfalls immanent und böse „verstrahlten“ Ferdi von Schirach – beide decken sich mit „JA“-Murmlern, „Ja“-Rufen und „Ja“-Aussagen aller Art ein, kleistern sich ein, bedecken sich damit, spornen sich an und infizieren sich immer wieder auf´s Neue! Am 16.08.2010, 0:30 Uhr, wurde es historisch: Rund 400 x (ich habe mitgezählt!), doppelkehlig: „JA!“ Wenn das keine positive Grundstimmung ist, wenn das keine grundsätzliche Bejahung dieses unseres Lebens und dieser unserer Verfassung ist! Der Rekord lag bei 9 x hintereinander, ist das zu fassen? – „Ja“ (kam von von Schirach!). Realsatire pur! Mich riss es mindestens 4 x vom Sessel, heulend vor Lust und Wonne klapperte ich, am Boden liegend, vor Vergnügen mit den Zähnen, wuchtig auf den Perser einhämmernd. Die reine Freude. So viel Spaß hatte ich zuletzt nur bei der Vereidigung Wulffs (geiler Versprecher!). Diese beiden Eggheads lieferten sich ein „JA“-Gewitter feinsten Kalibers! Sie „bejahten“ sich ohne Ende, sie sind vor lauter Bestätigungsmanie fast verschieden, vor laufender Kamera. VIERHUNDERT MAL „JA“! In nur 45 Minuten. Das macht, auf die Minute gerechnet, zwischen 8 und 9 x ein mal leises, mal geflüstertes, mal lautes, jähes, hartes, dann wieder ein kaum gehaucht ausgestoßenes, immer wieder glücklich hervor gestoßenes „JA“! Gegenprobe! Wie viele „NEIN“s? Gerade mal 9. Das ist kaum der Rede wert. Schön war es, wenn beide, zur fast gleichen Zeit, sich ein „JA“-Duell lieferten. Kein weiterer Text. Original-Auszug? Bitte:

Kluge: „Ja?“ von Schirach: „Ja, ja-ja, ja! Jaaa! Ja!“ Kluge: „Ja, Ja, Ja“ von Schirach: „Ja!“

Ich hatte so viel Spaß und danke diesen beiden begnadeten Komödianten zur Sendung und zum Rekord. Es wird nie wieder eine Sendung geben, die 400 x ein „JA“ beinhaltet, bitte zu beachten: In nur 45 Minuten. Und dabei gab es Strecken von bis zu 4 Min., in denen es kein einziges „Ja“ gab. Ich krümmte mich im Sessel, ich wand mich…. Bis dann, ja, endlich: Mehrere „Ja“-Blitze auf mich einhämmerten, mich wieder ruhig durchatmen ließen, mich zufrieden und befriedigt zurück sinken ließen. Aaaah! Diese Vielfalt, diese bislang für unmöglich gehaltene Wucht der fünf- bis sechsfachen Bestätigung! Schön war es zu hören, wenn der eine (Kluge) sprach, und der andere (von Schirach) mit „JA“-Stakkati zustimmend und anspornend auf diesen einwirkte. So kam auch der Rekord von 9 x „JA“ hintereinander zustande. Unglaublich, wie gut sich diese BEIDEN Doppeleggheads, diese Hyper-Geeks und Vielfach-Intellektuellen verstanden. Blendend! Dieses gegenseitige Bejahen impliziert ja auch gegenseitigen Respekt. Ein sehr respektabler, positiv stimmender Abend… Doch, ja!

 

 

E  N  D  E  ???   J A... JA-JA... JAAAA!


 

 

     


 

 

 

HOTEI, GOTT DES GLÜCKS (MÖGE ES ALLEN BESUCHERN DIESER WEBPRÄSENZ HOLD SEIN! IMMERDAR!)

 COPYRIGHT ALLER TEXTE DIESER SEITE © Gherkin

 Unbeeindruckt von Kritik und Unbilden aller Art gehe ich meinen Weg unbeirrt weiter! Siehe "CREDO" (ganz oben)! 

DIE HEITERE SEITE

"METAMORPHOSE" von Padiamenope Ba Pallawatsch selbst aufgeschrieben © Gherkin

“Nehmen wir einmal an, Sie wären ein Schwein - ja, dann stünde jetzt die Schlachtung an!” Meine Ärztin sah mich arg besorgt an. “Sie haben in den letzten 10 Jahren stetig zugenommen. Jetzt ist die Schmerzgrenze erreicht! Hatte ich Sie nicht gewarnt? Das Herz bekommt Probleme, Ihre Leber, ach Gottchen, sie verfettete sich und Sie haben Wasser in den Beinen und auch Bluthochdruck (Anm.: Mittelwert 180:120), und kommen kaum noch die 83 Treppen zu Ihrem Penthouse (Anm.: Dachkammer, 19,5 qm) hoch. Ihr Geschlechtsteil können Sie sicher bereits seit Jahren nicht mehr sehen. Ja, nicht einmal Ihre Füße, Herr Pallawatsch! Die Situation ist bedenklich…. 1999 wogen Sie 86,7 kg; das war, bei Ihrer Größe von 1,88 m und einer totalen Negierung des BodyMaß-Index, ein recht zufrieden stellender Wert. Hier ersehe ich, dass der damalige Blutdruck einen Wert von 120 zu 80 aufwies. Sie hatten keinerlei gesundheitliche Probleme… Und wo stehen wir heute? Sie mussten sich im Franziskus-Haus einer Herzkatheter-Prozedur und der Erweiterung Ihrer Arterien unterziehen. Sie müssen täglich Tabletten gegen den immensen Bluthochdruck einnehmen, und die Lebenserwartung hat sich um gut 40 % reduziert. Wenn Sie nicht jetzt den Hebel umlegen, sich quasi umprogrammieren, völlig neu erfinden und sich damit “generalüberholen’, rundum erneuern und eine Wende in Ihrem jetzigen Leben einleiten, Mann, dann sehe ich schwarz für Ihre Zukunft. Definieren Sie sich sofort neu, Herr Pallawatsch! Was ist das überhaupt für ein Name? Na egal. Sie wiegen jetzt 136,2 kg, das ist nicht hinnehmbar, wenn Sie für 2010/11 Pläne haben sollten! Diese Warnung sollten Sie sehr ernst nehmen! An Ihrer Stelle würde ich bereits vom Kauf einer Langspielplatte absehen… Sie müssen Ihr Leben ändern. Sie werden nun 40 kg abnehmen! Capice?”

Diesen Vortrag hielt mir die Hausärztin Ende März 2009, ich hatte bis dahin ein sehr, sehr träges Leben geführt, war ein “Sofa-Surfer” geworden, ein CouchCowboy, ein Diwan-Devil, das perfekte Klischee eines inaktiven Menschen, der neben der Arbeit (natürlich nur am PC) nicht einmal im Traum auf die Idee kommt, Sport zu treiben & lange Märsche zu unternehmen oder ein Trimm-dich-Gerät zu besteigen. Couch Potatoe Gherkin, täglich unbeweglich.

Stattdessen: Schoko-Riegel, Schmant-Schnitten, heftigste “Fett-Burger”, Pommes frites sonder Zahl, Remouladeund Deli-kateß-Mayonnaise-Orgien, Pizza ohne Ende (mit extra Käse drauf, so dass eine Art “Zelt" im Ofen entsteht), Chips & Flips und natürlich Erdnussbutter (Erdnussbutter-Marmelade oder -Nougat-Gelage), die eines Marlon Brando, Elvis Presley oder auch Mr. Orson Welles zur Ehre gereicht hätten. Diesen werten Herren wäre ich stets auf Augenhöhe begegnet (”Brüder im Geiste", Faultiere wie ich; natürlich gilt dies nur für die letzten Lebensjahre der genannten Künstler), wir hätten zu viert so manche Tiramisu- und Herrentorte-Fresserei-Orgie veranstaltet; Nachtisch: Marzipan-Schokolade).

Nein, ich aß nicht, ich fraß! Kauen schien mir hinderlich, ich schlang.

Und alle 3 bis 4 Stunden verlangte mein Körper nach neuer Nahrungsaufnahme. Die Zeit bis dahin musste ich stets mit ein paar (!) Leckereien der kalorienreichen Sorte überbrücken (wenn ich ein “milky way’ verdrückte, dachte ich tatsächlich, jetzt etwas für meine Gesundheit getan zu haben - meine gesunde, ausgewogene Milch-Zwischenmahlzeit!); ich konnte meinem Bauch bei der Ausdehnung zusehen. Jedes Jahr eine neue Größe. Im August musste ich den “normalen’ Shops bye-bye winken, jetzt hatte ich zu den XXL-Shops zu wechseln, die überall wie Pilze aus dem Boden schießen. “4XL” schleppte ich mit in die Umkleide-Kabinen. Anproben dauerten extrem lange. Peinliche Schwitzanfälle und die totale Erschöpfung bei den auch nur geringsten Anstrengungen.

Die 83 (!) Treppen zur Dachkammer hoch (5. Stock, kein Aufzug) zwangen mich zur Pause, so gut wie nach jedem Stockwerk… Oben angekommen, war mein einziger Gedanke: Pasta, aber pronto - mit reichlich leckerer Sahnesoße!

Wie wäre es heute mal mit Sauce Hollandaise? Gestern hatte ich Pfefferrahmsoße. Und morgen gibt es Pilzsahnesoße. So kam ich auf etwa 2 Liter Cola am Tag, auf mitunter 4-5 Pizzen, auf 500 gr. Teigwaren und auf ca. 1 Pfund Süßes, von Doppeldecker-Keksen bis hin zu “süßem Speck", alles ganz nebenbei verputzt.

Nie hatte ich mir vor Augen geführt, dass dies ein Langzeit-Suizid ist. Konsolen-Zockerei, TV-Auswahl und Internet lockten täglich. Nach der Arbeit saß ich demnach schon wieder, total unbeweglich, über viele Stunden auf der geliebten Couch oder auf dem bequemen Chefsessel. “First of all - no sports!” So soll es Churchill einst gesagt haben. Obschon das gar nicht stimmt.

Jetzt also umdenken lernen…. Sollte ich also jetzt tatsächlich, nach über 30 Jahren der Totalverweigerung, hinaus und mich damit in die feindliche Welt der aktiven Menschen begeben? Work-out-Pallawatsch? Erst einmal ging ich in die mir fremde Welt outside Sofa!

Ich sah hin. Mein Eindruck war, dass überall schwappende Bäuche, schaukelnde Wampen und feiste Kugelkörper keck und dreist präsentiert wurden. So mancher Mann hatte mit 75 C eine größere und imponierendere Oberweite als die neben ihm gehende Gefährtin. Jeder 2. Mann ist zu dick, jede 3. Frau hat Figurprobleme. Das gibt zu denken. Ich stellte fest, wann das Gehen zu einer Art Watscheln überwechselte. Übergewicht überall. Dicke auf dem Vormarsch.

Jetzt konnte ich mich davon überzeugen. Das grelle Tageslicht, ich musste mich erst daran gewöhnen. Nach und nach formten sich die Konturen zu klaren Bildern, ich unterschied die Geschlechter, die Bäuche. Bei Frauen gab es immer nur ein Kriterium: Der Busen sollte -
wenn möglich - grösser als der Bauch sein. War diese Prämisse erfüllt, so war die Frau für mich automatisch "attraktiv". Die "Zielgruppe" war nahezu unübersichtlich...

Mich meinem Geschlechtsteil persönlich vorstellen zu dürfen, sollte noch bis in den Juni 2009 hinein dauern: “Gestatten, Padiamenope mein Name. Sie sind wohl… ahm… ein, tja, Penis??? Wie geht es Ihnen? So so, sehr interessant. Ach, inaktiv seit Jahren? Oh, was Sie nicht sagen, nur zum Urinieren da? Sie zweifeln an Ihrer Existenzberechtigung und tragen sich auch oft mit Selbstmordgedanken? Höchst interessant… So, wir können uns duzen? Prima, ich mag es auch gerne unkompliziert… Wegen deiner Depressionen, also ich…..” -

Verlassen wir dieses vertrauliche Gespräch nun besser, bei solch internen Intim-Dialogen ziehen wir uns diskret und vornehm zurück. Das geht ja nun wahrlich niemanden etwas an.

Auf meinem Kalender vermerkte ich: Heute ist der 3. April 2009. Ich geh­’ es an. Ab heute! Nach etlichen Anläufen. Das Gewicht: 136,2 kg… Ich will es bis Weihnachten '09 schaffen, unter 100 kg Lebendgewicht zu kommen. Irgendwie… Seufz! Ächz! Stöhn!

Die neue Generation der Fitness-Branche arbeitet mit Chipkarten-System-Training, mit dem sogenannten Zirkeltraining. Der angesagteste und damit auch frischeste Tempel in dieser Hinsicht ist unzweifelhaft das CWsportive in der Dahlener Str. 125.

Von der Hausärztin mit einem komfortablen Reha-Schein ausgestattet, schwappte ich dem Fitness-Center zu. Von der Hauptstraße bis zur Dahlener Straße brauchte ich 3 Pausen, völlig verschwitzt kam ich dort an. Mir wurden die Geräte gezeigt und erklärt. Einem Mann mit Adipositas (mit 120 verschriebenen Einheiten) begegnet man dort gern...

Die innovative, sehr moderne und hoch effiziente Methodik des Trainingsablaufs, die enorm Erfolg verspechende & optimal aufeinander abgestimmte, hervorragend kombinierte Abfolge der einzelnen Geräte (im Wechsel kommen Ausdauer und Kraftaufbau-Geräte zum Einsatz; es gibt dort 6 Ausdauer-Fitness-Maschinen, ein Rücken stärkendes Gerät und zudem acht Kraftaufbau-Maschinen!).

Was mir ganz besonders positiv auffiel: Kein stures Strampeln oder “Treppen steigen”, kein ödes Abarbeiten des Pensums an nur einem Gerät. Man verbleibt jeweils nur 1 Minute an einem Trainingsgerät, wobei die Chipkarte mit veränderbaren Wertvorgaben exakt die zuletzt eingestellte Bewältigungshöchstgrenze vorgibt.

Die Intention dahinter: Man trainiert unter der Prämisse, tatsächlich nur 1 Minute an diesem einen Gerät absolvieren zu können. Danach wechselt man zum nächsten Gerät. In der Mitte des großzügig geschnittenen Trainingsraums sprudelt eine Wassersäule, um die herum sich die Work-out-Maschinen versammelt haben.

Es wird trainiert, bis die Wasserperlen nicht mehr aufsteigen. Genug Zeit (30 Sekunden), das Gerät zu wechseln, bis die Wasserblasen wieder aufsteigen. Ab da gilt es, 1 Minute konzentriert zu trainieren. Flott erneut ein Wechsel. Nur an den Ausdauergeräten (Fahrrad, vertikal und horizontal, plus Stepper) arbeitet man 4 Minuten. All dies ergibt eine sinnvolle und Spass machende Trainingsmöglichkeit für bisherige Trainingsmuffel oder Sportverweigerer wie mich…. Ich wusste es sofort: “CWsportive” war/ist die richtige Anlaufstelle für mich!

In heiterer Atmosphäre eine Menge Kilo zu verlieren, sich mit Gleichgesinnten austauschen, den Körper straffen, endlich wieder (oder zum ersten Male) etwas für sich tun. Ich war und bin von Konzept, Equipment, Atmosphäre und Support sowie auch von den freundlichen Damen an der Rezeption (guter Kaffee!) und von den Fachkräften vor Ort, die kompetent und fachkundig allen Novizen und auch den “alten Hasen” gerne zur Seite stehen, voll überzeugt.

120 Anwendungen hat mir die Hausärztin verschrieben. Bei einer Zuzahlung von nur 6,88 Euro in der Woche konnte ich nun 3 x pro Woche mit dem Unternehmen “Metamorphose” und damit auch mit dem “miha’-Zirkeltraining beginnen. Quälend brutal meine Diagnosen auf dem roten Reha-Schein: “Adipositas, Hypertonie, Herz und Niereninsuffizienz, Leberverfettung, Depression, Wasseransammlung in den Beinen, Probleme mit den Gelenken, Schwindel”.

Ich bekam Entwässerungstabletten, sogenannte Schleifendiuretika, ASS-Tabletten und für etwa 2 ½ Monate auch Betablocker.

Die ersten Wochen verlor ich kaum an Gewicht. Ich lernte, dass eine Änderung des Lebensstils, vor allem aber die Änderung der Ernährung und des Eßverhaltens, der kompletten Philosophie der Nahrungsaufnahme, eine wichtige Rolle spielten, wenn Gewicht langfristig reduziert werden soll.

Eher ungern änderte ich mein (Fr)eßverhalten hin zu einer für den Körper entschlackenden, Cholesterin senkenden und maßvollen Nahrungsaufnahme. Bisher hatte ich Obst zu vermeiden gewußt, Schwarzbrot war gar ein Fremdwort für mich. Vollkornhaferflocken und Mate-Tee, bündelweise Möhren und Salate, zuvor als “Nahrung" nie ernsthaft in Betracht gezogen worden, bestimmten nun mein Inputverhalten.

Völlig inakzeptabel bisher: Körnerbrot, Bio-Kost, Magermilchprodukte, Brühe, ob nun vom Huhn oder vom Rind, kalorienreduzierte Auflage, Diät-Margarine! Vollkorn-Produkte, Fasten-Tee und Knäckebrot, Salate und Kalorien reduzierte Säfte kamen bislang niemals auch nur ansatzweise in Betracht!

Doch nun, stetig, sukzessive, änderte sich das. Ein regelrechter Heißhunger auf Äpfel brach sich Bahn in meinem Leben. Es hilft, mit all diesen Veränderungen spielerisch umzugehen. So habe ich z. B. eine Art Hitliste der Apfelsorten eingeführt. Mit einiger Lust probierte ich immer neue Apfelsorten aus und benotete sie.

So sind jetzt auf den vorderen Plätzen zu finden: Cox Orange (mein Favorit!), Honey Crunch und Green Star. Zu Dauerbrennern wurden auch Golden Delicious und Jonagold. Eher im unteren Mittelfeld landeten hingegen Braeburn oder die Pink Lady, Boskoop fiel dagegen herbe durch.

Natürlich achtete ich jetzt auf die Kalorien und studierte recht genau all die winzigen Hinweise auf den Verpackungen, mit Joule-Angaben kam ich nicht zurecht. Bin eben ein Kind der 50er-Jahre. Ab sofort nur noch die leichteste, cholesterinfreie Margarine, und nur noch Lightprodukte zur Auflage auf deliziösem Schwarzbrot (in Gold- oder Silber-Folie). Die Möhren, “Ampel”-Paprika-Mix, Eisberg-Salat, Rucola und Gurken jeder Größe wurden meine Freunde, täglich gab es Salate in wenig Öl, mit Essig und natürlich einigen guten Gewürzen.

Ich reduzierte jetzt (Anfang August 2009) endlich das Gewicht, zunächst noch sehr stockend und nahezu enervierend langsam. Und dann (Sept. '09) purzelten die Pfunde endlich, als ich schon fast den Mut verlor und beinahe aufgeben wollte. Die Basis? Disziplin und das unbedingte Wollen, zudem 3 x wöchentlich [sehr stringent] die Zirkeltraining-Einheiten bei Hans Wagenaar im “CWsportive”, eine veränderte Nahrungsaufnahme und der unbedingte Verzicht auf alles Süße mit Zuckergehalt, auf Chips und Flips, Cola, Fettmacher aller Art, besonders auf Schmantschnitten, Nußecken, Pizzen, alle gängigen Hamburger, Pommes Frites und natürlich auch meine geliebten Erdnußbutterorgien 7 x pro Woche! Ich lernte, dass das Süßungsmittel Aspartam Krebs erregende Substanzen beinhaltet (Acesulfam-K.), ich lernte, dass ein "Light"-Produkt oft mehr Kalorien hat als ein Steak usw.

Es fiel nicht leicht, permanent unter Heißhungerattacken zu trainieren, “¡tough!" zu bleiben und durchzuhalten; dies ist eine Qual zu Beginn und (zunächst) eine Tortur für den Ex-Gourmand (nicht Gourmet! Das war ich nie).

Eine Folter für den Vielfraß par excellence. Nach und nach jedoch gewöhnt sich der Körper an die neue Kost; Vollkorn- und Knäckebrot, Salate und Äpfel werden willig angenommen, zusätzliche Molkepulver-Einheiten zu den marginalen Mahlzeiten helfen immens, dürfen aber nicht zu lange eingenommen werden. Irgendwie ist es seltsam, das "gesunde" Essen schmeckt nicht nur nach
einer gewissen Zeit, nein, auch der Körper verlangt ganz deutlich danach. So kann es durchaus
vorkommen, dass der Gestank abgestandenen Pommes-Fettes Ekel erregt, wo früher nur eines
ausgelöst wurde: Der Heißhunger auf Fritten!

Als Paradigma mag die Legende von Buddha greifen, der 40 Tage (oder waren es 40 Wochen, gar 40 Monate?) einfach nur unter einem Baum saß, nichts aß und nichts trank. Zudem besorgte ich mir aus einem Krankenhaus das “nicht essen, nicht trinken” Messing-Schild und stellte es gut sichtbar auf meinen Fernseher.

Bald war die Beigabe von Backerbsen zur Hühnerbrühe bereits ein Erlebnis der besonderen Art (man wird immer bescheidener und lernt die einfachsten Gaben der Natur wieder zu schätzen), hauchdünne corned beef-Scheiben auf dem Schwarzbrot ein kleines Fest….

Und wie konnte ich mich freuen über neu entdeckte Salatsorten (Radicchio), noch raffiniertere Dressings oder auch mal über einen Miniklecks Meerrettich. Der Leser mag in etwa begreifen, wie mit ein wenig Ehrgeiz (nein, im Ernst, es braucht sehr viel davon, man braucht eine Menge Ehrgeiz!!), mit Unterstützung der Familie oder wenigstens der Freunde, auch eine Wette hilft ungemein, so nach und nach die Metamorphose in den Alltag eingreift, wie die Verwandlung von der Raupe über die Verpuppung zum “Schmetterling’ vor sich geht, mit all den positiven Begleiterscheinungen (”Hey Ba, hast du abgenommen? Dein Gesicht ist schmaler geworden, du bist auch besser drauf als noch vor Monaten. Vor allem deine nicht zu fassende Wampe, dieser Schmerbauch, hat deutlich an Umfang verloren!”).

So ging­ peu a peu aufwärts, während das Gewicht sich reduzierte. Ende September war ich so 18 Kilo los - und ich spürte es. Von 4XL ging es hinunter auf 2XL, die früheren Unterhosen wurden zu Putzlappen degradiert, ich hatte längst eine andere Größe (von 9 auf 8, später dann auf 7 hinunter; für schlanke Männer immer noch wahrhaftige Zeltgrößen, ich weiß, ich weiß…).

Natürlich gab es auch negative Begleiterscheinungen. So litt ich anfänglich aufgrund der Molkekur unter Verstopfung, und meine Darmwinde, die ich in meine Dachkammer krachend abzusondern pflegte, ließen meine Zwerghamster in die Häuschen flüchten, in einiger Panik…

Mancher Fastentee schmeckte mir nicht, auch hier führte ich eine Hitliste ein. Guarana-Mate-Tee landete flott auf dem 1. Platz. Und wenn ich Heißhunger auf Süßes bekam, machte ich mir schnell meinen Roiboos-Marzipan-Tee, aß einen Cox Orange-Apfel oder auch mal eine Abate-Birne, seltener Haferflockenbrei mit Flüssig-Süßstoff.

Vor allem aber eines hilft sehr: Viel, sehr viel trinken! 3 Liter täglich während des kompletten Abnehme-Programms ist Pflicht. Und natürlich keine Limonade oder vielleicht andere gesüßte Flüssigkeiten. Ein absolutes no go! Pures Wasser oder Tee, am besten grünen Tee. Zu Beginn muß man sich noch etwas zwingen, so viel zu trinken. Später dann ist es Normverhalten. Man hat ständig eine Wasserflasche neben sich stehen…

Mein Quantum beim Zirkeltraining: 3 Becher! Das gut sortierte Getränke-Abo bei “CWsportive” wird völlig kostenlos bereit gestellt. Dumm, wer sich da ein Trinkfläschchen von Zuhause zum Training mitbringt.

Beim “miha-Zirkeltraining” stellte mir Hans Wagenaar, der niederländische Physiotherapeut und Inhaber des 5 Sterne-Fitness-Tempels in der Dahlener Straße 125 (Hofeinfahrt), die zahlreichen Geräte optimal ein. Nach und nach erhöhten wir das “Handicap’.

Zu Beginn schaffte ich nicht mehr als zwei Runden. Ab 12. Okt. 2009 konnte ich über 3 Runden gehen. Es machte mir Spass, im “sportive" zu trainieren. Bald gab es dort vertraute Gesichter und beim Training kamen die Gespräche über die bisher erreichten Effekte auf. Es herrschte eine heitere, entspannte Atmosphäre.

Eine Begebenheit werde ich wohl nie vergessen… Sie ist mir noch jetzt so peinlich, dass ich beim Niederschreiben rot werde… Damals das gebe ich offen zu, blieb ich gute 2 Wochen dem Training fern.

Auf dem ergonomischen Fahrrad (Trainingsdauer 4 Minuten) hatte ich gerade erfreut mein Pensum erfüllt (es ist das letzte Gerät einer Runde!), wollte absteigen und hatte soeben das linke Bein im etwa 80° Winkel über den Sattel fächern lassen, als es geschah: Ein knatternder Donnerfurz, der meinen Unterleib erbeben ließ, der in keiner Art & Weise auch nur die leiseste Ankündigung geben zu müssen glaubte, und so unverhältnismäßig plötzlich kam, dass ich Schock gefror, entwich mir und entlud sich, extrem lautstark! Wie Donner beim Sommergewitter.

Ich erstarrte also, vollkommene Kataplexie, es war furchtbar!

Ich hoffte so sehr, diese Situation nur zu träumen und jeden Moment erwachen zu dürfen - aber es war wirklich passiert! Und in den Gesichtern der anderen 4 trainierenden “Zirkelianern" zeichnete sich recht unverhohlen doch eine gewisse Schadenfreude ab, wie ich mit schnellem Blick feststellen mußte… Schrecklich genug, DASS es passiert war. Aber, um meinen hochnotpeinlichen Status ins Unermeßliche hoch 12 zu katapultieren - dieser feudale Doppelwhopper stank extrem und so komplex, kroch in solch perfider Absicht in jede noch so kleine Spalte des großzügigen Trainingsraums, dass nicht von ungefähr der Gedanke in den Brüdern und Schwestern im Schweiße aufkam, ich litte an endogener Verwesungs-Symptomatik, ich verrottete inwendig.

Nach unendlich langen Sekunden, die mir wie Stunden vorgekommen sein mögen, gelang es mir, das erstarrte Bein auf den Boden zu setzen. Wieselflink stob ich aus dem Raum, um bald darauf mit einer Dose Raumspray zurückzukehren. Wild sprühend, dabei wie ein Irrwisch, immens hektisch, in alle Ecken hechelnd, heftige Wolken um mich scharend, verbreitete ich so nach und nach wieder einatembare, moderüberdeckende, ozonreiche Luft. Ich war verblüfft, wie lange die trainierende Meute die Luft anzuhalten in der Lage war.

Die anwesenden Damen und Herren, Verhältnis 2:2, grinsten frechdreist während dieser Aktion, so sehr sie sie auch begrüßen mochten… Keiner hatte bisher auch nur ein einziges lautes Wort dazu gesagt. Allerdings glaubte ich, das Wörtchen “Gesundheit” gehört zu haben –ganz leise. “Fröhliche Verwesung’ wäre allerdings angebrachter gewesen.

Nein, ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem 58jährigen Leben in einer peinlicheren Lage gewesen bin. Ich hatte bis dato auch keine Ahnung gehabt, wie sehr doch ein einzelner Mensch zu stinken in der Lage ist. Aber schließlich stinkt ja auch ein Baby-Hintern, das tröstet mich ein wenig. Ich weiß nur bis heute nicht, warum Baby-Füße niemals stinken.

Ich mied zukünftig die Kombination Haferflockenbrei, Molkepulver “Schoko”, Renetten plus Bananen, einige Tassen Fastentee und Boerentarwe Tiger-Brot aus Holland. Es ist eine etwas, sagen wir mal, unheilige Allianz, wenn dann auch noch ein Liter kalter Diät-Pfirsich-Eistee hinzu kommt. Und ich weiß, wovon ich spreche, glauben Sie mir bitte…. Ihre Exkremente werden nicht gerade nach Veilchen duften, aber dafür haben es all jene Phäaken, dem Dithyrambus des Freßlasters und des Appetithedonismus, einer der Wollust des leiblichen Genusses verfallenen Mengennahrungs-Politoxikomanen, nunmehr nicht weiter frönenden Lebensstils als reinen Luxus zu betrachten, fortan regelmäßigen Stuhlgang (englisch “chairwalk") haben zu dürfen, wenn Sie im Zusammenhang mit einem Zirkeltraining eine Ernährungs-Umstellung einleiten (oder eingeleitet haben).

Kennen Sie übrigens diesen famosen und für alle Zeiten gültigen Spruch? Er hat mich Zeit meines Lebens zum Lächeln und Grinsen gebracht: “Nur ungern nimmt der Handelsmann statt Bargeld Stuhlgang an!” - Wie wahr! Sinnfrei, aber doch sehr, sehr nett…

Nun sind wir in der Mitte des Nov. angekommen und ich darf mit Freude sagen “Yep, 24 kg sind herunter, wurden abgearbeitet, sind abtrainiert, habe ich abgenommen!” Mit “CWsportive" und den dortigen miha-Zirkeltraining-ChipkartenSystem-Geräten, mit Fleiß und Ausdauer, mit gesunder Ernährung, veränderter Einstellung, mit Lust und Disziplin. Dank Wagenaars Tempel auch mit Spass an der Freud´.

Einen täglichen langen Marsch mit Schrittzähler habe ich mir noch zusätzlich zu obigem Programm “aufgebrummt”. Außerdem gibt es jede Woche einen reinen Obst- und Salattag. Nichts weiter. Nur Obst und Salat(e). Und es macht ja auch (im Grunde genommen) Spass, mit mp3-Player im Ohr und wachem Blick, endlich einmal die nähere und weitere Gegend zu erkunden. Seit kurzer Zeit muss ich sogar die Couch abstauben. Früher war das nie nötig...

Du kannst so viel neu entdecken, so viele Details ausmachen und bestaunen, die dir bis dato völlig unerschlossen schienen und auch geblieben wären, hättest du dein Leben als eine Art “Couch-Cowboy” weiter gelebt. Jetzt, marschierend, staunend, erkundest du die Landschaft.

Ich jedenfalls bin guten Mutes, nun auch noch die 16 kg zu verlieren, die meine Hausärztin unerbittlich einfordert… Das Euphorikum ist der Lohn der Anstrengung, nämlich der Erfolg!

Wem ich jetzt Mut gemacht habe, wer jetzt den Schubs in die richtige Richtung erhalten hat durch meine kleine “Beinahe-Erfolgsstory”, der soll es ruhig wissen (ich will da ganz ehrlich sein!): Leicht ist der Weg nicht, aber der Belohnungen gibt es gar zahlreiche….

Langsam, fast schleichend und zu Beginn nahezu kaum merklich ist so ein Mann, der den Bauch abtrainiert, auch [wieder] eine Option für die holde Weiblichkeit. Er stellt nach Erfolg wieder ein lohnendes Opfer dar.

Und wie gern lassen wir uns doch einfangen. Gut, die Burgerbuden und Hyper-Hütten haben starke Umsatzeinbußen zu verzeichnen, die Currywurst- und Fritten-Shops beklagen Renditenverluste, auch der Absatz von Chips und Flips geht rapide den Bach hinunter, aber wen interessiert das?? Wir leben dafür länger! Hüftgold ade, ich erreich´ meine Zeh!

Die Wohlfühl- & Lebensqualität-Skala zeigt völlig neue Werte auf, bis dahin unerreicht. Es steigt natürlich das Selbstwertgefühl, die Selbstwahrnehmung (”Hello penis here we are again, old pal! Nice to meet you. Long time no see, sport! 'zuuuup??? How are you? Fine? That­´s great, buddy! Let­´s keep connected this time, chum! Erm, do you fancy some hot action in about 2 or 3 months? Me? I´m pretty bad keen on it, friend!”), das Selbstbewußtsein und die Selbstachtung. Würde kehrt zurück - sie war lange vermißt worden. Der fette Bauch überdeckte alles. Entwürdigend! Aber passen Sie auf, dass Sie kein "militanter Abnehmfreak" werden. Es gibt ja nichts Schlimmeres, als Ex-Raucher, die beim Einatmen eines Zigarettenduftes, der 19 Tische weiter nördlich seinen Ursprung hatte, sofort eine Gardinenpredigt halten über die Krebsgefahr beim Passiv-Rauchen. Also, werden Sie nicht fanatisch wie einer dieser Ex-Raucher, der zuvor 2 Packungen am Tag geraucht hat und jetzt Nikotin frei lebt. Solch entwöhnte Fanatiker wedeln demonstrativ mit beiden Händen, sofern ihnen auch nur ein Wölkchen Zigarettenrauch in die geblähten Nüstern zieht. Dabei husten sie demonstrativ.

Ich melde mich am Telefon seit neuestem mit “entspannt & fröhlich! Ja, bitte?”

Das Ego bekommt Auftrieb. Es strafft sich ja nicht nur der Körper, nein auch dein Geist schlägt Purzelbäume, macht Handstand und springt quietschend vor Freude im Quadrat.

Du freust dich stets auf vertraute Gesichter im “CWsportive" in Rheydt (or elsewhere) und auf die Waage, die Erfreuliches zu vermelden hat… Natürlich gibt es auch Rückschläge, keine Frage. Aber da sind ja auch all die anderen Zirkel-Trainierenden, mit denen man Leid und Freud´ austauschen kann. Und, nicht zu vergessen, die vielen Workout-Supervisor, die mit dutzenden von positiven Adjektiven bedacht werden könnten - hier nur einige wenige: Kompetent, freundlich, hilfreich und unterstützend, professionell, psychologisch geschickt, humorvoll und voll des Lobs. Wo es einmal angebracht erscheint, wird auch "streng auf Einhaltung der Regeln geachtet", die Unterstützung am Gerät ist fachspezifisch wertvoll. Ob Melanie, Angelika, Claudia, Rainer, Sandra oder Hans, der Chef persönlich - alle schlagen stets den exakt richtigen Ton an, gehen auf jeden Fitness- oder Abnehme-Willigen genau richtig ein. Dieser braucht mütterlichen Zuspruch, jener dort hat es gern, eher angespornt zu werden, diese Dame hier benötigt freundliche Unterstützung, der ältere Herr dort drüben mag einfach nur die Aufmerksamkeit. Und aufmerksam ist das Fachpersonal, keine Frage! Nicht nur, dass sich die Wagenaar-Angestellten die Namen merken können, nein, es wird auch auf die spezifischen Eigenheiten eines jeden Trainierenden geachtet. Ob der Humorvolle, der Introvertierte, der mp3-Musik-Freak oder die Zarte, Defensive - JEDER ist willkommen, jeder wird geachtet, respektiert und unterstützt, mit allen Macken, Spleens, Tics oder Neurosen.

Konvergierend Gürtelloch und Schnalle, oberster Hosenknopf und Knopfloch! Gewicht? Tendenz sinkend, und damit Lebensfreude steigernd! Auch die gute Frau Doktor ist jetzt sehr viel netter zu mir.

Meine Lebenserwartung, so ihr aktuellster Kommentar [gönnerhaft] zu den besseren Werten (Blutdruck 130:90), sei doch jetzt wieder um gute 25% gestiegen. Ja, sie lächelte mich sogar erstmals seit Juli 2009 an…

Da fühlte ich mich fast wie ein Schüler, der im Fach Differenzial-Geometrie endlich eine 2+ erhalten hat. Lob tut ja sooo gut!

Das ist pure Motivation. Die Gegner haben jedoch auch gute Argumente. Des Fanatismus´ wird man geziehen, all die Strampelei sei doch Gift für den Körper - auf die lange Sicht gesehen. 

Ebensolche “hardliner’-Mahner finden sich oft im Bereich der Ex-Trinker, die es auf mehr als 2 Flaschen Wodka am Tag (plus anderthalb Kasten Bier) brachten und nun nicht müde werden, die Laster des Saufens anzuprangern. Ich gönne jedem den Bauch, den jemand zu tragen gewillt ist. Ich gönne allen den Doppelcheeseburger und die Pommes rot-weiß. Soll´nse doch!

Mag jeder mit dem Lebensstil glücklich werden, den er sich ausgesucht hat. Nur bitte, laßt die Spöttelei über das Abstrampeln, über die Schufterei, um wieder in Form zu kommen. Es ist hart genug und tatsächlich aller Ehren wert…. Iron Calli macht es ja gerade im TV vor.

Lob ist dagegen förderlich. Und Balsam auf die Seelen derer, die unter “Ach” und “Weh”, unter “Ächz” und “Stöhn” das komplexe Großprojekt “Bauchumfangverringerung” und somit “Endorphin-Ausschüttungsvermehrung” [wie wir jetzt wissen zunächst leidvollst] in Angriff genommen haben.

Hey, vielleicht wird aus mir nie ein Schmetterling. Aber ich habe sie erlebt, die Metamorphose!

Haben Sie nicht auch Lust, etwas dafür zu tun, sich besser und damit auch fitter zu fühlen? Ach, Sie haben gar kein Übergewicht?

Aber dann vielleicht Rückenprobleme; oder Sie fühlen sich ganz allgemein verbraucht, zu lasch, einfach außer Form?

Unwohl mit und in Ihrem Körper? Nein? Na, dann hoffe ich jetzt einfach mal, dass Sie dann aber ein wenig Spass beim Lesen des vorliegenden wahren Erlebnisberichts hatten. Es gibt mich wirklich.

Ich bin tatsächlich kein Werbestrategie-Gag eines Gewinnmaximierungs-upper-class-ad-vertising-campaign-Idioten im Nadelstreifenanzug!.

Wenn Sie in die Dahlener Straße 125 kommen, sehen Sie mich dort "entspannt und fröhlich" schwitzend trainieren. Ich bin der Glatzkopf mit abnehmendem Mond-Gesicht und Brille. Immer im grünen Shirt! Man sieht sich….

Leben Sie [sich] wohl. Und: Danke!

“Willkommen im disziplinierten Leben!” - “Nein, Spass haben an Lebensfreude, an wiedergewonnener Lebenslust, dazu sollten Sie mich willkommen heißen…”

Ich habe für mich entdeckt: LANGE SPAZIERGÄNGE!

 

Sie finden diese (wahre) Geschichte auch unter www.bz-mg.de (GESCHICHTEN - Suchbegriff: Metamorphose)

Schauen Sie doch mal vorbei, wenn Sie Niederrheiner sind! Ich bin allerdings mittlerweile nicht mehr Mitglied

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2009-2010 ©GHERKIN


ARTIKEL FÜR DAS "HANFBLATT" 

DIE DIENSTREISE

 

 

     

 

EIN WEITERER ARTIKEL, FÜR DAS "HANFBLATT" GESCHRIEBEN:

HIER DER "HANFBLATT"-ARTIKEL "SUCHE - SUCHT - SÜCHTELN (!?)"


WEITERE ARTIKEL AUS DEM "HANFBLATT" FOLGEN WEITER UNTEN!


 

    

    

       

DIE KLIMA-KONFERENZ 3.6© Gherkin

CHINA AN DIE USA: "Wenn Ihr die Kiste so richtig anzuschieben gewillt seid, dann werden auch wir sofort reagieren und ähm sagen wir mal, tja, den CO2-Ausstoß gewaltig reduzieren, um mehr als 2 % - vielleicht sogar um gute 3 %!"

 

USA: "Gut, wir werden sehen... Im Jahr 2015 könnten wir, wenn alle anderen auch mitziehen, gute 6 % Verringerung erreicht haben, wenn die Dreckfinken in Europa, diese Globalerwärmungskaiser, ihren Ausstoß zu verringern gewillt sind..."

EUROPA: "Heeee.... Ihr seid mit Abstand, IHR ZWEI ZUSAMMEN, die größten Dreckschleudern!"

ANDORRA: "Wißt Ihr alle eigentlich, wie das für UNS klingt, Euer Gewäsch? Wir sind bereit, diesen Planeten zu retten, wenn auch die anderen beteiligten Nationen und Völker bereit sind, die Erde zu retten, ansonsten haben wir keine Lust, zur Rettung beizutragen! Hat man je davon gehört, die Erdbewohner kollektiv Selbstmord begehen zu lassen? Hat man je davon gehört, dass einer den Ast absägt, auf dem er sitzt?? Ist es je vorgekommen, dass eine Mutter ihr Neugeborenes gleich zum Töten an den Arzt übergibt? Wieso vergesst Ihr ständig, dass von KINDESKINDERN bald gar keine Rede mehr sein wird, wenn Ihr nicht endlich eine DEUTLICHE Kehrtwende einleitet. Wir haben diese Erde doch nur geliehen!!! Und zwar von unseren Kindern und Enkeln! Wieso tut Ihr dann so nonchalant, so unglaublich unbeteiligt, so desinteressiert??? Wenn neben Euch eine Bombe tickt, geht Ihr da erst einmal "in Ruhe scheißen"? Wenn nun ein Meteor auf die Erde zurast, in 4 Tagen ganz in der Nähe von Schöllkrippen einzuschlagen gedenkt, um dann hier eine Gesamtfläche von ca. 36.000 Quadratkilometer umzupflügen, werdet Ihr dann in den nächsten 3 Tagen versuchen, auf Eurem Golfplatz Euer Handicap noch zu verbessern, bevor Ihr Euch an die Aufgabe heran wagt, diese Erde gegebenenfalls, eventuell, vielleicht, möglicherweise, virtuell, tunlichst, potenziell, vermutlich, höchst wahrscheinlich, möglichenfalls, unter Umständen und womöglich zu retten? IHR ALLE SEID BORNIERTE, ARROGANTE UND IGNORANTE IDIOTEN!" 

 

 

 Die Japaner finden den „Paulaner“ So Isses-Werbespot keineswegs so lustig wie die Permanent-Schlucker in Bayern. Es sei, so die Japaner, der mehr als deutliche Beweis für die Hinterfotzigkeit, Durchtriebenheit und betrügerische Absicht aller Bayern, sich ein weiteres Bier, gerne auch von völlig Arglosen, zu erschleichen. „Mit diesen tumb-dröseligen Schlitzaugen kann man das leicht machen“, so der japanische Botschafter in Deutschland, das sei jedenfalls die landläufige Meinung in Bayern. Sie sei absolut
vorherrschend. So ein „Japse“ wird es ja nicht merken, ob ihm 8 oder 12 Euro für drei
(oder nur zwei) Bier berechnet werden. Peinlich bleibe jedoch, so der Botschafter, die
List (oder Hinterlist!) des abhängigen Deutschen, sich hier ein weiteres Bierchen recht dreist zu erschleichen. „Zwar ist Alkoholismus eine Krankheit, aber solch frechdreiste Aktionen sind selbst unter Alkoholikern tabu. Aber mit uns Japanern kann man es ja machen“, so der Botschafter weiter. Es werfe ein fragwürdiges Licht auf den Charakter der Deutschen an und für sich, und auf den der Bayern im Besonderen, sagte Botschafter Takahara zum Abschluss: „Eine unverschämte Übervorteilung wird via Werbespot zur Lachnummer für ganz Deutschland – wir in Japan lachen nicht darüber…“.

 

Grass, the history of marijuana

see full movie on YOUTUBE!

 

Ich, PADIAMÉNOPÉ BA PALLAWATSCH, plädiere für einen verantwortungsbewussten Umgang mit allen weichen Drogen.
Niemanden unter meinen Lesern fordere ich auf, Drogen zu konsumieren, gleich welcher Art und welcher Wirkung. Ob Koffein, Nikotin, Alkohol, Cannabis, es ist immer DEINE Entscheidung, zu Drogen zu greifen. Wenn Du unter 18 bist, solltest Du sowieso keinerlei Drogen zu Dir nehmen (Tein & Koffein in Maßen). Frage Dich immer: Muss ich überhaupt Drogen nehmen? Warum nehme ich die Droge? Welchen Zweck verfolge ich damit? Greife ich zu oft zu Drogen (Tabletten gehören auch dazu)? Habe ich ein Problem mit der Droge? Problemfälle finden Hilfe in lokalen Blättern. Es gibt auch jede Menge anonymer Hilfsdienste, die Dich zunächst gerne am Telefon beraten werden. Ich lehne alle harten Drogen (harddrugs) total ab. Hierzu gehören Heroin, Kokain, Mescalin, Crack, LSD, Ecstasy usw. Hilfe, falls Du sie annehmen willst, findest Du z. B. in Deiner Tageszeitung. 

Oder hier: www.drugcom.de (reichhaltige Information) - siehe auch: quit the shit!

INFORMIEREN?  http://www.youtube.com/watch?v=DJkp4Ncz45A

Siehe: http://www.selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de


DAS HIER IST MEINE GANZ PERSÖNLICHE LIEBLINGSGESCHICHTE - allerdings ist sie sehr grotesk; seien Sie also gewarnt! 

Originalvisitenkarte des W.I.I.I.-Financial Consultant ROBERT GRUBER

…und öffnest du das Tor, steht der Antichrist davor…

(‚Haustürgeschäfte’)


Eine Groteske von Padiamenope Ba Pallawatsch
[eine Shisha-Waterpipe-Production]© Gherkin


Silvester 2009, 23:36 Uhr! Ich hatte mit viel Liebe meine Lieblingsbong gereinigt und
startklar gemacht. Eine nahezu luziferische Mischung wartete auf ein langes Zündholz.
Allein, wie eigentlich jedes Jahr (traurig-konsequentes Los des Cannabikers, der in all
der Tragik seines soporösen [low-]Seins doch heiter, [sehr] gelassen und relativ zufrie-
den sein verräuchertes Leben fristet), machte ich mir einen ‚schönen’ Jahresübergangs-
Abend. Hatte ich alles?? Da ist der Pfirsich-Eistee, hier liegen die Afterburner-Zichten
und dort Lion, Mars, Twix & Co.! Goilstens… Dann konnte es ja losgehen. Doch halt.
Da sehe ich ein ‚Raider’ unter dem Berg von Süßigkeiten. Wow! – der hatte aber wirk-
lich recht lange auf seine Vertilgung warten müssen. Heute Nacht wird es soweit sein,
und auch seine Brüder aus 1998, 2001 und 2002 sollten noch heute vernichtet werden.
Ich linste zu den Uhren (ich habe 6 Uhren an 6 verschiedenen Plätzen in meiner 24qm-
Bude. Weil ich so unglaublich vergesslich bin, trifft das (trübe) Auge doch irgendwann
auf wenigstens eine dieser Uhren), links außen 00.06, rechts außen 23.53 und die in der
Mitte meinte, es sei jetzt exakt Mitternacht! Na, da sollte ich doch mal das Pfeifchen in
aller Muße entflammen, nicht? Meine Spezialriesenzündhölzer aus Portugal, die ich nur
in Silvester-Nächten benutzte, lagen direkt vor mir. Nun also das gute alte Ritual. Mein
Spezialräucherwerk spie kleine, wohl duftende Wölkchen aus, die DVD meiner Homies
B-Real, Sen Dog, DJ Muggs und Bobo, ‚still smokin’, war bereits an der Stelle, da King
Arthur die Bühne ‚betritt’, im ‚Pause-Mode’, parat und willig, in nicht gerade kommoder
Lautstärke heftigst loszulegen. Ich wartete auf die Kirchturmuhr, denn meinen six clocks
konnte man nicht trauen. So aber die Kirchturmuhr *12* schlägt, wird es, so in etwa, 12
Uhr (plus/minus 3 Minuten) sein. Exakt dann wollte ich meine Neujahrsbong schwingen.
Dauerklingeln!! Ich würde wohl doch öffnen müssen! Langsam strebte ich der Haustür
zu, nichts Gutes ahnend... In aller Regel bedeutet es ja Stress und Ärger, wenn es an der
Tür klingelt und du eigentlich keinen Menschen erwartest. Das reicht dann vom kleinen
Jungen, dessen Ball in deinen Garten geflogen ist, bis hin zum Polizisten, der einen ent-
flohenen Geisteskranken bei dir vermutet. Ersteres bedeutet eine Menge Stress, letztere
Situation eher weniger! Eigentlich sind Verkäufer an der Tür die schlimmsten ‚Geister’.
Relativ schlecht gelaunt traf ich an der Tür ein. „Katy“ wartete auf mich, es ging auf 12.
’Müde’ öffnete ich die Tür einen kleinen Spalt. Sofort drang ein riesiger Schuh, etwa die
Größe 49, in diesen Spalt. Breit zahnend schob ein äußerst korrekt gekleideter Mann im
besten Alter seinen Oberkörper vorsichtig nach. Er hielt in seiner linken ein Köfferchen,
in der rechten Hand eine Visitenkarte, die er nur ganz kurz zeigte und dann weg steckte.
Sie sah recht edel aus. Das Wenige, das ich wahrnehmen konnte, war ‚WASHINGTON’.
„Hello Sir, I’m Robert T. Gruber [es klang so: Hellooo Sööör, eim Rabbart Tii Graaböör]
and I’m going to….“ – doch da hatte ich ihn schon unterbrochen. Ich sah meine Chance!!
“Es tut mir leid, ich verstehe und spreche kein Englisch, guter Mann!“. Er schob weiter...
“Das ist nicht im Entferntesten auch nur ein mikroskopisch winziges Problem.... Ich heiße
Robert Gruber [nun sagte er es so, wie ich es auch ausgesprochen hätte, zudem ließ er das
’T.’ ganz weg, was mich ein wenig erstaunte. Ich tippte instinktiv auf ‚Timotheus’ und war
geneigt, mich zu fragen, wie er diesen Timotheus wohl auf Englisch aussprechen würde…],
bin Investment Broker und möchte Ihnen die sensationellen Möglichkeiten meines berühm-
ten Instituts, des ‚Washington International Investment Institute Inc.’, Ihr Gespartes sinnvoll
und vor allem gewinnbringend anzulegen, ein ganz klein wenig näher bringen. Ich bin quasi
ab jetzt Ihr Financial Consultant! Ich betreue Sie ganz persönlich, und das rund um die Uhr!“.
“Gut-gut, das freut mich ganz ungemein. Wo befindet sich Ihre Repräsentanz, Herr Gruber?“.
„In der Arnulfstraße 2 in München!“. Er schien nicht im Geringsten verblüfft, verwundert.
“Ganz prächtig, einfach prächtig!! Denen schreibe ich, wie hervorragend Sie Ihre Aufgabe
meistern. Ich werde mich in wahren Lobtiraden ergehen, liebwerter Besucher. Ich schreibe
noch heute einen begeisterten Brief! Ich wünsche Ihnen in aller Freundlichkeit einen guten
Übergang in das für Sie persönlich hoffentlich recht erfreulich verlaufende Jahr 2010! So!“.
Während ich sprach, drückte ich den lästigen Broker langsam, aber stetig, mit ansteigender
ntensität, im Takt meiner Worte immer weiter zurück. Die Kirchturmuhr schlug gerade….
“’Tirade’ gebraucht man besser in Verbindung mit Negativ-Aussagen, z.B. die Hass-Tirade!“.


“Schade, ich wollte Sie gerade zu einer heißen Ovomaltine ins Haus bitten.… Aber mit einem
besserwisserischen Klugscheißer möchte ich nichts zu tun haben!“. Ich drückte die Tür gegen
den gewaltigen Schuh. Dieser wich keinen Zentimeter… Stattdessen schob Gruber seine nicht
gerade fragile Gestalt gleichsam drängender, fordernder in meine Richtung. Ich hielt dagegen.
“Ich muss mich entschuldigen, Herr Fröchwempler, ich….“. Energisch unterbrach ich ihn da.
“Förchwempfler!!“ – Irritiert zuckte der Oberkörper zurück, der Schuh gab jetzt einige Zenti-
meter nach und Gruber studierte das Türschild, um mich dann vielleicht der Lüge bezichtigen
zu können. Doch zu seinem Gram hatte ich Recht, der Name war tatsächlich Förchwempfler!
Die Sekunde, da Gruber resigniert den Schuh fast ganz aus der Tür zog, nutzte ich – WOMP,
die Tür war zu! Es hämmerte heftig dagegen. Ich ignorierte das. Aber es wummerte, krachte,
schepperte und klopfte weiter. Zudem betätigte Gruber noch die Klingel. Ich gab auf, relativ
mutlos öffnete ich, brachte nur ein recht zaghaft fragendes ‚Jaaa?’ zustande. Der Mann war
schon so gut wie in meinem Wohnzimmer, drehte sich im Gehen nach mir um und quakte,
fast übermütig und mich dabei am Hemdärmel zart zupfend in den Wohnbereich geleitend:
„Ich bin verpflichtet, Ihnen den Inhalt meines Köfferchens zu präsentieren, Förchwempfler!“.
Das völlige Weglassen des Wörtchens ‚Herr’ verwunderte mich, ich hakte das aber unter dem
Gesichtspunkt ab, dass Gruber wohl erst vor kurzem ein aggressives Verkaufsgespräche-Trai-
ning (vielleicht in Washington?) absolviert hatte und nun von den Früchten der Erkenntnis, in
allen Bereichen der kognitiven Entwicklung eines ‚Financial Consultant Frontiers’ deutlichst
verbessert, um jeden verdammten Abschluss kämpfte wie ein Mutterfrettchen um ihr Junges.
“Frohes Neues!“ – „Sie entschuldigen?“ – „Ich habe Ihnen nur, wie üblich, ein ‚gutes Neues’
wünschen wollen, wir schreiben den 1. Januar 2010!“ – „Oh, ist das so? Dito! Ihnen auch…“
Beware of the Mormons, lehrte mich mein Dad. So hatte ich geglaubt, Gruber sei Mormone.
Natürlich verstand und sprach ich Englisch ganz hervorragend, hatte jedoch vermutet, durch
diese recht dreiste Lüge den lästigen Klingelfritzen verscheucht zu haben. Jetzt habe ich ihn,
gemütlich auf meiner Couch sitzend, im Wohnzimmer! Das Aluminium-Köfferchen auf den
Knien, strahlte er mich an. Vorsichtig hob er den Deckel an, sah hinein - blendete mich dann
wieder mit dem makellosen Weiß seiner Zähne, schaute wieder sehr verliebt in das allerdings
nicht sonderlich große Köfferchen und zog einen feuerroten Umschlag heraus. Mit überlegen
wirkender Gestik schob er mir diesen Umschlag zu. Seine Augenbrauen hoben und senkten
sich unentwegt, Gruber war ganz aufgeregt. Das mit den Augenbrauen konnte auch ich gut!
“Öffnen Sie! So öffnen Sie doch endlich!“. Gruber zappelte auf der Couch wie ein Kokser
auf Entzug. Er war aufgeregt wie ein Sechsjähriger kurz vor der Weihnachts-Bescherung.
Leicht irritiert nahm er die Anwesenheit meiner Geliebten zur Kenntnis. Ich sah auch auf
die Schöne – wie gern hätte ich sie nun endlich in Brand gesetzt! Doch da war R. Gruber.
Ich zog ein grünes Blatt Papier aus dem grellroten Umschlag. Auf diesem DIN A 4-Bogen
stand nur, fett gedruckt, eine einzige Zahl: 36.000! Verständnislos sah ich Agent Gruber an.
„Das ist Ihre Rendite, Förchwempfler! Ja, ich bin Ihr Fonds Manager, Ihr Anlage-Broker, Ihr
kompetenter Financial Consultant. Ich bin erfahren, bewandert und unglaublich erfolgreich!“.
“Ich bin perplex, Gruber, tatsächlich baff erstaunt!“ – So, jetzt hatte ich es ihm aber wirklich
recht gewitzt gegeben, die Höflichkeitsanrede war nun auch auf meiner Seite gefallen. Ha!!!
„Das glaube ich sehr gern, lieber Anleger, das glaube ich Ihnen. Denn die 36.000 Euro, ja!,
die gehören Ihnen! Nun, was meinen Sie --- wollen Sie diesen gewaltigen Betrag Ihr Eigen
nennen? Wollen Sie das Geld auf Ihr Konto überwiesen haben?“. Die Augenbrauen tanzten.
„Recht gern, wo muss ich unterschreiben?“. Ja, ich wirkte jetzt doch ein wenig interessiert.
Noch immer vermisste ich das vertraute Geflüster, die verspielte Ruchlosigkeit meiner ach
so verkommenen Geliebten. Wie mir dieses Blubbern fehlte. So nüchtern war ich, so lange
ich auch zurück denke, noch nie in meinem ganzen 40jährigen Kifferleben ‚reingerutscht’.


„Nun, lassen Sie mich das klarstellen. Vor der Überweisung der Rendite hat unser Schöpfer
ein Investment vorgesehen. Ist nun mal so! Sagen Sie mir frank & frei, welchen Betrag pro
Monat Sie anlegen möchten“. Ein ganz klein wenig gierigen Blicks sah mich der Mann an.
Im Kopf, das konnte man der Mimik deutlich ablesen, errechnete Gruber seine Provision.
Nach dem Börsen-Crash in 2008, dem ganzen Bankensterben (Lehman etc.), dem Nieder-
gang vieler namhafter Großfirmen, schienen die Broker verzweifelte Anstrengungen ‚vor
Ort’ zu unternehmen, bizarre Akquise zu betreiben, um zu einem Abschluß zu gelangen!!
Sie nannten es „Door-Scoring“, man stritt um Wohnviertel und Hochhäuser, um Kunden!
“Ganz ehrlich jetzt, ich möchte pro Monat 6 Euro anlegen“. Gruber nahm das Papier und
den Umschlag, gab beides in sein Köfferchen, schloss den Deckel und machte Anstalten,
meine Wohnung zu verlassen. So, wie es sich jetzt darstellte, völlig ohne Gruß. Kurz vor
der Wohnungstür drehte er sich noch einmal kurz um, sah mich sehr streng an und meinte:
“Sollten Sie dereinst ernsthaft daran denken, diese 36.000 Euro einstreichen zu wollen, so
lassen Sie es mich wissen!“. Er nahm eine seiner Visitenkarten und schnippte sie gekonnt
auf mein Telefontischchen im Flur. Dann ging er unwirsch-elegant hinaus. Gerade, als ich
die Tür fast geschlossen hatte, kam dieser gewaltige Schuh, zwängte sich erneut zwischen
Rahmen und Tür, Gruber schob das Gesicht nah an den Spalt (er erinnerte mich ein wenig
an Jack Nicholson in Shining, der heiser ‚Come to Daddy’ röhrt, während er die satanisch-
wahnsinnige Fratze in den Spalt der mit seiner Axt bearbeiteten Tür steckt). Er machte ein
bedeutsames Gesicht - und flüsterte jetzt unendlich leise, so dass ich voller Konzentration
zu lauschen gezwungen war, wollte ich ihn verstehen [ich dachte: Washington-Training!!]:
“Wenn Sie jetzt sofort einen Betrag von, sagen wir mal, 3.600 Euro erübrigen könnten und
zudem monatlich 440 Euro abzwacken, dann würde ich persönlich den Scheck über 36.000
Euro überbringen. Trotz all meiner Termine... Ich komme persönlich! Was sprechen Sie??“.
“Wann werden Sie, unter den genannten Bedingungen, den Scheck bringen, Gruber. Wann?“.
Wenn ich diese Sache hinter mir hätte, würde ich gleich 2 Bongs hintereinander schmauchen.
O dieser Schmacht nach acht! „Katy“ wartete in den Katakomben meiner Junggesellen-Bude.
“Das wird“, meinte Robert T. Gruber und begab sich stracks zur Couch zurück [er saß schon,
da war ich noch immer zu meinem Sessel unterwegs], „roundabout, lassen Sie mich nicht und
auf gar keinen Fall lügen, Förchwempfler, das wird ca. 2013 sein. Ist das´n Wort? So sei es!“.
Gruber bereitete die Papiere zur Unterschrift vor, hatte alles hierzu Benötigte aus dem Winz-
köfferchen gekramt. Er strahlte wie ein ‚perma-pot-pal’ (das sind die Kumpel, die auch viel-
leicht dem einen oder anderen als ‚Borkenkäfer’ bekannt sind, die grundsätzlich immer selbst
anrauchen wollen, die in der Regel nie mehr als einen Winzpickel auf Tasche haben und gern
alle 36 Minuten ‚einen bauen’ wollen, nur eben stets von deiner Kante!), der eben auf Kombi
[eigentlich ja ‚Kommi’, aber dieses ‚Kombi’ ist nicht mehr aus den farn-freaks rauszukriegen]
mehr bekommen hat, als er sich auch nur in seiner kühnsten Fantasie auszumalen fähig wäre!


“Ich muß Sie bitten, jetzt meine Räumlichkeiten zu verlassen, Gruber!“. Ich blickte streng.
“Nein, das werde ich nicht tun! Ich bin unterwegs in Sachen Frohsinn, Wohlstand, Freude,
Solvenz, ‚better living’ - und natürlich Glückseligkeit, dies ist mein ureigener Auftrag!! Ja,
und sehr genau weiß ich von der Unfähigkeit mancher, Glück abrufen zu können. Hier bin
ich ganz besonders gefordert. Ich muss Sie, liebster Freund, ein wenig zu Ihrem Glück, äh,
sagen wir es ruhig – zwingen! Jawohl! Aus diesem Grund, hören Sie - und nur aus diesem
einen Grund, guter Mann [erst der ‚liebste Freund’, nur wenige Sekunden später ein ‚guter
Mann’? Sehr enttäuschend, dieser tiefe Fall innerhalb von 6 Sekunden….], werde ich jetzt
hier sitzen bleiben und darauf warten, dass Sie wieder klar denken können. So!“. Robert T.
Gruber verschränkte die Arme demonstrativ und lehnte sich, recht selbstzufrieden, auf der
Couch zurück und schloss die Augen, so, als wolle er mir bedeuten: Also, ICH habe mein
Pensum erledigt, ich habe meinen Teil zum Gelingen des Werks beigetragen, jetzt liegt es
an dir, Bursche!’. Ich tat es ihm nach, schloss ebenfalls die Augen und sagte ziemlich leise:
“Gut denn, fein fein, lassen Sie uns ein wenig schweigen, warum eigentlich nicht, Gruber?“.
Gruber schielte auf meine 1,5 l Pfirsicheistee-Kanne, in der die 12 Eiswürfel recht muntere
Geräusche von sich gaben. Nein, ich würde ihm keinen Tee anbieten! Und selbst entsagen…
Er würde nicht einen Lebkuchen erhalten, nicht ein Plätzchen, von meiner Mutter gebacken,
und selbstredend würde es für R. Gruber auch auf gar keinen Fall Bleigießen bei mir geben.
Nach vielleicht 30/33 Minuten begann er, mit den Kindersärgen an seinen Füßen zu wippen.
Manchmal kreiste sein Fuß auch ein wenig, meist aber wippte er, dazu klapperte der Agent
mit dem Aluminium-Deckel seines Köfferchens, immer schön rhythmisch... Ich unterbrach
energisch, da mich dieses unausgesetzte Wippen, das Kreisen und Klappern fast wahnsinnig
machte und rief:


“Wenn Sie den Fuß nicht auf der Stelle still halten, Gruber, sowie diesen Deckel ihres pein-
lichen Alu-Köfferchens nicht sofort in Ruhe lassen, werde ich beginnen, jawohl!!, konvulsi-
visch mit der linken Schulter zu zucken. Zusätzlich werde ich meine rechte Augenbraue arg
arrogant nach oben ziehen und wieder fallen lassen!!“. Gruber begann (neben dem Wippen,
Kreisen und Klappern), nun auch mit dem permanenten Klicken des Kugelschreibers, den er
blitzschnell aus dem Köfferchen befreit hatte. Ich las das Logo - ‚Washington Inc.’. Wütend
begann ich die rechte Braue zu heben und zu senken, auch zuckte ich heftigst mit der linken
Schulter. Gruber ‚antwortete’ sofort. Dieser unglaubliche Tumb-Nerd, er war vorbereitet, die
Bazille! Dieses Insekt, dieser Wurm! Nun ließ er provozierend den Kopf kreisen. Satanisches
Lachen begleitete meine neue Aktion – ich streckte den rechten Arm aus, hielt ihn starr, und
schüttelte dann die Hand. Und zwar so, als sei sie völlig gefühllos und ‚taub’. Als ‚Zugabe’ -
ich empfand den Einfall mit der Hand als zu schwach gegen sein Kopfkreisen – knackste ich
mit der linken Hand die einzelnen Finger durch, indem ich sie, die Hand zur Halbfaust geballt
und von oben auf die Sessellehne gedrückt, jeweils einzeln fest aufpresste... Das konnte ich so
ungefähr eine Viertelstunde aushalten. Gruber schien beeindruckt, vor allem das anhaltende
satanische Lachen verstörte ihn deutlich. Er sprang nun hoch, hüpfte im steten Rhythmus auf
und nieder, wobei er das ‚Kniescheibenwechsel-Spiel’ mit den Händen recht gekonnt, in der Luft,
also während des Hochhüpfens, abzog. Damit zog er sich meinen Respekt zu, zumal er ja
dieses Kugelschreiberklicken fortsetzte, was nun wirklich eine gewisse Fertigkeit verlangte!
Er musste ja mit beiden Händen den ‚Kniescheibenwechsel’ vollziehen, aber darüber hinaus
auch noch weiter im Takt auf das Minenhütchen drücken. Der Mann hatte was drauf, keine
Frage. Beeindruckt stellte ich das Lachen ein und ahmte jetzt die Sprache der Ureinwohner
nach, die im Film „Die Götter müssen verrückt sein“ (die Geschichte mit der Cola-Flasche!)
mitspielten. Eine Art Glucksen, Zungenschnalzen, Tropfengeräusch. Das brachte ich in doch
recht beachtlicher Lautstärke zustande. Gleichzeitig war auch ich aufgesprungen und brachte
jetzt die heiße Michael-Flatley-Nummer.... Ja, jetzt war ich der ‚celtic tiger’!! Ein donnerndes
Stepp-Gewitter entlud sich auf meinem Parkett-Boden... Unter mir bekam kaum einer etwas
davon mit, überall wurde gefeiert, gesoffen und, seufz, geraucht… Nur ich, zum 120-fachen
McNamara noch mal, bringe hier den ‚Michael Flatley’, völlig nüchtern! Ich steppte mir den
inneren Iren aus der Seele. Hüpf – Stepp – Hüpf – Stepp – Hüpf – Stepp - und dabei immer
schön glucksen. Natürlich, da blieb ich meiner Linie treu, war meine rechte Augenbraue noch
immer ‚unterwegs’ und selbstredend zuckte meine linke Schulter nach wie vor!! Ich benötigte
meine volle Konzentration, um diesen wahrlich nicht unerheblichen 5fach-Stress rund um die
Koordination und, bezüglich der Feinabstimmung, des Rhythmus´ zu bewältigen, denn stetig
hielt ich den rechten Arm ausgestreckt, trotz wandernder Braue, und schüttelte die Hand! Ja,
wer sich bei diesem ‚Dummie-Contest-Programm’ am Besten konzentrierte, der würde auch
den Sieg erringen, da war ich, Förchwempfler, sicher. Rein gar nicht hatte ich mich des nun
logischerweise anstehenden Gedankens gewidmet, welcher Lorbeer dem glorreichen winner
wohl würde zuteil werden nach dem errungenen Sieg. Für den Moment war´s mir aber auch
egal, ich hatte zu tun. Nachdem Gruber eine Mini-Mundharmonika hervor geholt hatte und
nun leidenschaftlich durch dieses kleine Instrument geräuschvoll ein- und ausatmete – und
dabei voll mit dem Kopf gegen meine Wand rumste und krachte, immer und immer wieder,
(der Mann schien weit entfernt von einer Aufgabe!), schrie ich nun, im höchsten Falsett, alle
mir bekannten Kinderreime ins neue Jahr, von ‚Ene mene miste, es rappelt in der Kiste’ über
‚Eins, zwei, Polizei, drei, vier, Grenadier.…’, bis hin zu: ,Humpty, Dumpty, Sauerkraut, wer
liegt im Stroh mit meiner Braut?’, und ich schrie: ‚Milk, Milk, Lemonade, ´round the corner,
fudge is made’, außerdem: ‚Nick nack, paddy whack, give them dog a bone’, und auch mein
Lieblings-Abzählvers kam mir locker von den Lippen: „Tittentott und Tottentitt gingen flot-
ten Schrittes mit, doch Tattentutt und Tuttentatt hatten bald die Reise satt!“ und wollte gera-
de beginnen, vom orgiastischen Flatley-Stepp zum komplex-heftigen Schranktreten anzusetzen,
da brüllte Gruber wie irre, das Gesicht in Zornesröte voll entbrannt, fast wahnsinnig vor Wut:
“Ha! Wusste ich es doch, Mistkerl! Sie sind ein Lügner!!! Wer kann hier kein Englisch, wie?
Was? Hö! Ein ganz gemeiner Lügner sind Sie, Herr!“. Nun hatte Gruber meinen Namen also
bereits aus dem temporären Speicher gelöscht, so weit war es also schon gekommen.... Meine
Tränen flossen reichlich. Unwirsch schob Gruber meine Hand beiseite, die zärtlich die Wange
des Erzürnten zupfen wollte; so tätschelte ich lediglich beruhigend, besänftigend und auch ein
wenig um Verzeihung heischend seinen Unterarm. Doch ward mir auch dieser dann entzogen.
Ohne jeden Zweifel hatte ich meine komplette Reputation verspielt... Weinend brachte ich zu
meiner eigenen Verwunderung hervor, zu Beginn noch etwas undeutlich (wegen der Tränen):
“Schingensn möpfl schork ruff wäääährabääääh… tapfl schlif lechn Frieden im neuen Jahr!“.
In nicht unerheblichem Maße war ich nun bestrebt, den money-man weiterhin zu besänftigen.
Ich reichte Robert den ‚Raider’-Riegel, doch Gruber lehnte energisch, wuchtig und rigoros ab.
Jetzt musste ich schwere Geschütze auffahren! Es blieb mir nichts anderes mehr übrig als das:
“Gerne würde ich 440 Euro pro Monat anlegen, Financial Consultant Rabbart Tii Graaböör!“.
Der korrekte Titel (und dann auch noch auf Englisch) ließ Grubers Zorn so rasch verrauchen,
wie er entstanden war. Seine Miene heiterte sich auf, jetzt ließ er sich doch - jedoch nur ganz
kurz, in die rosige Wange kneifen. Herzhaft lachte er auf. Mit einem gewaltigen Taschentuch,
auf dem ich überdeutlich die Initialen ‚R. G.’ ausmachen konnte, wischte er sich die blutende
Stirn, lachte nochmals kurz auf und fragte dann, schon wieder recht gut gelaunt und aufgelegt:
“Und was ist mit der Sofort-Einlage von 3.600 Euro, lieber Herr Förchwempfler???“. Na, da
war der ‚Herr’ ja wieder. Vielleicht würde doch noch alles gut werden.... Lieb sah ich ihn an:
“Oh, den Scheck über exakt diesen Betrag haben Sie übermorgen in der Post, Herr Gruber!“.
Ich trocknete meine Tränen, nickte dem mächtigen Broker freundlich zu. Gruber säuselte:
“Ach, wissen Sie was, JETZT nehme ich Ihr Angebot dankend an. Eine heiße Tasse Ovo-
maltine wäre jetzt schön. Dürfte ich eine haben, während ich die Papiere zur Unterschrift
vorbereite?“. Sein strahlendes Perlweiß-Lächeln betörte mich. Ach, wäre ich doch schwul.
“Lieber Agent, das war nur so dahin gesagt. Ich habe natürlich keine Ovomaltine im Haus.
Dafür aber braue ich einen ganz hervorragenden Muckefuck. Den wohl Besten im ganzen
Viertel, dafür verbürge ich mich…“. Ich hatte gerade ‚ich mich’ gesagt, da fuhr Robert T.
Gruber von meiner Couch hoch, hatte ganz plötzlich überall am Kopf dicke, pochende und
pulsierende Würmer, so breit gespannte Halssehnen, die Augen traten ihm aus den Höhlen,
der Mann war völlig außer sich. Er schrie, und ich konnte den Wahnsinn im Blick erkennen:


“Waaaaas? Keine Ovomaltine?? Ich wette darauf, dass Sie auch keinen Muckefuck brauen
können. Ja, ich gehe soweit, zu behaupten, Sie wissen nicht einmal, was Muckefuck ist….
Ich verabscheue Sie, F.! Sie sind ein permanenter Lügner, ein ganz falscher Fuffziger, ich
mache doch mit SO einem keine Geschäfte! Niemals! Sie sind mit Abstand der peinlichste
Mensch, der mir je begegnet ist. Einen solch verlogenen Falschlackel habe ich noch nie in
meinem ganzen Leben kennen lernen müssen. Nein, was sind Sie widerlich, was haben Sie
für einen miserablen Charakter…. Wah! Uwäch!“ – sprach’s und kübelte in meine Azaleen,
ein Großteil eines vielfältigen, buntgewürfelten Speisengemenges ergoß sich auf die Couch.
Ich konnte sehr deutlich Maiskörner, Paprika und Erbsen ausmachen, auch erkannte ich auf
rote Bohnen. Ohne Zweifel hatte Gruber zuletzt mexikanischen Eintopf zu sich genommen!
Merkwürdigerweise hatte das komplexe Erbrochene Grubers meine ganz besonderen Pflan-
zen verschont – oder aber, anders ausgedrückt, nur knapp verfehlt. Den im Kreis platzierten
Schätzchen mit dem wohlklingenden Namen ‚lowryder’ (auto flowering effect!) ging’s gut!
Grubers schlimmste Strafe aber war mein abgekürzter Name, ‚F.’, den er kurz vor dem wohl
alles andere als suboptimal exportierten Mageninhalt zudem ausspie! DAS tat wirklich weh!
Nachdem sich Gruber notdürftig gereinigt hatte, nickte er mir nur noch kurz zu und entfloh.
Das blutige Taschentuch warf er einfach auf meinen Tisch, es blieb an meiner Bong hängen.
Noch heute hängt es (quasi als Trophäe!) bei mir an der Wand, gleich neben „Cypress Hill“.
Meine Azaleen waren verloren!! Ich setzte mich hin und schrieb einen Brief an ‚Washington
Institute Inc.’, Arnulfstr. 2, 80335 München, und brachte recht bescheiden und demütig eine
Bitte zu Papier, man möge mir doch bald die Kosten für eine Couch und 6 Azaleen ersetzen,
ein gewisser Herr Robert T. Gruber habe sich, schamlos betrunken, über meine Couch und -
als sei das nicht genug – entsetzlich vielgestaltig auch über meine geliebten Azaleen entleert.
Und damit kein Missverständnis aufkam, schrieb ich gleich dazu, dass ich hier nicht von der
Entleerung im Sinne eines Stuhlgangs sprach (in Klammer setzte ich ‚vomitting & belching’
dazu, um alle Unklarheiten zu beseitigen). Ich fügte 4 Polaroid-Fotos hinzu, außerdem diese
edle Visitenkarte des Financial Consultant Gruber. Und auf ein grünes DIN A 4-Blatt schrieb
ich eine Zahl: 3.600! Und erst dann, sage und schreibe um 2.12 Uhr, rauchte ich meine Katy,
die gläserne Geliebte. Lediglich 4 Tage später erhielt ich einen Brief von der Washington Inc.


Mir schrieb "Rob" Gruber, Financial Consultant, Section-Anchorman (Nordrhein-Westfalen):
Dear Mr. Fröchwimpler [dieser Schuft!], wir teilen Ihnen ohne weitere Umstände mit, dass
’vomiting’ mit nur EINEM ‚t’ geschrieben wird! Der von Ihnen eingereichte Text ist daher
reine Makulatur. Wir haben die Fotos, den Brief und Ihre unglaublich naive Forderung von
3.600 Euro in den Shredder gegeben und bitten Sie heute freundlichst, erneut schriftlich vor-
stellig zu werden, um uns Ihre, unserer Meinung nach durch nichts, aber auch rein gar nichts
gerechtfertigte und völlig überzogene Forderung zur Prüfung zu übermitteln. Wir legen ganz
besonderen Wert, und jetzt merken Sie bitte sehr explizit auf, J. Furchtwampler [oh dieser in
jeder Hinsicht unglaubliche Doppel-Schuft und Mistkerl!], von Ihnen mindestens 6 Polaroid-
Fotos zum Vorgang, die nicht später als 24 Stunden nach diesem unserer Meinung nach eher
lächerlichen Vorfall erstellt worden sein dürfen, zu erhalten. Dem beigefügten Formblatt ent-
nehmen Sie die exakten Daten, wie Sie bei der Erstellung der Foto-Nachweise zu verfahren
haben. Bitte, füllen Sie auch den 36-seitigen Datensatz ‚Regress-Anspruchs-Eingabe’ exakt,
gewissenhaft, vollständig und SO EHRLICH WIE ES IHNEN NUR MÖGLICH IST, FROSCHWAMPE,
[also, DAS schlug nun wirklich jedem Fass die Krone mitten ins Gesäß!] aus und übersenden
Sie uns diesen in doppelter Ausführung auf der Basis eines Einschreibens. Bitte, legen Sie die
Bearbeitungsgebühr in der Höhe von 36 Euro bei, sonst werden wir Ihre ‚Sendung’ unserer so
enorm fleißigen Shredder-Anlage anzuvertrauen wissen. Gezeichnet, ohne Gruß, Rob Gruber.


Ich tobte und fluchte und rannte mit der Stirn gegen meine Wohnzimmerwand. Exakt an DER
Stelle, an der das Blut des R. T. Gruber getrocknet war, kam nun mein eigenes Blut dazu und
vermischte sich mit dem Blut des Feindes. Waren wir nun, trotz allem, Blutsbrüder? NEIEN!
Niemals! Ich hasste Gruber. Natürlich hatte ich nur diese 4 Fotos gemacht. Und natürlich war
jetzt die Frist abgelaufen, weitere Fotos zu erstellen. Auch wollte ich die Bearbeitungsgebühr
nicht zahlen. Es war zum Fluchen! Ich tobte wie irre und chaotisierte ca. 2 Stunden in meiner
kleinen Wohnung umher. Dabei ging so einiges zu Bruch! Leider auch meine ‚Katy’ – und so
etwas nehme ich nun wirklich sehr persönlich! Einige Stunden später ‚beruhigte’ ich mich ein
wenig und schöpfte Mut…. Was 4 flott hintereinander und sehr fett gebaute Old-Style-Reefer
doch ausmachen können… Die Couch würde ich reinigen lassen, die Azaleen durch Kakteen
ersetzen und die ganze schrille Angelegenheit unter dem Gesichtspunkt ‚Da haben wir doch
wieder mal etwas für das ganze Leben gelernt!’ abhaken. Ich nahm mir vor, nie wieder auch
nur das kleinste Geschäft an der Tür abzuschließen und keinen Menschen mehr in meine be-
scheidene Behausung zu lassen, der auch nur im Entferntesten etwas mit Investment, Versi-
cherungen, Zeitschriften, Pfadfinder-Keksen, Religionsausübung oder Kriegsgräberfürsorge zu
tun hat. Ich schrieb diesen Schwur auf und klebte ihn auf die beblutete Wand…. Nun war auch
das Blut des Feindes und das Meinige nicht mehr länger zu sehen. Holla - und jetzt, da ich
den Seelenfrieden ja wieder gefunden hatte, setzte ich mich entspannt an meinen PC, um ein
wenig im world wide web zu surfen. Eben, als sich die Verbindung positiv gestaltete, öffnete
sich ein pop-up-Fenster und ein sehr bekanntes Logo traf auf mein überraschtes Auge. Ich las
(fast hätte ich meine Ersatz-Bong vom Tisch gewischt!) zu meiner grenzenlosen Verblüffung:
“Hier schreibt Ihnen Ihr ganz persönlicher Financial Consultant, Mr. Robert T. Gruber! Ich
vertrete stolz das Washington International Investment Institute Inc. (W.I.I.I.I.), mit der Re-
präsentanz in München, Arnulfstr. 2, und möchte Sie für eine Idee begeistern. Wie wäre es,
wenn ich IHNEN PERSÖNLICH 36.000 Euro überbrächte? Wie? Wäre das eine tolle Sache,
ja? Könnten Sie sich an den Gedanken gewöhnen, 36.000 Euro einzustreichen? Dann sollten
Sie mich flott kontaktieren, denn ich warte nur darauf, Ihnen so bald wie möglich die Rendite
zu überbringen. Ja, glauben Sie es nur! Ich bin kompetent, erfahren, bewandert und wirklich
unglaublich erfolgreich. Partizipieren Sie von meinem Drive, meinem Verve und meiner fast
ansteckenden Heiterkeit im permanenten Erfolg! Schreiben Sie mir! Jetzt sofort! Tun Sie´s!“.
Ich schrieb SOFORT, freudig erregt, mit ungeahnter Energie und satanisch lachend zurück:
“Dear financial consultant Mr. Bernhard Blubber! Es heißt selbstverständlich stets DIE VERVE -
und NICHT DER VERVE - und somit werde ich Ihnen nicht, wie eigentlich zuvor beabsichtigt,
meine 360.000 angesparten Euro zwecks Dopplung und Vervielfältigung überstellen. Ich bin
nicht sicher, dass mein Geld bei Ihnen, der eines solch entsetzlichen Fehlers (und ich spreche
hier nicht von einem kleinen Lapsus!) fähig scheint, richtig gut aufgehoben ist... Die Feinheit
der Sprache, die Gewandtheit, die Eloquenz, der Wortschatz und DER GEKONNTE EINSATZ
von Fremdwörtern, das ist es, was einen extraordinären Menschen vom gemeinen Homo Sap.
unterscheidet. Ihnen werde ich mein Geld nicht anvertrauen! Sie sind ein Blender, Blubber!!“.


Zufrieden klickte ich auf ‚SENDEN’. Der Beginn einer langen, intensiven Web-Feindschaft???
Keine Woche später besuchten mich zwei sehr diskrete Herren der Kripo, Abteilung Rausch-
gift-Dezernat. Sie hätten da einen anonymen Hinweis bekommen. Nassen Auges musste ich
zusehen, wie meine 12 ‚lowryder’-Babys abtransportiert wurden. „Sie hören noch von uns“ -
so verabschiedeten sich die beiden Herren. Ich wünschte noch von Herzen ein ‚frohes Neues’
und bin letztlich sehr froh, dass ich die Adresse eines Investment-Brokers aus München habe.
Ich freue mich auf so manchen zukünftigen Streich zum Nachteil des erfolgreichen Agenten!!
Wie Cypress Hill so schön tönen: „Now it’s time for the blubber! Soon, I got to get my props,
Cops comin´ try to snatch my crops! These pigs wanna blow my house down!” [Insane in the
brain; “BLACK SUNDAY”]. Teufel eins, das Jahr 2010 hatte für mich nicht gut begonnen….


Nur gut, dass die Gift-Cops nicht in meine Vorratskammer gesehen haben. Und so darf ich, so
wie eigentlich every day, voller Stolz sagen: Bom Bom Shiva, Bom Shankara, Heja Heja, Om
Shanti! Und ein sehr anregendes Blubbern und Köcheln erfüllt den kompletten Raum. Du bist
mir ein zwar ebenbürtiger, aber doch nicht in allen Belangen übermächtiger Gegner, Gruber...
Wenn der wüsste, dass ich in der Tat nicht die geringste Ahnung habe, was ein Muckefuck ist.
Dieser tasmanische Springteufel, jähzornig bis zur Hutkrempe, würde Gift u. Galle spucken!!!
Meine Nachbarn gratulierten mir übrigens im Hausflur. ‚Da war ja mächtig was los bei Ihnen
zu Silvester… Wohl eine Orgie gefeiert, was? Wir tippen auf mindestens 12 Gäste. Bei dieser
Fete wären wir auch gern dabei gewesen. Bei uns schunkelte der uralte Kronleuchter mit, weil
Ihre Gäste so heftig abgetanzt haben. Von allen Partys im Haus muss Ihre Silvester-Party, das
dürfte wohl als sicher gelten, die absolut schärfste und heftigste gewesen sein, Förchwempfler
(und ich konnte den neidischen Blicken entnehmen, dass meine Nachbarn sehr gern dabei ge-
wesen wären.. Vielleicht lade ich die Könnemanns, die Rögers und die Schmutzbenesters zum
diesjährigen Silvester tatsächlich ein. Das ist eigentlich gar keine schlechte Idee. Gerne werde
ich meine berühmten Hasch-Plätzchen für die Nachbarn backen, Alkohol kommt dagegen auf
keinen Fall auf den Tisch. Der wird auch sicherlich nicht vermisst werden, weil ich auf ca. 99
Gramm Teig gute 2 Gramm Maroc rechne (arbeite ich aus Kostengründen mit Ketama Gold,
sind es sogar 3 Gramm pro 99 Gramm Teig!)! Und wenn ich schon mal Gäste habe, so pflege
ich nicht extra darauf hinzuweisen, dass meine Plätzchen ein wenig gedopt sind! Dies erhöht
den Unterhaltungswert enorm. Wenn ich nur an den Besuch meiner Großeltern denke (1987,
waren damals schon über 60!) – welch vergnügliche Stunden haben wir zu dritt erlebt! Meine
beiden Oldies liefen zu ganz großer Form auf, wir haben alle 3 Tränen gelacht. Oma sang aus
voller Brust ‚Kleine Möwe, flieg’ nach Helgoland’ und Opa gab ‚Ole, wir fahr’n ins Puff nach
Barcelona’ zum Besten. So nett haben wir drei danach leider nie wieder zusammen gesessen –
solch heitere, gelassene und Cypress-Hill-Stuff verrückte Großeltern konnte sonst auch keiner
aufbieten!! Nach dieser Fete waren Oma und Opa leider deutlich reservierter mir gegenüber...


THE SAD END (McNamara - but the mad man is still smokin´, Julie fucking Andrews!)

 


BEI RUHIGER LUFT, IM STILLEN ZIMMER, BRING’ ICH MICH SELBER UM
WOHL HÖRE ICH DEIN LEIS’ GEWIMMER, ICH KÜMMER’ MICH NICHT DRUM
DEIN WEH UND ACH, DAS STÖRT NUN NIMMER, mich treibt es IM ALL HERUM
UND JEDE NACHT TV-GEFLIMMER, DAS HÄLT UNS ALLE REICHLICH DUMM
(Genialer Ausspruch Heiner Müllers; Dramatiker, bekennender Kiffer und zynischer Mahner!
Die Zeilen 2, 3 und 4 habe ich mir erlaubt, nachträglich anzufügen. Im Original: nur 1. Zeile!)


EIN WICHTIGER HINWEIS:

Diese wahre Geschichte ist selbstredend vollständig erstunken und erlogen, bezieht sich nicht
auf lebende oder bereits verstorbene Personen. Sollte sich der Eine oder Andere dennoch wie
der erkennen, so ist das der reine Zufall. Die Namen sind frei erfunden. Sollte es jedoch reali-
ter eine Firma Washington geben, vielleicht sogar einen Mitarbeiter Gruber, so ist dies Zufall!
Dass die Handlung frei erfunden ist, kann der geneigte Leser schon daran erkennen, dass mein persönlicher Financial Consultant nur wenige Minuten vor dem neuen Jahr an meiner Tür war [und kein Vertreter würde am 31.12.2009 um rund 23:36 Uhr an irgendeiner Tür klingeln - sei dieser Berufsstand auch noch so gefährdet; es gibt ja nun wirklich für alles eine Grenze, oder?]...

Jedenfalls möchte ich anmerken, dass Katy, Robert Gruber, lowryder oder Raider nicht wirklich existieren!!!

 


• von GHERKIN (PADIAMENOPE BA PALLAWATSCH) •© 2010 


 

EINE WAHRE GESCHICHTE, SO GESCHEHEN AM SONNTAG, DEM 20.07.1969, um 18 Uhr! 
Armstrong war gerade damit beschäftigt, seinen Enddarm-Output wieder einzufangen -
wild ruderte er in der Minitoilette, griff nach dem einer Banane nicht unähnlichen braun
gefleckten Teil und griff daneben, während nebenan die Tragödie seinen Lauf nahm. Buzz
Aldrin schrie Collins, der unter ganz extrem stinkenden Schweißmauken litt, an: „Collins,
du stinkender Bastard, ziehe sofort deine verdammten Boots wieder an oder wir fliegen
jetzt und sofort wieder zurück. Ich schwöre es dir, wir kehren um...“. Wie wir ja alle aus
gut unterrichteten Kreisen erfuhren, zog sich Collins die Boots wieder an; Mond erobert.

 


 

Jetzt eine durchaus typische Geschichte für meine Ausrichtung!

Der mantellose Nietzsche

> G R O T E S K E <

(von Padiamenope Ba Pallawatsch) © Gherkin

 

“Mechthilda Treugeböhla-Zabeltitz liebte Hüttenkäse über alles! Sah, roch oder glitschte sie mit beiden Händen bis hoch zum Ellenbogen in riesige Mengen von Hüttenkäse hinein, so bedeutete dies für sie das höchste, absolute und unvergleichlichste...

...Glück. Für sie war Hüttenkäse die Erfüllung, die Offenbarung schlechthin, schöner als Sex und…..“.

Hier unterbrach mein allmächtiger Verleger knapp und brüsk: „Das können Sie so nicht stehen lassen, Mann!“.

Presslippig sah Feinrippl mich an.

Ich versuchte mit aller Kraft, sehr souverän zu wirken, nestelte aber dabei unentwegt an meinem obersten Hemdknopf, und

schaute ihm direkt in seine kleinen, listig funkelnden Schweinsäuglein. „Wieso, was meinen Sie?“. Irritiert und deutlich ver-

wirrt stellte ich diese Frage. „Na, so hören Sie sich doch einmal diesen sinnfreien Nonsens an, hören Sie doch!“, sprach er

munter auf mich ein. Und mit erhobener, dramatisch zugespitzter Stimme las er aus meinem Manuskript: „Sah, roch oder

glitschte sie mit beiden Händen bis hoch zum Ellenbogen in große Mengen von Hüttenkäse hi…..“. Jetzt unterbrach ich ihn.

„Schon gut, Herr Feinrippl, schon gut, ich habe begriffen!“. Zaghaft nahm ich mein Manuskript an mich. Es wog sehr schwer

und umfasste immerhin 612 eng beschriebene Seiten. „>Glitschte<, lieber Herr Feinrippl, >glitschte< liesse sich ja eventuell

durch ein Ihnen genehmes Synonym ersetzen, wenn es das ist, wa….“. Wieder wurde ich barsch unterbrochen. Hermann

Feinrippl sah mich entgeistert an. „Ja merken Sie denn überhaupt nicht, dass der Satz so nicht stimmig ist, Sie Ignoranten-

Hirni? Merken Sie das nicht, Nietzsche?“. Der Halbgott der Schriftsteller-Riege kniff mich äußerst schmerzhaft in meine linke

Wange. Es war ein rot lackierter Daumennagel, der meine Wange malträtierte. Vor Schmerz schrie ich kurz auf. „Sah, roch

oder glitschte hinein…“, im Takt seiner Sprechweise kniff dieser verflixte Nagel zu, „was für ein hanebüchener Unsinn, Sie

Schmock, was für ein deprimierendes und peinliches Licht wirft dieser misslungene Versuch auf Ihre Arbeit als, hm, Schrift-

steller, Nietzsche!“. Endlich liess der Mächtige meine Wange los. „Sie werden den Satz umstellen, klar? Oder, noch besser,

überarbeiten Sie das gesamte Konzept, überarbeiten Sie alles, verstanden?“. Hier machte Feinrippl eine längere, unheil-

schwangere Kunstpause, um die folgenden Sätze wie kleine Krummdolche in meine gebeutelte Autorenseele zu bohren!

„Wissen Sie was, Sie peinliche Kreatur? Wissen Sie was? Vergessen Sie den Satz, vergessen Sie die erneute Überarbei-

tung – es wäre bereits die 6., richtig? – vergessen Sie am besten sofort den kompletten geschriebenen Offenbarungseid,    
werfen Sie das Machwerk weg. Ich würde damit im Feinrippl-Verlag sowieso keine Ehre einlegen. In des Teufels schlimm-

ster Höllenregion stehen all die gescheiterten Schriftsteller – und in diesem Autorengruselkabinett stehen Sie, Nietzsche,

nicht einmal auf der Warteliste – HA! Sie werden in der Hölle nicht einmal als Schriftsteller geführt! Mit Sicherheit NICHT!

Mitnichten!“. Vernichtend sah mich der Gewaltige an, er hatte sich in Rage geredet, schwitzte jetzt sehr stark. Ich wagte

In der Pause, da er sich mit einem beeindruckend grossen Taschentuch die nasse Stirn wischte, kurz zu hauchen: „Wie

wollen Sie den Satz denn haben, Herr Feinrippl?“. „HA! Wurm, niederes Insekt! Ich will Ihren verdammten Satz über-

haupt nicht haben! Sind wir schon so weit, dass der Verleger seinem lausigsten Schreiberling, dem peinlichsten Skri-

benten, die Sätze diktiert? Ja? Sind wir schon so weit? Welchen Beruf schwänzen Sie eigentlich, Nietzsche? In wel-

chem Genre dilettieren Sie, Schiefhals, Rüsselgumpen, Trichterohr, Hamsterbacke und Glupschauge? Welches Me-

tier wagen Sie zu insultieren, welches, Nietzsche? Peinlicher geht es doch nun wirklich nicht mehr! Nur, weil ein Na-

mensvetter von Ihnen Bücher schrieb, meinen Sie, eine komplexe, infame Kränkung eines gesamten Berufsstandes

vornehmen zu müssen, ja? Sie fühlen sich berufen? Kerl! Selbst in Niflheim würde man Sie hinaus werfen, Sie Karika-

tur eines Schriftstellers, selbst in Niflheim dilettierten Sie naiv vor sich hin, dessen bin ich sicher! Entfernen Sie sich so-

fort! Hinfort!“. Hier holte der erstaunlich feiste Mensch nochmals tief Luft, um für die alles überbietende Schlusspointe

die nötige Grausamkeit, den erforderlichen Nachdruck aufbringen zu können – jetzt wollte er mich mit seiner glänzen-

den Rhetorik vernichten und sagte (seine umfangreiche Brust  wölbte sich gewaltig dabei): „Sie inkompetenter, bor-

nierter Flegel, Sie Lümmel! Sie nichtsnutziges Insekt! Stümper, Amateur, frechdreister Katatoniker! Sie sind nicht ein-

mal die Briefmarken des Ablehnungsschreibens wert, Sie Witzblattfigur und Haderlump! Was Sie hier anzubieten wagen,

Sie… Sie Anti-Hermeneutiker, ist wohl das miserabelste, schlechteste und grausligste Manuskript, das unser Haus seit

der Gründung vor 120 Jahren zu sehen bekommen hat, Sie Doppel-Kretin!“. Hochrot im Gesicht, wild mit den Armen

rudernd, schwer nach Luft röchelnd, sackte Feinrippl wie in Zeitlupe in sich zusammen, machte noch eine unbestimmte

Bewegung mit dem linken Arm – so, als wolle er mir etwas an der Holzdecke des exquisit eingerichteten Zimmers zeigen –

stützte sich noch kurz am grossen Mahagoni-Arbeitstisch ab und glitt dann mit grotesk-erstauntem Gesichtsausdruck rück-

lings in seinen Sessel. Dort angekommen, ich stand die ganze Zeit starr am Fenster und sah einem Pärchen zu, das sich

auf der Strasse abwechselnd Ohrfeigen gab, quetschte der grosse Verleger noch ein letztes „Uorfflmphhhhd“ hervor und

verschied. Mit diesem letzten Seufzer rutschte Feinrippl aus dem Sessel und damit zu Boden. Ich wandte mich von jenem
Pärchen mit der schlagenden Verbindung ab und stieg nonchalant über den jetzt leblosen, mächtigen Körper Feinrippls
hinweg, nahm mein Manuskript an mich, strich den bemängelten Satz durch und schrieb mit dem gefürchteten Füllfeder-

halter des Verlegers in roter Tinte an den Rand (und es durchfuhr mich wie ein Blitz; eine kreative Phase): Sah oder roch

Mechthilda Treugeböhla-Zabeltitz Hüttenkäse, bedeutete dies für sie das wohl grösste Glück auf Erden. Glitschte sie je-

doch mit beiden Händen tief hinein, so fühlte sie im selbigen Augenblick auch das höchste, unvergleichlichste und abso-

lute Glück, jedoch gepaart mit Lustschaudern – eine Erregungsphase, in welcher sie auch schon einen Höhepunkt ge-

habt hatte. Heute musste sie in der ererbten Firma des lange schon verstorbenen Vaters Entlassungen vornehmen, da-

her glitschte sie gute 40 Minuten im Hüttenkäse, bis sie sich endlich entschloss, die unangenehme Pflicht hinter sich zu

bringen. Eines Tages würde sie sich, so ihre Gedanken während der Fahrt zur Firma, ein Ganzkörperbad mit Hüttenkäse

gönnen, es war nur noch eine Frage der Zeit. Süsse Lust der Vorfreude liessen ihre Wangen sanft erröten. Sie kamen an

der Firma an. Der Chauffeur öffnete mit versierter Grandezza den Schlag der grossräumigen Limousine. Im Werk liess sie
sofort Ihren technischen Direktor kommen. „Herr Röchler, ich bin mehr als unzufrieden. Seit vielen Monaten bemerke ich

gegenüber der Firmenleitung, also mir, zum Teufel, neben erheblicher Insubordination, neben Insuffizienz und Insimula-

tion auch noch eine Form der, sagen wir es direkt hinaus, Insurrektion. Und ich vermute, dass Sie, Röchler, der Herr In-

surgent sind! Äussern Sie sich! Nehmen Sie Stellung, Röchler!“. Röchler schien kleiner zu werden. „Wir bemühen uns alle

nach Kräften, Frau Direk…..“. Treugeböhla-Zabeltitz würgte ihn rigoros ab: „Schnick-Schnack, Röchler, hören Sie auf mit

Ihrem haltlosen Gewäsch – noch heute räumen Sie und weitere 11 Aufrührler und Insubordinations-Kaiser ihren Platz in

diesem Betrieb. Haben wir uns verstanden? Sie sind fristlos gekündigt!“. Hier brach ich ab. Zufrieden schloss ich den ed-

len Füllfederhalter und drückte die Sprechtaste: „Hallo, Frau Fasching, kommen Sie bitte? Ihrem Chef geht es augenschein-

lich nicht so gut!“. Kaum war der Satz verklungen, hechtete eine klapperdürre, ältere Dame schreckensbleich in den Raum.

Sofort kniete sie neben dem Toten und schüttelte an ihm herum. „Herr Feinrippl, um Himmels willen, was ist denn? Hören

Sie mich, Herr Feinrippl?“. Ich meinte nur lakonisch: „Rufen Sie einen Krankenwagen! Das sieht nicht gut aus“. Dann gab

ich mein Mega-Manuskript in das Fach „Genehmigt“ und stieg erneut über den Leichnam, strebte der Tür zu. Der Verstor-

bene sah nun überhaupt nicht mehr zum Fürchten aus. Ich winkte noch kurz in Richtung Fasching, dann verliess ich die

hoch heiligen Hallen meines Verlags. Prima, das Manuskript war genehmigt worden. Ich freute mich. Jetzt ein weiterer

Besuch in diesem Hause. Mit dem Fahrstuhl liess ich mich in die 12. Etage befördern. Dort war das Inkasso-Institut „Dur-

ham & Roswell“ ansässig. Die gesamte Etage wimmelte nur so vor Menschen. Man sah deutlich, wer als Bittsteller kam,

wer Angestellter war und wer hier das Sagen hatte. Bekümmerte Miene, gebückte, devote Haltung = Bittsteller. Aufrech-

ter Gang, missbilligendes, leicht arrogantes Gesicht = Angestellter. Die Chefs? Blasiert, die Bittsteller kaum wahrneh-

mend, überheblich, deutlich angewidert und extrem auf Distanz zum Pöbel bedacht. Nie würde einer der Chefs hier ei-

nem der Bittsteller die Hand reichen, nie! Ich wollte zu Roswell, müde klopfte ich bei ihm an. Träge durchmass ich den

riesigen Raum bis hin zu Roswells Schreibtisch. Roswell deutete auf den Besuchersessel. „Neuigkeiten, Nietzsche??“.

„In der Tat, Herr Roswell, in der Tat. Ich habe soeben bei Feinrippl ein recht ansehnlich dickes Manuskript durchge-

bracht. Es geht aufwärts! Ich werde in Kürze in der Lage sein, Ihnen Ihre 24.000 EURO zurück zu zahlen, sehr bald!“.

Roswell brach in wieherndes Gelächter aus. „Nietzsche, hören Sie, Sie taugen als Autor nichts, das hat mir Feinrippl

selbst gesagt. Und nie, hören Sie, nie würde er eine Ihrer entsetzlich drögen, stinklangweiligen und überaus scheuß-

lichen Ideen in Buchform veröffentlichen – nie!“. Prustend vor Heiterkeit fuhr Roswell fort, sichtliches Vergnügen zei-

gend am restlosen Zermalmen eines zarten Pflänzchens, welches Hoffnung hiess: „Versuchen Sie doch mal was ab-

solut Neues, Nietzsche – versuchen Sie die in diesem Genre übliche Art und Weise zu kopieren, Wörter und auch gan-

ze Sätze in sinnvoller Kombination aneinander gereiht zusammen zu stellen, wäre das nicht mal ein guter Ansatz???“.

Der schwergewichtige Mensch dort lag mehr im Sessel als darin zu sitzen. „Feinrippl sagt über Sie, Sie seien bar jeden

Gedankens, auch nur einen einzigen Satz so nieder zu schreiben, um ihn der, sagen wir mal, Trivialliteratur zuordnen

zu können. Ihr Skribententum höhnt jeder geschriebenen Zeile, entbehrt jeglicher Grundlage, ist demnach schlichtweg

Makulatur. Das ist leider Fakt, Sie peinlicher Sudelhannes, Sie. Pegasus wirft Sie doch permanent ab, nicht wahr???“.

Nun konnte sich Roswell vor Vergnügen kaum noch in seinem Sessel halten, so sehr krümmte und schüttelte es die
massige, unförmige Gestalt des Inkasso-Unternehmers in den Siebzigern. Prustend, schnaufend und gestikulierend

bäumte sich der gewaltige Körper erst heftig auf, um hernach ganz klein in diesem feudalen Ledersessel zusammen

zu sinken. Die Augen rollten wild, der Greisenkopf wackelte bedenklich halslos vor und zurück, glucksende Geräusche

entfuhren dem weit aufgerissenem Rachen, der Schädel in sattem Magenta liess die Gesichtszüge plötzlich einfrieren,

der Körper erschlaffte vollends, dann wurde das Gesicht starr. Roswell wirkte auf mich wie ein toter Clown, dem man

eben noch befohlen hatte, heftige Heiterkeit zu verbreiten, obschon man ihm Dutzende von glimmenden Zigaretten auf

den Oberarmen ausdrückte. Die Augen starr, Blut tropfte aus dem linken Ohr, Roswall war soeben verstorben. Ich ging

nunmehr leichtfüßig zu seinem PC, tippte meinen Namen ein und löschte den Eintrag. Der PC piepte nur kurz - ganze

24.000 EURO Schulden hatte ich soeben getilgt. Keine Schulden mehr – und mein Buch würde im nächsten Monat er-

scheinen, alles lief bestens. Soeben betrat Durham, sehr elegant gekleidet, das Büro seines Partners. Gut, dass ich die
Transaktion bereits beendet hatte und nun, etwas hilflos, neben dem toten Roswell stand. Fassungslos blickte Durham...

...mich an, blickte dann auf Roswell, sah dann wieder mich an, mehrere Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Ich machte eine abwehrende Handbewegung. „Hab´ ihm nichts angetan, Mr. Durham. Er griff sich plötzlich ans Herz, Sir, dann sackte er zusammen, ich weiß beim besten Willen nicht, was ihm fehlt!“. Durham, total erblasst, bückte sich etwas und brüllte Ros- well in das blutende linke Ohr: „Ey Ross, come on, man, Ross…Hey, what the bloody hell is the matter with you, old son?“. Ich hatte die Erklärung für Durham. „He´s gone, Sir, your Partner´s gone!“, sagte ich im besten Schul-Englisch, denn, das wusste ich, Durham sprach nur sehr schlecht Deutsch. Verwirrt sah mich Durham an. „Dead? Fucking dead?“. „Yes, Sir, fucking dead. I think, he was a sarcastic, boastful and very selfish man – now he´s got what he deserved! That bloody bastard!”. Durham erwiderte scharf, immer noch in gebückter Haltung: “Don´t you talk crap about a dead person, don´t you?“. Doch ich hatte mit dem Fall abgeschlossen. „I´ve paid my debt, Mr. Durham, so you won´t see me again. Have a nice day!”.

Hurtig strebte ich dem Ausgang zu, während Durham immer noch fassungslos in einer Art Stakkato-Englisch in des Leich-

nams Gehörgang eindrosch. Schmunzelnd fuhr ich mit dem Fahrstuhl zum Erdgeschoß. Dies war doch nun wirklich ein

mehr als erfolgreicher Tag – dies war ein Super-Hyper-Mega-Doppeltgeiler-Spitzen-Sonnenschein-Happiness-Tag vom

Allerfeinsten! Ich hatte endlich mal Glück. Ich, der wohl bis dato größte Loser aller Zeiten, ich hatte endlich einmal Glück.

Draußen auf der Straße angekommen, fror ich, es war in letzter Zeit doch recht kühl geworden. Ich brauchte unbedingt
meinen Mantel. Der war in der Reinigung. Ich nestelte den Zettel hervor und suchte das Geschäft auf. Insgesamt 6 Mit-

arbeiterinnen suchten verzweifelt meinen Mantel und fanden ihn nicht. Er war einfach nicht mehr da. Ich war mantellos!


 
 

(Padiamenope Ba Pallawatsch, zu Ehren des großen F. Kafka!)© Gherkin

 

WER SAGT DENN, DASS KANINCHEN IMMER NIEDLICH SEIN MÜSSEN???

„Dies frühzeitige Aufstehen macht einen ganz blödsinnig! Der Teufel soll das alles holen! Tagaus, Tagein auf der Reise...“. Der völlig übernächtigte junge Mann hatte sich mehr ins Bad gehangelt, geschleppt; schlurfend und keuchend war er vor den Badezimmerspiegel mit üppigen Ausmaßen getreten. Noch wagte er nicht, in den Spiegel zu sehen. Greg hatte es nicht glauben können, als der Wecker vorhin klingelte. Nur sehr selten mußte er mehr als 4 x die „snooze“-Taste drücken. Heute
morgen hatte er sie gleich 6 x gedrückt. Greg dachte, mit geschlossenen Augen: Warum habe ich einen so jämmerlich großen Badezimmerspiegel gekauft? Diese tägliche Begegnung mit mir selbst, in diesem Ausmaße, das ist Masochismus pur, das ist nahezu unerträglich. Du lieber Himmel, es mußte schon 7:30 Uhr sein, er hatte sich zu sputen. Der Selthentrunck-Auftrag... Der ICE nach Frankfurt um 8:11 Uhr, der Vorbericht, den Greg noch nicht einmal zu einem Drittel ins Notebook gehämmert hatte, lustlos, uninspiriert, ohne jede Motivation. Er war dies alles so leid, er hatte es so satt! Da klopfte es an der Badezimmertür. Die Mutter. Er erkannte sie sofort an ihrer Art zu klopfen. Zögerlich, kaum hörbar, aber stetig und mit dem Knöchel des linken Mittelfingers, zaghaft und leicht. Er rief: „Ist gut, Mom, ich beeile mich schon... Ich weiß, bin spät dran!“. Sofort verstummte das leise, huschende, leicht tropfende Geräusch. Ob ich die Augen jetzt öffnen sollte, fragte sich der junge Reisende. Ich werde sie bei 12 öffnen. Langsam begann er zu zählen. Er kam jedoch nur bis zur 6. Da klopfte es fordernd, kräftig, unbarmherzig laut und viel zu energisch für diese frühe Stunde. Es war der Vater! „Gregor, hörst du mich, hatte ich dir nicht gesagt, dass dein spätes Zubettgehen Probleme zeitigen würde? Habe ich dir nicht immer wieder gepredigt, dass du, wenn dein verdammter Arsch erst
um 2 Uhr morgens das Bett findet, den Job nicht wirst zum Vorteil aller, vor allem deiner Familie, ausüben können? Hatte ich dich nicht gewarnt?“ Gregor murmelte: „Ich bin in wenigen Sekunden fertig, reisebereit und völlig fit!“ Und er log munter weiter: „Den 8:11 Uhr Zug bekomme ich lässig, Vater!“ Und hinterher schickte er sogar noch, deutlich lauter: „Ich bin ja schon lange auf, Dad!“ -–- Doch noch immer hielt Gregor seine Augen verschlossen. Er wartete auf eine günstige Gelegenheit, sie zu öffnen. Wenn denn auch die Schwester klopfen sollte, so öffne ich mein Augenpaar, so Gregor zu sich selbst. Keine 3 Minuten später klopfte es. Wieder ein völlig anderes Klopfen, weniger hart als der Vater, deutlich klarer in der Linie als die Mutter, weniger leidend, und doch längst nicht so harsch, böse und anklagend wie das Hämmern des Vaters. Dies war Margarethe, seine Schwester, niemand sonst. Noch bevor Grete etwas sagen konnte, rief Gregor, übertrieben laut: „Kannst gleich ins Bad, Schwesterlein! Bin soeben fertig geworden!“. Er fragte sich, warum er so dreist log, gänzlich ohne jede Not. Dies Phänomen kannte er nur zu gut. Fragte der gestrenge Chef, ob dieser oder jener Auftrag bereits abgeschlossen sei, ob er die Fahrt nach Fürth oder die Reise nach Canossa erfolg-reich erledigt habe, so log er frisch und locker, fast flockig leicht, unverschämt und kühn: „Aber ja, lieber Chef! Alles bereits in trockenen Tüchern... Die Berichte faxe ich übermorgen!“ Übrigens, ein Ausdruck, der ihm stets viel Freude machte – >alles in trockenen Tüchern<. Nein, Gregor wußte nicht zu benennen, warum er, auch ohne jeden Grund, ohne Motivation und ohne jeden Nutzen log, so oft es nur ging. Selbstverständlich fiel er regelmäßig damit, in aller Regel sehr häufig bei den Familienmitgliedern, auf die Nase. Doch es gab gerade in letzter Zeit auch einen Kollegen, der Gregors Masche durchschaut hatte und gewillt war, ihn, rein aus Konkurrenzgründen, fertig zu machen, die Handlungen und gewagten Manöver zu konterkarieren, ihn bei jeder sich bietenden Möglichkeit anzuschwärzen, auszubooten, zu mobben und zu diskreditieren. Erst vor einem Monat hatte sein Chef
ihm mehr als deutlich gemacht, ‚er habe seine Reputation beinahe restlos verspielt’, nachdem, eben durch jenen durchtriebenen Kollegen, heraus gekommen war, dass diese „Schrippendoorn-Akte“ keineswegs, wie von Gregor vorschnell behauptet, erledigt worden war. Und die Dringlichkeit dieser Angelegenheit war vom Chef mehrfach ausdrücklich betont worden, Gregor hatte dies in fast schon unverschämter Manier ignoriert... Als ausgemachter Prokrastianer lebte Gregor ständig „on the edge“.
Das Klopfen seiner Schwester, stets mit den Knöcheln des rechten Zeige- und des Mittel-Fingers zusammen ausgeführt (der Vater nutzte die Faust, es war dies ein klares Wummern, kein Klopfen!), hatte sofort aufgehört, obschon jeder der drei Familienmitglieder die dreiste Lüge als eine solche ohne jede Zeitverzögerung prompt zu erkennen ahnte/wußte, absolut direkt und ohne weiteres zu entlarven verstand, was G. beruhigte. Kompliziert, sehr komplex und sublim grotesk erschien diese

Konstellation, die Hierarchie innerhalb der Familie. Denn Gregor war das einzige Familienmitglied mit Einkommen. Daher durfte man ihn zwar wegen seines Lebenswandels kritisieren, in ihn dringen und ermahnen, aber die Lügen und Behauptungen in letzter Konsequenz nicht anprangern, da Greg schließlich alle 4 sehr komfortabel zu versorgen wußte. Kleinere „Gefälligkeiten“ für den einen oder anderen wurden mittels eines Zettels „angefordert“; diese keineswegs so unschuldigen Freuden und Belohnungen ließen diesen Familienstatus als „schwebend“ erscheinen, konnten jenes komplizierte Gebilde tragen, entlang der Reihe recht bizarr anmutender Lebenslügen und komplett unverfrorener Schutzbehauptungen. So war der Vater angeblich eines Kriegsleidens wegen nicht in der Lage, einer Arbeit, gleich welcher, nachzugehen. Jeder in dieser Familie wußte, dass der Vater 1948 geboren worden war. Die Schwester, keck und dreist, tönte gar: „Ich lehne jedwede körperliche Betätigung rigoros ab!“ – Und die gute Mutter, die Sanfte und Scheue, sie war mit Herz und Seele Hausfrau, konnte sich überhaupt nicht vorstellen, etwas anderes zu tun, als für ihre Familie da zu sein, bemüht und angestrengt, aber auch völlig sinnfrei, da Gregor putzte, kochte, und die Wäsche der kompletten Familie zur Reinigung brachte und auch wieder abholte. War er länger als 3 Tage geschäftlich verreist (was er aus bestimmten Gründen zu vermeiden und zu verhindern suchte), war das Chaos, das er dann Zuhause antraf, immens und in jedem Falle sehr komplex. Daher erstarb das Klopfen seiner Schwester auf der Stelle. Um nun die eigenen dreisten Lügen weiterhin auftischen zu dürfen, hatte die „Zettelwirtschaft“ Einzug gehalten. Auf den gelben Klebezetteln, die man Gregor an den Türrahmen zu heften pflegte, vermerkte jedes Familienmitglied mit einem jeweils anderen Farbtextmarker
(Grete nahm blau, die Mutter rot, der Vater schwarz – wobei die Schwester stets 3 Ausrufezeichen
setzte, die Mutter nur einen Punkt, der Vater gar 6 Ausrufezeichen hinter die Wünsche/Forderungen
pflanzte) den Wunsch, an die Hoffnung geknüpft, er möge baldmöglichst in Erfüllung gehen. So fand
Greg Zettel vor wie „Playstation 3“ (Grete) oder „Bierzapfanlage“ (Dad) und „Senseo“ (Mom). Vor
gut 3 Jahren hatte er eine sündhaft teure Waschmaschine gekauft, aber die Mutter behauptete, sie
“sei rein gar nicht zu bedienen... So viele Knöpfe...“. Auch Grete sah sich außerstande, das Modell
Bio 2012 in Gang zu setzen. Ergo verdiente die Reinigung um die Ecke weiterhin ein feines Sümm-
chen an Gregors Familie. Es wurde Zeit, die Augen zu öffnen. Den 8:11 Uhr Zug konnte Greg jetzt
vergessen. Er würde gezwungen sein, den Chef anzurufen, um ihm eine krude Story über Wasser-
einbruch, Chaos und Evakuierungsmaßnahmen aufzutischen. Was für ein Leben, seufzte Gregor,
als es erneut klopfte. Grete rief: „Gregor, mach auf, ich beschwöre dich!“ Und er öffnete die Augen.

Ihn sieht, aus dieser imposant großen Spiegellandschaft, ein riesiges Zwergkaninchen an, ruhig und
ernst, aber mit deutlich zynischem Gesichtsausdruck, welches die rechte Augenbraue jetzt gerade so
immanent hochmütig hebt – und sie beständig dort oben beläßt. Der Gesichtsausdruck ändert sich
jetzt. Das Kaninchen schaut keck und fordernd, in leicht nach links geneigter, schiefer Kopfhaltung,
die gewaltigen Schlappohren zappeln kurz, der Blick ist jetzt eher spöttisch; das Tier zieht gerade
eben die Oberlippe hoch, zeigt dabei große, gelbe Hauer. Das Kaninchen sieht Gregor unverwandt
an, der Blick ruht permanent auf ihm, beobachtend, Gedanken sezierend, erkennend, klug und sehr
beunruhigend. Gregor sieht lange, gänzlich ohne zu zwinkern, sehr lange in diesen hell beleuchteten
Spiegel (warum zum Teufel hatte er dieses Lichtspektakel zum Spiegel einbauen lassen?), die kleine
Plüschnase zuckte unaufhörlich. Gregor kann den Blick nicht abwenden, immerzu muß er auf diese

zuckende Kaninchennase sehen. Greg hat den Eindruck, wenn diese Nase zu zucken aufhört, so
werde auch sein Herzschlag aussetzen. Eine plötzliche, aber sehr beunruhigende Eingebung. Und
so starrt er auf dieses Näschen. Es reizt Gregor sehr mächtig, diesem zynischen Zwergkaninchen
mal so richtig eine reinzuhauen. Er beginnt, in sich eine heftige Wut auf dieses Tier anzusammeln,
ohne eigentlich genau zu wissen, warum er das Tier zu verabscheuen begann. Die Wut kriecht förm-
lich an Gregor hoch, erreicht seinen Adamsapfel – er schluckt sehr intensiv, wobei sein Adamsapfel
einen grotesken Tanz vollführt, gute 10 Zentimeter erst hoch, dann abrupt wieder hinunter fährt. Es
ist ein Albtraum. Wie in aller Welt kommt dieses Riesenzwergkaninchen in sein Badezimmer? Greg
spürt, dass sich auf seiner Nase ein paar winzig kleine Schweißtröpfchen bilden, ganz vorne, dort,
wo er sich in der letzten Zeit einiger kleiner, sehr störender Härchen wegen zu rasieren begonnen
hat. Aber da – jetzt, eben macht das Kaninchen etwas, in der Ausführung wie bei einem slow motion
Film, aber bereits in der Entstehung von Gregor erkannt, jetzt macht das Kaninchen etwas, was bei
Greg einen Impuls auslöst, einen heftigen Widerstand... DAS kann Gregor nicht aushalten. Diesen
Bewegungsablauf haßt er seit seiner frühesten Kindheit! Das Kaninchen hebt ganz langsam, dabei
den Blick nicht eine Sekunde von ihm wendend, die große rechte Pfote zum Faschistengruß. Gänz-
lich ungerührt schauen ihn diese Augen an – es ist der Blick des Mörders, kühl und unbarmherzig,
der um seine frevelhafte Tat in der Ausübung dieser sehr wohl weiß, den Vorgang des Erwürgens je-
doch zu keiner Sekunde unterbrechend, nie in der Bemühung um den Tod des Opfers nachlassend.
Das baldige Todesopfer, längst nicht mehr in der Lage, lauthals zu protestieren oder um Gnade zu

winseln, nur mehr über den Augenkontakt zu flehen, um das Unterbrechen des schändlichen Han-
delns zu ersuchen, zappelt schlapper werdend unter dem Griff des Meuchlers – eben jene Sekunde
ist es, kurz vor dem Brechen der Augen, die der Mörder so genießt; größer als zu jener kurzen Zeit-
spanne, da der Körper vollends erschlafft, größer kann seine Macht über das Opfer nie sein, gerade
jetzt muß er jede letzte Bewegung, jedes Augenflackern in sich aufnehmen, eben jetzt, da auch das
letzte Aufbäumen, die letzte Abwehr völlig sinnlos erscheint, weil der Kampf aussichtslos zu werden
droht, ist das Vergnügen des Täters das höchste. Diesen kurzen Moment genießt jeder Mörder, sofern
er bei klarem Verstand und bar jeglichen Schuldgefühls handelt, nur mordend um des Mordens willen –
lustvoll, genießend, kaltherzig, so paradox dies auch erscheinen mag, denn das Herz des Mörders
pocht und schlägt so gewaltig wie beim Liebesakt, kurz vor dem Höhepunkt. Und dies ist orgiastisch.

Gregor kann Faschisten nicht ausstehen.... Seit er die ersten Bilder von den Aufmärschen, den Kund-
gebungen d. Nationalsozialisten im Hitler-Deutschland sah, seit er den fanatischen Gesichtsausdruck
der wilden Horden zur Kenntnis genommen, das braune Gedankengut schon als kleiner Junge im Ge-
schichtsunterricht vermittelt bekommen hatte, war er ein entschiedener Gegner dieses Regimes, des
Alt- und Neo-Nationalsozialismus geworden, der alle Symbole, Embleme und Gesten, alle widerlichen
Runen und Bräuche, den Gleichschritt und die Musik, von den Märschen bis hin zu Richard Wagner,
zu hassen begonnen hatte. Guido Knopp hatte ihm diese Albträume geschickt. Und er war dankbar.

Gregor ballt die rechte Hand zu einer Faust, dass die Knöchel weiß zu werden beginnen, er fletscht
die Zähne, schreit ein langes, gellendes „Nein!“ und schlägt zu in seiner Wut. Und mächtig trifft seine

kraftvoll geschleuderte Faust das Kaninchen, mitten hinein in diese widerlich zynische Fellfresse! Mit
einem scheppernden Krachen zerbirst der Spiegel, Gregors rechte Hand blutet, 2 Splitter gar stecken
noch in ihr – Greg merkt es gar nicht. Das Zwergkaninchen ist verschwunden. Greg schließt die Bade-
zimmertür auf, vor der sich, angstvollen Blicks [die Mutter hält den rechten Arm angewinkelt vor ihren Augen, als Schutz vor entsetzlichen Bildern, die jener Schrei und der nachfolgende Lärm hinter dieser Tür hatten vermuten lassen], seine Familie versammelt und ihn stumm vor Furcht erwartet hatte. Flott vorbei an der Parasitenbrut, Gregor rennt im Schlafanzug und Plüschbademantel die Treppe hinunter und hinaus, nur schnell hinaus ins Freie. Er bemerkte, dass er irgendwie ungelenk, sehr plattfüßig, die Straße entlang lief. In Panik erkannte er es jetzt. Da, unten, aus dem Bademantelsaum heraus, lugten gewaltige Kaninchenhinterläufe heraus, sicherlich wenigstens Größe 60. Und Greg hoppelte weiter....

Der Stationsarzt Dr. Gerfried Jan Bedenkirch betrat, wie immer, forschen Schrittes die geschlossene Abteilung der Psychiatrie innerhalb der Landesklinik, was stets zur großen Erheiterung des Personals, auch am frühen Morgen, selbst nach einer so langen, stressigen Nacht wie dieser, beitrug; ja, dieser leicht wippende Gang, die so herrlich tanzende Stirnlocke, der keineswegs beabsichtigte „Stechschritt mit Musik“, wie es Schwester Gerlinde gerne ausdrückte, ein wiegender, seltsam weich und dennoch in der Komplettansicht so forsch ausgeführter Schritt, Raum greifend und immens Eindruck schindend, die Persönlichkeit des Stationsarztes fein umschliessend, ein kantig-softer Gang, den Charakter des 55jährigen Arztes hervorragend, treffend einfangend, „ein Marshmallow-Oberstabsfeldwebel“, so die Sicht des Klinikchefs Dr. Reiszendoerffer. Bedenkirch dröhnte, munter die lebhaften Äuglein rollend, beinahe peinlich gut gelaunt, exakt um 5:57 Uhr in den gewaltigen Besprechungsraum, wo eine recht muntere Mischung aus übernächtigten, völlig erledigten – und hellwachen, gerade den Frühdienst aufnehmenden, munter plappernden Angehörigen des Mitarbeiterstabs auf ihn wartete. Wie jeden Morgen warf Bedenkirch mit einem unnachahmlichen Schwung, begleitet von der linken Hand, seine Stirntolle nach hinten, setzte die getönte Brille im gewagten Design auf, ließ seine Augen kurz über jede Gesichter-landschaft der hier Anwesenden streifen, so, als wolle er den jeweiligen Gemüts- als auch den Auf-merksamkeits-Status exakt prüfen, als wolle er Physis und Psyche gleichwohl „scannen“, analysieren und hernach seiner Körper eigenen Festplatten-Datei einverleiben. Jede Bewegung, jeder Blick, jeder Satz, ob Mimik oder Gestik - alles an Dr. Gerfried Bedenkirch atmete Energie, Tatendrang, Freude an seiner Arbeit „am Menschen“, wie er es gerne ausdrückte, Leistungsstärke und Problemlösungswillen aus. Wer Bedenkirch die Hand zu geben gezwungen war, ja, der verzog stets für einen Bruchteil einer Sekunde das Gesicht, so fest und stringent fiel der Händedruck des Stationsarztes aus. Klinikchef Dr. Reiszendoerffer hatte auch dafür einen passenden Ausdruck: „Der Strobolight-Handshaking-Quickie“!

„Was liegt an? Schwester Gerlinde?“ Die Frage war gleichzeitig Aufforderung. Die weniger bestimmte als vielmehr eher freundlich-joviale Schwester, dennoch in aller Demut der wuchtigen Präsenz und der Ehrfurcht gebietenden Persönlichkeit des Arztes Bedenkirch treu ergeben, wenngleich nicht unkritisch, hub an: „Vier Neuzugänge - 3 Männer, 1 Frau. Lasch ausgeführter, etwas halbgarer Suizidversuch bei der Frau, Unterarme mit Ritzern übersät, teilweise vernarbt, teilweise frisch, nahm wohl rund sechzig Doxepin der Stärke 50, übliche Vorgehensweise, eingeliefert vom Ehemann, in der 21 untergebracht, stabil. 2 der Herren sind uns gut bekannt, Bülting, liegt in der 35, brachte imponierende 5,1 Promille mit, zunächst ohne Maßnahmen, nur zum Ausschlafen bei uns, teilfixiert, ja, und Findteisen, Jochen – wieder einmal zu Besuch, randalierte völlig betrunken vor dem Rathaus und schrie in einer Tour (liest ab): „Merkel, du verdammte Drecksau, komm raus, ich warte hier auf dich... Ich harre deiner, du... du Abziehbildchen einer Bundeskanzlerin! Ich bin hier! Komm her, wenn du dich traust!“ Und so weiter, etc. pp.! Wir kennen das zur Genüge. Früher war es Schröder, davor der Kohl, jetzt eben die Merkel. Erste Entzugserscheinungen, Jo Findteisen bekam Distraneurin, in der üblichen Dosis, schläft sanft wie ein Rehkitz, teilfixiert, liegt in der 37. Der dritte Mann war gestern zum ersten Mal hier, er heißt...“, Schwester Gerlinde schaut auf den Anamnesebogen, „Gregor Samsa, ist noch recht jung, halluziniert, Verdacht auf paranoide Schizophrenie, in der 9, Komplettfixierung, von Beruf Handelsreisender, in der Bahnhofstoilette aufgefunden worden, in, was steht hier?, verwirrtem Zustand, möglicherweise auch jahrelanger Medikamenten- und Drogen-Abusus. Stabiler Zustand. Glaubt, ein, äh, Kaninchen zu sein. Er murmelt unablässig ‚Selthentrunck, Schrippendoorn, 8:11 Uhr, ICE Frankfurt, und Metamorphose’!“.

 


Ach ja...

Sophistisches, pikareskes Raillieren!! Affable, affrontierende Defäkation zu meiner eigenen Eudämonie! Genialischer Galimathias! Juvenalisch-kohärentes Konvolut von Ihrem maliziösen Maitre de Pläisir exorbitante!!! Homunkulus Hybris Nihilistus! Magister Padiaménopé Ba Pallawatschs Oblomowerei proskribiert seine Cucumberian Chuzpisms: „NEBBICH!"

 

 

Wie man jetzt aus unveröffentlichten Geheimberichten der ca. 12000 unserer Bundesligascouts hören musste, trainieren einige Bundesligastars ihren Torjubel rund 1 Stunde lang am Tag. Das geht von der 3. Liga bis hin zur Bundesliga. In der 3. Liga soll angeblich Orlando mehr als 90 Minuten täglich am "Moonwalk-Torjubel" arbeiten, die Stars von Bayern München üben täglich bis zu 2 Stunden, wogegen sich Raul & Co. vom Deutschen Vize-Meister nur etwa 75 - 90 Minuten vor der Spiegelwand produzieren, um all die Salti, Flic Flacs und die unzähligen Schwing-, Schaukel- und Pfostentanzereien einzustudieren. Sitzt der Torjubel, erhöht sich der Marktwert eines Spielers um fast 50 %, so einer der Berater, Manager und "persönlicher Freund" eines hier nicht genannten Soccer-Stars (Mönchengladbach, fängt mit I an).

Einen Verein, respektive Spieler, der gar keinen Torjubel einstudiert, findet man erst in der D-Jugend im hessischen Schöllkrippen. Wir sind sehr dankbar dafür. Und jener Herr, dessen Namen mit einem "I" beginnt, der uns einen "heißen Tanz versprochen hat, sollte er am ersten Arbeitstag bei seinem neuen Club treffen", versagte kläglich. Sein (hmm) Tänzchen war mehr als lau, er ist voll abgestunken...

 

Von den Indern bin ich enttäuscht. Ich dachte immer, sie seien ausserordentlich intelligent, jeder Inder habe einen IQ von rund 160 Minimum. Ich hatte stets Ranga Yogeshwar vor Augen, wenn ich an Inder dachte. Jetzt muss ich leider erfahren, dass sie leider (wie wir alle) strunzdoof sind. Warum diese Erkenntnis? Woher? Peter von Frosta, der Alleskönner, das non plus ultra auf allen Ebenen, in allen Wettbewerben, brachte diese Erkenntnis. Im Frosta-Werbespot ruft Sharif seinen Herrn und Meister Peter an und fragt: "Kannst du mir nochmal dein Reinheitsgebot erklären?" Peter erklärt geduldig: "Reine Natur, keine Chemie!" Jetzt hat Sharif begriffen und kocht sein Bami Goreng endlich richtig. Wir halten fest: Sharif fragt WIEDERHOLT nach dem Gebot, er hat also mindestens 3 x, wenn nicht 4 x bei "Papa Peter" angerufen. Weiter halten wir fest: Sharif war nicht in der Lage, sich den Satz "Reine Natur, keine Chemie!" zu merken. Dieser Satz erscheint uns nicht übermässig kompliziert. Ich habe ihn meiner Nichte (8 Jahre) 2 x vorgesagt - und sie konnte ihn prompt und fehlerfrei rezitieren. Erstaunlich, das Mädel! Ich bin sehr sehr stolz auf sie. Weniger stolz bin ich auf Sharif, der nicht nur einen sehr drömeligen Eindruck hinterlässt, sondern darüber hinaus für sein schleimiges, etwas peinliches Verhalten seinem Mentor, Boss und Gönner Peter gegenüber, deutlich gerüffelt gehört. Was soll man sagen? Es relativiert sich mal wieder: Die Inder sind völlig normale Leute und kein bisschen besser oder intelligenter als wir "Normalos":
http://www.frosta.de/aktuelles/tv-spots/


(HIER KANNST DU DIR [KÖNNEN SIE SICH] DIESEN SPOT SELBST ANSCHAUEN)

IM NACHFOLGENDEN wird dem kompletten Wahn-, Mutter-, Irr- und Aberwitz Raum gegeben. Seien Sie also gewarnt, es wird schrill und herb!

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2009-2010 ©GHERKIN 

Absinth – Genuss und Verdruss – oder ‘Dancing Red Flashing Point’ (von Gherkin) 

 

Nachdem Caspian I. Eiderdaus zum zweiten Mal vor den Kadi zitiert worden war, weil er eine ‚nicht unerhebliche Menge’ Cannabis-Produkte bei sich führte, und der Richter in Kleve mehr als sorgenvoll auf das klägliche Häufchen Elend hinab gewettert und gepoltert hatte, nahm sich der Beschuldigte vor, nunmehr endlich drogenfrei in das Jahr 2010 zu taumeln. „Es gibt ja immerhin noch den Alkohol. Guter, alter Freund Alkohol, sei herzlich begrüßt nach diesen 8 Jahren der Hardcorekifferei! Ich habe dich zwar kaum vermisst, aber jetzt, heute, sage ich „hello again“, da ich aus der Not eine Tugend zu machen weiß. Aufs Räuscherl zu verzichten fällt mir im Traume nicht ein, sinnierte Caspian, doch jetzt wird ganz legal gesumpft….. Die DVD mit dem exzessiv-orgiastischen Treiben des Johnny Depp in „Fear & Loathing in Las Vegas“ wurde entsorgt, es wurde hierfür gekauft: „Hangover“ mit Ed Helms. 2 Sixpacks und eine Buddel ‚Leberkleister’ waren rasch besorgt, dann prostete sich Caspian im Spiegel selbst zu: „Hau´ wech die Scheiße!“ und wusch – elegant sind die Flüssigkeiten entsorgt worden. Nein, geschmeckt hatte es ihm nun nicht gerade, aber die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Wen interessiert denn, wie es schmeckt, wenn nicht einmal 24 Sekunden nach dem Einfüllen der Plörre in die hierfür vorgesehene Öffnung das Räuschlein auf frechen Sohlen um die Ecke geschlichen kommt? Genau, keinen, absolut niemanden. Harald Schmidt: „Was interessieren mich Öchsle, edle Abstammung und Charakter? Mir kommt es nur auf die Wir- kung an und natürlich, dass ich am nächsten Morgen keinen Kopf habe. Das ist Weingenuss!“

Von Freunden hatte er es gehört: Absinth habe eine ähnliche ‚Rezeptur’ wie THC. Aha!

Das ist doch eine Option für einen Umsteiger, meinte Caspian sofort. Absinth also, ja?

Bei einer sehr großen Anzahl von Absinthmarken ist die Spirituose von grüner Farbe. Deswegen wird Absinth gelegentlich auch „die grüne Fee“ (französisch: la Fée Verte) genannt. Der Alkoholgehalt liegt üblicherweise etwa zwischen 45 und 85 Volumen-Prozent und ist demnach dem oberen Bereich der Spirituosen zuzuordnen. Aufgrund der Verwendung bitter schmeckender Kräuter, insbesondere von Wermut, gilt Absinth als Bitter-Spirituose, obwohl er selbst nicht notwendigerweise bitter schmeckt. Auch ein möglicher gemeinsamer Wirkmechanismus mit dem Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol über eine Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren konnte nicht bestätigt werden. Sicher ist, und hier sind alle In- fos stimmig: Absinth ist ein Epileptogen, kann zu völliger Wesensveränderung führen. Unter Absinth-Einfluss schnitt sich Vincent van Gogh das Ohr ab. Temporallappenepileptiker haben hernach, wie van Gogh, keinerlei Erinnerung mehr an die Zeit des Anfalls. Paul Gauguin und van Gogh verloren ihre Freundschaft durch diesen harten Stoff, den Respekt und ihre Würde.

Ingredienzien: Außer Wermut (Artemisia absinthium) enthält in Frankreich und der Schweiz hergestellter Absinth noch Anis, doch teilweise ersetzt durch den billigeren Sternanis, sowie Fenchel, Ysop, Zitronenmelisse und pontischen Wermut. Andere Rezeptvarianten verwenden auch Angelika, Kalmus, Origanum dictamnus, Koriander, Veronica, Wacholder, Muskat und verschiedene weitere Kräuter. Wermut, Anis und Fenchel sind dabei die Kräuter, die den typischen Geschmack des Absinths ausmachen. Die übrigen Gewürze dienen anscheinend der geschmacklichen Abrundung. Die grüne Farbe, die viele Absinthsorten aufweisen, stammt vom Chlorophyll der typischen Färbekräuter wie pontischem Wermut, Ysop, Melisse und Minze. Ein weiterer Bestandteil ist das ein wenig mysteriöse Thujon. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten in der Historie der Getränkeherstellungen, dass hier immer wieder Ingredienzien auftauchen, die kein Verbraucher erwartet, fordert oder freudig begrüßt: Zu Beginn der Cola-Schwemme war – viele wissen das gar nicht – Kokain (!) in der braunen Brause. Aus gewissermaßen offensichtlichen Gründen musste dieser Zusatz jedoch recht bald wieder verschwinden. Aber wir gutgläubigen Verbraucher „schlucken“ ja vieles: Was eigentlich bewirkt Taurin in all den Power-up-Getränken? Warum befand sich einst Frostschutzmittel im Wein? Alerte Fragen… Kein Käse mehr in der Pizza? Keine Spur von Vanille im Vanille-Eis? Nein! Stattdessen Käsesurrogat in der Käse-Pizza und Vanille-Aroma plus sonstiger künstlicher Zusatzstoffe im Eis. Und täglich werden mehr LL (= Lebensmittellügen) aufgedeckt, ich warte auf den Tag, da bekannt wird, dass Eierlikör keine Eier beinhaltet.

Thujon ist als ein Nervengift bekannt, das in höherer Dosierung Verwirrtheit und epileptische Krämpfe (Konvulsionen) hervorrufen kann. Seit 1998 ist Absinth in den meisten europäischen Staaten wieder erhältlich. Auch in der Schweiz sind seit 2005 die Herstellung und der Verkauf von Absinth wieder erlaubt (nach dem generellen Verbot zu Beginn des 20. Jahrhunderts in fast allen heutigen EU-Staaten außer Portugal und Spanien; in Großbritannien blieb zumindest der Verkauf erlaubt). Das Wort selbst stammt aus dem Griechischen und bedeutet schlicht Wermut. Das berühmteste Gemälde dürfte von Viktor Oliva stammen (1901): Der Absinthtrinker. Caspian kaufte sich flugs 2 Flaschen (66 %!) und trank, als er das berühmte Ritual auf dem Beipackzettel (welche andere Spirituose hatte schon eine Gebrauchsanleitung?) studierte, in aller Unschuld das „Fixer-Besteck“ begutachtete (Absinthlöffel, Reservoirglas und Spezialzucker) und die historischen Daten bewunderte (Verbotenes hat eben seinen besonderen Reiz, DAS kannte Caspian ja noch vom Kiffen her!), den ersten „kalten“ Schluck, denn er hatte sich nach der Lektüre für die tschechische Trinkweise, ‚das Feuerritual’, entschieden. Dieser erste, sehr zögerliche Schluck schob bereits mächtig Dampf in Richtung Faucium. Mit Wucht und jeder Menge Hitze tobte das Gebräu gen Magen. Caspian musste sofort Wasser hinterher trin- ken. Arrg, das war heftig! Er wusste nun, was auf ihn zukam. Oscar Wilde beschrieb Absinth mit sehr poetischen Worten, was darauf schließen lässt, dass er ihn leidlich maßvoll genoss:

“Absinthe has a wonderful color, green. A glass of absinthe is as poetical as anything in the world.” „Es scheint, als sei die gesamte europäische Elite der Literatur und der bildenden Künste im Absinthrausch durch das ausgehende 19. und das beginnende 20. Jahrhundert getorkelt.“ (Hannes Bertschi und Marcus Reckewitz; Quelle ist, natürlich, WIKIPEDIA)

 

Dieses beliebte Kuh Umstoßen, die Kühe missbilligen dies in nicht unerheblichem Maße, soll ja aus einer immens Absinth geschwängerten Laune heraus gegoren, äh, geboren worden sein!

Unmäßigkeit, Sucht, Rauschgift-, Tabletten- und Alkoholabusus, Völlerei und die Gier nach mehr: „Der so zum Tier sich macht, befreit sich von dem Leid, ein Mensch sein zu müssen!“ (Dr. Johnson, aus „Fear & Loathing in Las Vegas“). Im Kontext zum berühmten Spruch von Astrid Lindgren entfaltet obiges Zitat sein volles Aroma: „Es ist schwer, ein Mensch zu sein, und das muss es vielleicht sein.“ Nur so ist es zu verstehen, dass wir uns berauschen müssen.

Cas´ Vater lobte ihn sehr: „Du hörst auf mit dieser Kifferei? Das freut mich! Lieber mal ein Fläschchen Wein abends als ein Joint am frühen Nachmittag. Ich bin froh, das zu hören!“ In Deutschland sterben jedes Jahr 42.000 Menschen an den Folgen ihrer Alkoholsucht. Diese Zahl nannte die Bundesregierung. Danach gelten 4,3 Millionen Menschen als alkoholkrank oder gefährdet, wogegen es in den gut 10.000 Jahren der friedvollen Hanfnutzung noch nicht einen Toten zu beklagen gegeben hatte. Das wollte Caspian entgegnen, doch er ließ es sein. Es hätte seinen Vater ziemlich enttäuscht. Da war doch wieder die alte Masche, diese uralte Rechtfertigungspolitik zu hören? Nein, er ließ es, und damit seinem alten Herrn den Triumph des Säufers (jener gurgelte täglich exakt 1 ½ Flaschen Rotwein – bei einem Alkoholikertest würde er ganz klar als abhängig eingestuft werden, keine Frage!) über den jetzt ehemaligen Rauschgiftabhängigen. Schließlich war er ja gerade dabei, die Fronten zu wechseln. Hicks...

Denn, das musste er zugeben, psychisch abhängig hatte ihn die edle Pflanze gemacht, ohne jeden Zweifel. Für „Cas“ war es ein Pyrrhus-Sieg. Denn jetzt begannen die wirklich harten Zeiten für seine Leber! Jetzt! „Schlink nosch ein’n Whuck Trisky!“ „Wiiieee bitte?“ „Iisch saachdö: Whink nosch ´nen Truck Schlisky!“ Ein Nebeneffekt, den es bei Cannabis rein gar nicht gibt: Die verwaschene, für den Nachbarn völlig unverständliche Sprach-Information…

Ich komme mir vor wie ´ne Ratte, ich komme mir vor wie ein Schwein, den Affen, den ich bis eben hatte, tausche ich gegen ´nen Kater ein… 2 konkurrierende Trinker beim Klassentreffen:

„Ich??? Ich bin zwischenzeitlich noch sehr viel tiefer gesunken. Und ich hörte dich, weit unter mir, ständig, bemüht, sehr entfernt und enervierend penetrant klopfen! Nachdrücklich, stetig!“

Die emotionale Reife eines Nashornbabys, die psychische Stabilität eines Primatenhäuptlings, die Sensibilität eines Fahrradschlauchs, das Selbstbewusstsein eines Wasserflohs und die soziale Kompetenz eines Spermatozoons: ‚Absinth, Absinth, mein Gatte spinnt, er droht die Katze zu ermorden! Aus ihm ist dank der grünen Fee ein Monster-Hulk geworden!’ Caspians Metamorphose zum Testosteron- und Adrenalin-Alphamännchen stand nichts mehr im Wege, hatte mit dem dritten Schluck Absinth, jetzt im Feuerritual-Modus, begonnen. Caspian Eiderdaus vereinsamte peu á peu..

Nach lediglich 6 Wochen des täglichen Genusses dockte er im virtuellen Nirvana an, sinnierte und reflektierte, ließ den Tag willenlos verstreichen. Jede Nacht setzte er sich im verdunkelten Raum ans Fenster und starrte hinaus. Nur noch 3 Wochen, dann begrüßte diese Welt, diese so erbarmungslos grausame Welt dort draußen, das Jahr 2010. Caspian trank mechanisch, seine Trunkenheit war zum Normzustand geworden, das anfängliche Hochgefühl wich einem Spie- geltrinkerpermanentrausch, der, hätte irgendwer es ihm doch nur zuvor gesagt oder ins tumbe Ohr gebrüllt, dem Normalzustand eines glücklichen Babys an der Mutterbrust ähnelte, völlig frei von Stress, Lust, Tod, Sucht, Pflicht und Hass, losgelöst von allen Abhängigkeiten. Eine wohl vom Schöpfer so gewollte Normzufriedenheit, die ohne jedes Aufputschmittel, ohne die Zuhilfenahme von Drogen und ohne Reichtum oder Macht herstellbar ist, nur im Umgang mit geliebten Menschen und in vertrauter Umgebung, satt, wach, nüchtern und äußerst wohlgemut...

Caspian sah dort draußen, es war exakt 22:30 Uhr, einen tanzenden roten Punkt. Ab und an hielt der rote Punkt an, stand still, fuhr dann rasch abwärts, verblieb dort, etwa 45 cm tiefer, um hernach wieder aufzufahren, zu verharren. Cas war fasziniert. Mitunter verstärkte sich die Farbe, wurde tiefrot, dann wieder, blasser werdend, erschien ihm der tanzende Punkt als eher schwaches Rosa in der tiefdunklen Nacht. Jeden Abend saß er nun zur gleichen Zeit am Fens- ter, hochaufmerksam in die Nacht starrend. Und tatsächlich – wieder erschien der Punkt. Das ging nicht mit rechten Dingen zu. Caspian putzte die Brille, ging näher ans Fenster heran, dies musste ergründet werden! – doch es kam nur wieder zur bekannten Tanzeinlage, das alte rauf- und runter-Spiel, niemals hin und her, nur rauf und runter. Vor allem das Verharren irritierte.

Was hatte es mit diesem Punkt auf sich? Caspian begann, sich Notizen zu machen. Aber seine Aufzeichnungen, nach 12 Tagen gesichtet, konnten keinerlei Aufschluss erbringen. Es gab die 3 Fakten, und die blieben bestehen: Der rote Punkt tanzte für ihn von 22:30 bis 22:36 Uhr, an jedem Tag außer Dienstags, zu jedem Wetter. Auch im Sturm oder im Regen (es gab im Zeit- raum der Recherchen allerdings nur Nieselregen) blieb es dabei: Auf- und Abbewegung, jenes bekannte Stillstehen, dann das plötzliche Verschwinden. War das ein Ufo? Wie weit war denn der Punkt überhaupt entfernt? Caspian dünkte, es müsse sich um etliche Kilometer handeln. In tiefdunkler Nacht, es gab hier weit und breit keine Straßenbeleuchtung, sollten doch auch weitere Personen dieses Phänomen beobachtet haben. Er rief die Sternwarte an. Kein Erfolg. Weder eine Meldung über Ufo-Sichtungen noch Anrufe besorgter Bürger wegen tanzender roter Punkte am Nachthimmel. Resigniert legte Cas auf. Ich werde also verrückt, dachte er, nur ich kann diesen Punkt sehen. So blieb Caspian Eiderdaus auf der Lauer, saß täglich um ½ 11 am Fenster und wartete. Und dies vergeblich ab dem 1.1.2010. Nie wieder tanzte der rote Punkt.

Im Nachbarhaus meinte Frau Pflipsen zu ihrem Mann: „Sei froh, dass Du mit dem Qualmen aufgehört hast. Du musst nachts nicht mehr in die Kälte, bist weniger erkältet, schonst deine Lunge und den Geldbeutel. Übrigens, es ist Dienstag. Die Selbsthilfegruppe beginnt gleich!“

 ENDE       2009-2010 ©GHERKIN 


  D I E    B E R G P R E D I G T    2 0 1 0   

(Geistenbeck liegt wirklich sehr hoch auf dem Berg!)

ENTMYSTIFIZIERUNGSWAHN IN 2010 (EIN ORAKEL)von Padiamenope Ba Pallawatsch

 

Gäbe es ein unfehlbares Radarsystem zur Ortung des Weihnachtsmannes bei der Auslieferung der Geschenke, zur Ortung des jeweiligen Aufenthaltsortes des Osterhasen beim Verstecken der Eier oder auch zur exakten Ortung der „Zahnfee“ beim Deponieren des Geldes oder auch der Süßigkeiten unter dem Kopfkissen des unter Milchzahnverlust leidenden Kindes, so wäre dieses System mit Sicherheit im Jahre 2010 in Betrieb. Es ist ganz allgemein eine Entmystifi- zierung festzustellen, die ernüchternd und, in 1000 Graustufen, auch traumatisierend auf diese Erdbevölkerung einwirkt. Kaum noch eine Mär, die sich zu halten traut, kaum noch eine wie auch immer geartete Legende, die nicht auseinander genommen und zerpflückt, geschreddert und kaputt analysiert wird, kaum noch eine ‚Lichtgestalt’, der nicht doch Dreck am Stecken in vielfacher Hinsicht nachgewiesen wurde (seit dem tiefen Fall des Tiger Woods), zur allgemei-nen Erheiterung, Genugtuung und diebischen Schadenfreude. Dies wird zur Folge haben, dass die Kinder keine Helden mehr und die Erwachsenen keine Idole mehr besitzen.

Auswirkung:

 

Tristesse, dumpfes Phlegma, Schwermut, größtmögliche allgemeine Verunsicherung (von den Experten gerne GAV, im liebevollen Kontext zum GAU, dem größten anzunehmenden Unfall wie z.B. in Tschernobyl, benannt) und eine breite Ernüchterungswelle, die ich gerne die „Ententhusiasmierungsphase im beginnenden Auflösungs- und Zerbröselungsprozess der Mensch- heitsgeschichte“ nennen möchte. Eine allgemeine Desillusionierungsepoche, die exakt zu bestimmen sein wird, wenn eines Tages eine Art Rückblick gestartet werden sollte, und die sehr sicher mit dem Beginn des Jahres 2010 zusammentrifft. Ich hatte vielfach gewarnt: Im Kleinkrieg rund um die Ausrottung der stilvollen Sprachgestaltung (der Duden wird jetzt, auf immensen Druck der Bevölkerung hin, „gewunken“ als offiziell anerkanntes Partizip Perfekt in den Sprachschatz aufnehmen [Bisher: „GEWUNKEN ist die falsche Form, GEWINKT, das ist die Norm, ich gebe es zu, es holpert, hinkt, „gewunken“ klingt richtig, falsch: „gewinkt“], im Bewusstsein unseres allgemeinen Bienensterbens, angesichts des permanenten Scheiterns aller Klimakonferenzen dieser Welt (ungerührt und tatenlos wird dieser Klimakatastrophe fast schon freudigst erregt entgegen geblickt!!), im Hinblick auf so manchen Staatsbankrott und – natürlich – mit dem wachsenden Genuss an der ["geilen"] ultimativ-finalen Katastrophe, der Apokalypse, an und für sich (Katastrophentourismus und Massenunfallvoyeurismus!) wird noch in diesem jungen Jahre nachgewiesen: Rabbi Jesus war stockschwul, „er hatte was“ mit Johannes, trotz der Ehe mit Maria und den daraus resultierenden 4 Bälgern, woraufhin er dann seine „Kreuzigung“ arrangierte, sich in Wirklichkeit aber durch die Unterstützung mehrerer ‚Komplizen’ nach Indien, später dann nach Ostsüdamerika abgesetzt hat, von wo aus er schließlich, ziemlich flügellahm, die Widerstandsbewegung gegen die Römer leitete und, viel wichtiger, diesen Auferstehungsge- danken recht vorteilhaft in die Welt pflanzte, nicht wissend, damit eine neue Religion gestiftet zu haben. Egomane Berlusconi wird übrigens, gestützt durch ein sündhaft teures Gutachten in Verbindung mit mehreren DNS-Untersuchungsergebnissen (alles zusammen wird ihn fast 12 Millionen Euro kosten!), zwingend nachweisen, in direkter Linie von einem der vielzähligen Jesus-Kinder (als Narziss getauft, im Jahre 35) abzustammen, was ihm eine lebenslange Regierungszeit in Italien und die Heiligsprechung (after death im Jahr 2019) durch den Vatikan sichern wird…

 

Und was wird nun aus Jesus, den Homer Simpson in einer Folge „Jemus“ nennt und anbetet? Diese fingierte Auferstehungsposse wird, endlich schlüssig nachgewiesen, die christliche Re- ligionslehre, Theologie und Theosophie, nachhaltig erschüttern. Es wird vehement nach Theo- phanie gebrüllt werden, ja sie wird so explizit gefordert werden, dass dem Schöpfer gar nichts anderes übrig bleiben wird, als diesem Ruf zu folgen. Allerdings, ein „gewisser Termindruck“  wird dem entgegenstehen, Gott wird letztlich zum vereinbarten Gesprächstermin auf dem Ge- meindeplatz in Schöllkrippen (Ü-Wagen aus 963 Ländern dieser Erde werden vor Ort sein, in allen Ecken der Welt werden gewaltige Menschenmassen vor riesigen Bildschirmen hocken – in Erwartung Seiner Ankunft, U 2, Milow, Jay-Z und Lady Gaga werden live aus New York, Rom, Paris und Tokio zugeschaltet, um dann, ernüchtert (sic!), wieder einpacken zu müssen, die bittere Erkenntnis im Hirn: Umsonst wohl nicht gerade, aber doch vergeblich gewartet!!) NICHT erscheinen, was alle Gegner sofort auf den Plan rufen wird: Es gibt ihn gar nicht! Da habt ihr es! Gäbe es ihn, käme er doch… Aber kam er?? Nein, er zog es vor, gar nicht erst zu erscheinen. Ergo gibt es ihn nicht! Reißt die christlichen Kirchen nieder, sie erfüllen keinen Zweck. Pfaffen, Nonnen und Päpste – fort mit ihnen, denn sie existieren sinnfrei. Das wird dann so weit gehen (und ich scherze nicht!), dass sogar die Kirchencafés in so gut wie allen deutschen Städten sofort aufgegeben werden. In ihnen wird es demnächst dann ‚McDonuts’-Filialen geben, die neue und extrem umsatzträchtige Idee der McDonald´s-Kette, nach all den McDrives und McCafés, und ich denke, wir alle wissen, dass dann „McMuffins“ folgen wird, folgerichtig… Und dies ist dann wohl auch quasi der Untergang der westlichen Zivilisation, die Okzident-Apokalypse! Das Ende… So lang ersehnt, so oft verfilmt, jetzt ist es endlich da.

 

Der Höhepunkt dieser Entmystifizierungswelle wird erreicht sein, wenn in einem kleinen Kaff in Schnupfen, Texas (USA) ein außerirdisches Raumschiff mit 6 Aliens an Bord landen wird - und alle zufällig Anwesenden lahm abwinken. „Ach Gottchen, Außerirdische… Ihr seid ja so was von 90er Jahre… Total out! Und Euer Outfit… Nee, Euch gibt es zudem gar nicht!“ Von diesen Worten herb enttäuscht und außerdem auch „menschlich“ tief getroffen, werden sofort sowohl Raumschiff als auch Besatzung sanft entflimmern & entbeamen. Weil nicht sein darf, was nicht sein kann? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf! Die Erscheinung wird verblas- send verschwinden, weil hochoffiziell nachgewiesen wird, dass eine Raum- und Zeitreise hier zu unserem Planeten technisch nicht machbar ist, für keine noch so hoch zivilisierte und hoch technisierte Bevölkerung keines noch so hoch entwickelten Planeten außerhalb unserer Milchstraßenbewusstseinsphilosophie - und wenn wir uns noch so weit wie nur irgend möglich über unseren Tellerrand beugen… Nachgewiesen ist nachgewiesen! Die Wissenschaft lügt ja nicht!

 

FAZIT:  

 

2010 wird dereinst als eines der wichtigsten Jahre der Menschheit gelten, gleich nach 1040 (in Erinnerung an den ersten Buchdruck in China) und der wohl ersten Nutzung der Elektrizität (1. Jahrhundert v. Chr.: Ein parthisches Tongefäß aus der Nähe von Bagdad, das 1936 von Dr. Wilhelm König gefunden wurde, enthält einen Eisenstab und einen Kupfer-Zylinder, der mit Asphalt abgedichtet war. Div. Versuche des Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim zeigten, dass mit dieser Anordnung und Traubensaft als Elektrolyt eine Spannung von 0,5 V. erreicht werden konnte. Sie könnte zum galvanischen Vergolden verwendet worden sein) hat das Jahr 2010 entscheidenden Charakter für das Fortbestehen der Menschheit: Von nun an ist die Richtung klar – es geht steil bergab! Mythenschwund, Glaubenskrise und Beginn des stoischen, lakonischen, zynischen Hinnehmens des Zerfalls aller Werte, hierfür wird 2010 stehen!


 

THE DARKROOM ADVENTURES

EIN IN WAHRLICH JEDWEDER BEZIEHUNG SEHR MERKWÜRDIGES AUFEINANDERTREFFEN
Eine Groteske von Padiamenope Ba Pallawatsch 

Dr. Dr. Wismar Ankenwoy (ist FDP-Abgeordneter im Bundestag), Frederik Strudtwammoch (ein Kabarettist), Gunthel Gaissenmutter (ein ambulanter Devotionalienhändler für den Großraum Weserbergland) und Magister (M.A.) Rigobert H. Seltenschöpflein jun. trafen sich zur Jause an der berüchtigten Bar des Swingerclubs ’Gulp, Blow, Burp, Belch, Poop & Puke’ in Schöllkrippen-Hachferstenlauff. Man sah sich zum 1. Male dort und kam ins Gespräch, während die Bierchen hurtigst den heftigen Brand vom Durcheinander-Poppen im ‚active room’ (1 Stunde kostet im ‚GBBBPP’ 240,- EURO, dafür aber ist die Saft- und Snack-Bar frei, 1 Bier kostet 6,- Euro, harte Getränke 18,- Euro, alle Weine, Sekt und Cocktails 36,- Euro) zu löschen suchten.... Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit Händeschütteln wurde geschnattert.

Ankenwoy: „Ich finde ja, die Angie macht das sehr gut bislang. Souveränes Auftreten, solide Arbeit, erfreulich gute Rhetorik. Sie macht eine hervorragende Figur im Kreis der ‚elder statesmen’. Hätte ich ihr wirklich nicht zugetraut. Respekt! Immerhin hat sie in Israel bestanden. Und das war schwer! Sogar Barack Obama mag unsere Angie - und der ist wahrlich nicht so schnell zu überzeugen!“


Seltenschöpflein jun.: „Moment mal, was reden Sie da! Sie sind doch in der Opposition, Ankenwoy!“


Ankenwoy: „Sicher, das ist richtig. Aber darf man dem politischen Gegner nicht Achtung und Respekt entgegenbringen, wenn er nach Ablauf dieser 1200-Tage-Schonfrist gediegene Arbeit abliefert? Bitte, bedenken Sie doch dabei, daß diese Frau quasi ins nasse Wasser gestoßen wurde. Leicht war das für unsere gute ‚Bundes-Angie’ bestimmt nicht – das Betreten des politischen Parketts auf Weltniveau!“


Strudtwammoch: „Wir Kabarettisten hätten uns gerne etwas mehr Malheur gewünscht. Ich hatte gehofft, da wächst ein neuer H. Lübke nach, jetzt haben wir Stoff für wenigstens 4 Programme – bedeutet also 2 Legislaturperioden. Aber was muß ich bemerken? Merkel ist die beste Kanzlerin, die wir je hatten.....“

Während Ankenwoy und Seltenschöpflein kichern, sagt Gaissenmutter, die Stirn in Dackelfalten, laut:

“Aber wir hatten doch zuvor noch nie eine Kanzlerin.... (und nach einer Pause) ....oder???“

Nun giggeln und feixen alle 3 auf Gaissenmutter ein, lachen schließlich lauthals los. Und prustend vor Vergnügen meint Seltenschöpflein - ohne jede Gnade:

“In der Tat, Gaissenmutter, in der Tat.... Das ist unsere ERSTE Kanzlerin! Seit 4 Jahren... (zu Fred Strudtwammoch) Wie meinen Sie das mit dem ‚Ich hätte mir etwas mehr Malheur gewünscht’. Die gibt doch für euch Zyniker noch eine ganze Menge her, die Merkel – oder bevorzugen Sie persönlich ‚Herr Kanzler’??“.

Strudtwammoch: „Wir können uns nur von der Vergangenheit ernähren. Ja, die alte Merkel mit dieser Prinz Eisenherz-Frisur und den ständig herab hängenden Mundwinkeln, die recht unsicher durch die Pampa stocherte und eine Menge Blödsinn verzapfte; ja, die können wir Kabarettisten und vor allem die stand-up-Comedians noch ein wenig strapazieren, auf diese, einstmals ja als eine niemals enden wollende Reserve für alle schlechten Brettl-Zeiten gepriesene Quelle der Heiterkeit und hemmungs- wie haltlosen Schadenfreude-Ressource können wir noch 3 bis 4 Monate zurück greifen, dann ist´s aus mit Hohn, Spott und Häme. Sie wird hernach kaum noch Angriffsfläche bieten. Bedenkt, dann ist die Weltmeisterschaft der Mittelpunkt allen Interesses. Da dürfte dann noch nicht einmal ein saublöder Stoiber-Spruch die Liga aufmischen! Und kein Mensch will mehr etwas von der Merkel zu, sagen wir… Kohl-Zeiten wissen... Wie schön wäre es z. B. gewesen, wenn sie alle Antrittsreden auf, ääh, Englisch gehalten hätte – DA hätten wir was zu Lachen gehabt. Aber nein, sie ließ immer den Dolmetsch ´ran!“.

Die vier nackten Herren boten einen sehr vergnüglichen Anblick. Seltenschöpflein und Ankenwoy mit den gewaltigen Bierbäuchen und schlaffen Hängebrüsten (Ankenwoy extrem behaart) kippten bereits das 4. Bier, Strudtwammoch, schlank wie eine Tanne und fast 2 Meter groß, hatte den 3. Campari auf Eis in Arbeit. Merkwürdigerweise schwitzte gerade Fred Strudtwammoch wie ein Heizer auf einem der vielen Ausflugdampfer auf dem Missouri, während die Herren Ankenwoy und Seltenschöpflein, so dick sie auch waren, kaum einen Anflug von Schweiß auf der Stirn zeigten. Allerdings rann es ihnen nur so aus den Achseln. Der vierte Mann, Gaissenmutter, war eingeschnappt. Er trank den 5. Bourbon ohne jede Zugabe und hatte einen hochroten Kopf. Nicht nur, weil ihm die Geschichte mit der 1. Kanzlerin peinlich war, nein, durchaus auch, weil er heute zum ersten Male überhaupt in seinem Leben den für ihn in 6000 Fantasien bereits durchlebten Analverkehr hatte endlich real durchführen dürfen. Natürlich bebte dieses Erlebnis noch in ihm nach, noch immer sah er diese strammen, leicht behaarten Arschbacken vor sich, die er mit seinem leider nicht sonderlich großen Pimmel geteilt und bearbeitet hatte.

An Backen zu denken, ja, das gab Farbe auf die Wangen. Gaissenmutter, ein Endvierziger mit etwas Bauch, Glatze und extrem blassem Körper (so ein Mittelding zwischen milchig und grau-durchbrochen) auf dünnen Stelzenbeinchen, hatte kein Problem damit, eine so stark behaarte Frau zu seiner analen Entjungferung ´ran genommen zu haben. Seine eigene Gattin, schon lange nicht mehr aktiv mit ihrem Gatten, der sie sexuell nicht im Geringsten zu erregen imstande war, lehnte Analverkehr bereits seit der ersten Frage Gaissenmutters, vor etwa 24 Jahren, strikt ab. Das sei mit ihr nicht zu machen, hat sie ihm dutzendfach gesagt. Punktum, Schluß! So wurde der Devotionalienhändler also Stammgast im GBBBPP in Schöllkrippen. Im recht düster und verschwommen-halbdunkel gehaltenen active room (von den Betreibern der bösen Kaschemme gern liebevoll aro genannt), einer sehr großen Spielwiese in Samt und Plüsch, hatte Gunthel Gaissenmutter seine liebreizende Gespielin nicht ausmachen und schon gleich gar nicht ihr Gesicht betrachten können. Er wußte nur: Diese Süße, die ihm auf die Frage, ob denn „Aa Vau“ mit ihr möglich sei, nur ein kurzes „Ja“ gehaucht und sich sofort auf alle Viere hinab begeben hatte; die süße Maus hatte schwarze Nylons, einen schwarzen BH und einen schwarzen Slip getragen – und sie war stark behaart. Noch war sie nicht wieder aus dem ‚ARO’ gekommen, wo sich derzeitig noch 4 oder 5 ‚Aktive’ aufhielten (Gummi-Pflicht!). So starrte Gaissenmutter also immer mal wieder zum schweren, pechschwarzen Vorhang mit der goldenen Schnur und den ultralangen Troddeln und Bommeln, der ihm die Sicht auf das Treiben im active room verweigerte. Die Vorfreude, die ihn der aktiv-analen Penetrations-Jungfernschaft beraubt habenden Frau gleich in die Augen blicken zu dürfen, ergab die 3. Rotschicht in seinem Gesicht. Kam noch die Fünfer-Whiskey-Dröhnung hinzu, die sorgte für die 4. Schicht. Ja und dann dieser, im völligen Kontrast hierzu, käsige, fast weiße Körper auf dünnen Beinchen – das ergab bei Komplettbetrachtung ein sehr erheiterndes u. vielleicht sogar zum Lachen reizendes Gemälde des puren, blanken, herrlich komplizierten Lebens am Wochenende im Swingerclub GBBBPP.

„Dies Bildnis ist zum Schreien schön“, meint gerade der leicht angetrunkene F. Strudtwammoch, zeigte auf Gaissenmutter und schenkte den Männern rechts und links von ihm einen Ellenbogencheck. Nackt und nett besäuselt machte man sich lustig. Der Devotionalienhändler schien schwerwiegend beleidigt.

Gaissenmutter: „Ich hätte den Herren je einen Rosenkranz und eine kleine Marienstatuette geschenkt, aber nun.... Nein wirklich, jetzt weiß ich nicht, ob Sie 3 das überhaupt wert sind... Dem Baabst habe ich persönlich, hören Sie, meine Herren, ich persönlich eins meiner Devotionalien-Sets überreicht. Er hat sich sehr gefreut. Es gibt von dieser Szene ein Foto, welches ich leider derzeitig nicht bei mir trage....“.

Hier bricht ein Höllengelächter los... Die 3 nackten Körper biegen sich, jene zwei Untersetzten und der lange Schlacks schlagen sich auf die bloßen Schenkel und wiehern, was das Zeug hält. Ab und an ist ein Ausruf, mehr oder minder deutlich, je nach Promillezahl, zu hören:

“Uuuwaaah uuuwaaah haha hoho, Rooooosenkränze....“ oder „...ob Sie 3 das überhaupt wert sind??? Hauwahauwahhauwah hoooooh“ und „Hech-hech-keck-hech-keckel-hech... Änäääää.... Marienstatuetten, bruuuuh hahahahaaaaa“ sowie „Pruuuuust, der Baaaaabst! Woah woah woah uuuuuuhajaaaa, der Baaaabst! Der figgende Baaabst!!“

Gaissenmutter ist den Tränen nah, er spricht Dr. Antenwoy direkt an, erscheint ihm dieser doch noch der Respektabelste unter den angetrunkenen Prollrabauken. Immerhin vertritt Antenwoy ihn, den FDP-Wähler Gaissenmutter, im Bundestag. So eine leibhaftig präsente Staatsmacht, die muß man nun mal respektieren, auch, wenn sich dieser Staats- und Volksvertreter hier despektierlich gibt, denn Gunthel ist mit Leib und Seele Untertan. Vollkommen und gnadenlos konsequent. Auch an der Bar des Clubs.

“Hören Sie, Herr Dr., (es klingt wie ‚Docktäää’, was Antenwoy zu einem neuerlichen Lachanfall zwingt) gerade auch ich, als zutiefst Gläubiger, auch ich habe hin und wieder das Verlangen, der äh Fleischeslust zu frönen. Mir ist es peinlich, aber ich stehe natürlich dazu….... Durchweg! Vorbehaltlos! Rigoros!“.

Gebrüll von 3 Seiten – die Männer wischen sich den Schweiß von der Stirn und die Tränen aus den Augen. So einen lustigen Abend hatte man noch nie im ‚GBBBPP’-Swingerclub erlebt. Diese Sache begann anstrengend zu werden, aber das Gelächter ebbte nicht ab. Trotzig fuhr Gaissenmutter mit seinem Vortrag fort, er wollte seinem rigorosen Verdruß unbedingt sehr stringent Ausdruck verleihen. „....ja, frönen – einfach mal einen schönen Abend verleben. Gerade Sie, Herr Dr. (GEJOHLE!!!), Sie enttäuschen mich doch sehr, sind Sie doch der Vertreter gerade und speziell meiner Interessen. Im Besonderen, was meinen so famosen ambulanten Devotionalienhandel betrifft. Ich erwarte von Ihnen, daß ich in Zukunft die Sonderausgaben, wie z. B. meinen Baabstbesuch (WILDES GEBRÜLLE), absetzen und damit dann auch wieder schwarze Zahlen schreiben kann. So!“. (Gaissenmutter hatte Tränen in den entzündeten Augen, solch eine Schmach hatte er wirklich noch nicht erlebt. Hastig schob er den 6. Whiskey nach – als plötzlich, ENDLICH, der Vorhang zur Seite glitt und den Blick frei gab auf... tja...)

Arnulf S. Prechzellering, Österreicher, Damenwäscheträger, mittel bis stark bi, Ende 30, in einem beeindruckend schicken, schwarzen BH, in gnadenlos scharfen, schwarzen Seidenstrümpfen und in einem so kleinen, schwarzen Slip, daß man fast vermutet hätte, darin könne sich auf keinen Fall ein Gemächt verbergen.

Fassungslos starrte der jetzt trunkene, fahrende Rosenkranz- und Marienstatuetten-Händler auf seine ’Partnerin’ seines ersten und bislang auch einzigen Anal-Sex-Vergnügens. Das Whiskey-Glas entglitt seinen Händen, die kleinen Mausaugen schienen ihm fast aus dem Kopf zu ploppen, Gaissenmutters Verwirrung in der Erkenntnis der sexuellen Verirrung war gewaltig. Er suchte Dr. Antenwoys Blick, doch dieser starrte Seltenschöpflein an, dann sahen beide auf Strudtwammoch, der das „Alphamännchen“ in der Mitte gab, aber zur Zeit auch keinen Durchblick signalisierte, bis....

…bis Prechzellering, ein Neuling der GBBBPP-Szene, devot und ein ganz klein wenig tuntig, an den armen Gaissenmutter heran trat. Zärtlich fuhr er seinem Beglücker durchs wenige Haar und meinte:

“Achchen, Tachchen, Gevatter Hinterlader! Hat es Euch gefallen? Für mich war´s ein Meisterritt, oh Du wilder, süßer Backdoor-Lover, Duuuu. Sehen wir uns denn öfters hier?? Ich würde mich sehr freuen...“. Jetzt aber! Erkennen, Begreifen im Blick, erstes kleines Vergnügen, dann…... Ein nahezu wahnsinniges, unsagbares Gelächter hub an. Die Herren Seltenschöpflein, Antenwoy und Strudtwammoch röhrten, grölten, schrien und brüllten ihre Heiterkeit heraus, sie konnten sich ewig lange nicht mehr beruhigen. Mit nun bereits 5-fach hochrotem Kopf entzog sich der Gedemütigte seiner willigen ‚Geliebten’, G. Gaissenmutter flüchtete in großer Hast, wobei sein winziges Zipfelchen lustig hin und her schleuderte. Nun lachten alle, die diese Szene beobachtet hatten, der ganze ‚Chill-Bereich’ des GBBBPP-Clubs erzitterte und hallte wider, solch Gelächter toste im Raum. Man hat den ambulanten Devotionalienhändler Gunthel Gaissenmutter dort nie mehr gesehen. Dem Vernehmen nach soll er den famosen Handel mit Rosenkränzen und Marienstatuetten sofort eingestellt haben. Auch sei er aus der FDP ausgetreten, hieß es vieldeutig. Zuletzt sei Gunthel, so versichert glaubhaft der Betreiber der sündhaften Kaschemme, Wahnfried-Maria Kriebenrautherer, in der Krefelder Einkaufsmeile, Nähe Schwanenmarkt, gesehen worden. Dort habe Jener interessierten Passanten die Segnungen eines praktischen Pflaumenentkernungsgeräts näher zu bringen versucht - Kriebenrautherer habe gute 45 Minuten damit verbracht, Gaissenmutter, der ihn nicht bemerkt habe, so Kriebenrautherer, zu beobachten – der von diesen batteriebetriebenen Kleingeräten nicht eines an den Mann oder die Frau zu bringen in der Lage war. Das sorgte noch ein Mal für lebhaftes Lachgewitter im GBBBPP, dann aber verschwand der Dauergast aus den temporären Gedächtnisspeichern. Nur unser guter Arnulf Prechzellering, übrigens ein Sonnenstudio-Besitzer mit deutlich nachlassender Klientel, ja, der gedachte noch ab und an seines Beglückers Gaissenmutter, denn er hatte ihn, was dieser niemals erfuhr, anal defloriert. Und, das weiß auch der geneigte Leser, sein erstes Mal vergißt man NIEMALS!

E N D E      2009-2010 ©GHERKIN 


 

ABTEILUNG SLANG-ÜBERSETZUNG: „Was eigentlich bedeutet >Gurken<?"

„Gurken“ nennt man das sinnfreie Herumhängen (in Insider-Kreisen auch „Abhängen“ oder „Chillen“ genannt) meist Jugendlicher, gerne z.B. auf Kinderspielplätzen oder im City-Einkaufsparadies, vornehmlich auf den Bänken, die meist von Rentnern frequentiert werden (sollten). „Gurken“ oder „Herumgurken“ nennt man auch die ersten Versuche der Kinder, auf Drei- oder Fahrrädern Haltung und Balance zu wahren. Auch die Fahrt in einem schrottreifen Fahrzeug kann durchaus als „Gurken“ bezeichnet werden. Ein Besoffener auf dem Nachhauseweg „eiert“ oder „gurkt“ – manche lustvoll stöhnende Dame aus dem Obergeschoß „gurkt“ gerade. Im Prinzip ist damit aber eine negativ besetzte Floskel gemeint, was mir, als Gurkenliebhaber, durchaus missfällt. Ich empfinde die Gurke als sehr gut, als positiv. Eine negative Assoziation erscheint mir somit total unmöglich!


 

Seelenzustand, permanenter  THE GEISTENBECK TALLY HO: "INCREASE ATTENTION CALL FROM THE GHERKIN - NOW WE KNOW: PEARLS AIN´T OYSTER BARF, trust this information!" 

Oben könnte statt "SHOOT ME!" auch dies stehen: "WILL DO ANY GHERKIN STUFF FOR MONEY!" oder "Drug me, I´m bughouse!"


Selbstverständlich selbst erdacht dies:

 

RELATIONSHIP (Padiamenope Ba Pallawatsch Esq.) ©2010

 

Wie Leser zum Buch?

 

Wie Schneider zum Tuch?

 

Wie Note zum Book?

 

Wie Reise zum Zug?

 

Wie Beutel zum Geld?

 

Wie Western zum Held?

 

Wie Ratte zum Schwanz?

 

Wie Glück zum Hans?

 

Wie Pappe zum Dach?

 

Wie Land zum Brach?

 

Wie Männchen zum Strich?

 

Und mein Über zum Ich?

 

Was die Frage EINS angeht

 

Erfolg dir nur zur Seite steht

 

Gestatte, dass ich´s sage

 

Durch: GABE - HINGABE - AUSGABE!

 

Durch: GEBEN - NEHMEN - DENKEN!

 

Durch: LERNEN - WISSEN - SCHENKEN!

 

Nun weißt du meinen Rat!

 

Hast du den besseren parat?

 

 

 

> Lommer ens joot jet müffele jonn, Lückscher… <

MEIN BAUCH, DER UMFANGREICHE FREUND,

SCHICKT MIR DIE ALLERBESTEN GRÜSSE…

UND FÜGT NOCH GRINSEND FLOTT HINZU:

VERSPERRT SEI NUNMEHR JEDE SICHT AUF GLIED UND FÜSSE!

Einzelfuß und Pedersoli schritten stramm den Rhein entlang, aßen mittags Ravioli, und unterwegs: Wein plus Gesang! Plötzlich meinte Einzelfuß (und er sprach mit viel Verdruss): "Es schifft so herbe wie die Sau, es pisst vom Himmel Kabeljau!" Pedersoli knurrte: "Richtig! Regenschirme wären wichtig, wenn´s denn wolkenbrücheln mag... Es regnet schon den ganzen Tag! Sag an, mein Bruder Einzelfuß, bei diesem herben Wolkenguss - hast du die Schirme eingesteckt, wie ich´s bei Planung schon bezweckt?" - Einzelfuß verneinte barsch, darauf Pedersoli harsch: "Mit DIR nie wieder an den Rhein, 19 mal war schlechtes Wetter! Beim Wandern einmal trocken sein... hätt´ der Einzelfuß nur, o hätt´ er, an die Schirme nur gedacht!" - "Du, der Planer, Großstratege, hättest 1 x nur gepackt, kämen wir nicht ins Gehege, plane ICH, wird eingesackt! - DU wirst an die Schirme denken, ICH werde planen, rechnen, lenken....." – Das ist das Ende dieses Märchens, und auch das Ende dieses Pärchens -


 

‚Couscous’ (Hommage an alle euphemistischen Prokrastianer dieser Welt!)

 

Sie waren die besten Freunde in der Rohloff-Schule zu Köln, Agrippastraße! Ihren Abschluss hatten sie 1973 gemacht: Gaby Cordes, Karl-Heinz Götten, Cornelia Sünner, „Lucky Luke“ Lukaschek, Susanne Sopart und Gerfried Bedenkirch. Zwar existiert diese „Private Handels- und Höhere Handelsschule Rohloff“ längst nicht mehr, wohl aber noch die Freundschaft unserer sechs ehemaligen Schüler. In der „Sense“, der damals berühmt-berüchtigten Eckkneipe, in der so manche Schulstunde geschwänzt worden war, hatten sie es verabredet: Wir bleiben Freunde, für alle Zeiten! Und wir werden uns regelmäßig treffen, alle 6 Jahre. Dann wird geschlemmt und gezecht, über alte Zeiten gesprochen, Rohloff-Schule-Anekdötchen ausgetauscht, und in der „Quetsche“ (der damaligen Schülerzeitung) geblättert. Diese Verabredung sollte immer bei einem der Freunde, der Reihe nach, stattfinden, der dann auch das Essen selbst zu kochen hatte, ob er nun mit Freude am Herd stand oder nur eher lustlos Speisen zubereitete. Alle 6 Jahre sollte jeweils ein bestimmtes Land reihum via Cuisine in den Mit- telpunkt erhoben und auch zelebriert werden. Keine deutsche Küche, keine Hausmannskost, nur Haute Cuisine!

Man verabredete, sich streng an die geltenden Kriterien der Haute Cuisine zu halten:

-   Erstklassige, inspirierte und professionelle Küche mit kreativem Anspruch und mit viel       Improvisation. Zitiert werden kann die exotische Küche genauso wie die regionale Küche
-   Marktfrische, erlesene Ausgangsprodukte
-   Detailbesessenheit und perfektes Arrangement, das die Auswahl und die Gestaltung der Weinkarte ebenso umfasst wie die vollendete Serviertechnik und das Anrichten der Speisen
-   Kenntnis des Hintergrunds (Landestypische Küche, gegebenenfalls kleiner Vortrag)

« En cuisine, comme dans tous les arts, la simplicité est le signe de la perfection »
„In der Küche ist, wie in allen Künsten, die Einfachheit der Ausweis der Perfektion“

[Brillat-Savarin, der berühmteste Feinschmecker der Neuzeit, hat am Ende des 18. Jahrhunderts im antiken Götterhimmel die Muse Gasterea dazu erfunden und ihr einen Tempel errichtet; neben Lucullus und Bacchus, Ceres, Vulcanus - und Diana natürlich]

Es hatte sich durch Los entschieden, welche Reihenfolge eingehalten werden musste, und außerdem war noch festgelegt worden, welche Länder und welche landestypischen Gerichte auf den Tisch gebracht werden sollten:

Am 12. 12. 1979 musste Gaby Cordes die Runde eröffnen, mit einem 3-Gänge-Menü. Dies sollte es dann auch bei den weiteren 5 Freunden geben. Gaby also, eine passionierte Köchin, ein Gourmet, begann mit Frankreich, und sie entschied sich für «tortellis de brocolis sautés à l'huile d'olive et gousse d'ail, avec ragoût fin de pigeon au vinaigre balsamique», am 12.12.85 folgte Kalle Götten mit Spanien, Conny Sünner gab sich ganz dem Thema Indien  hin, ‚Luke’ bot am 12.12.1997 die gehobene italienische Küche an, Susi Sopart hatte sich sehr der chinesischen Kochkunst verschrieben – und Gerfried „Gerri“ Bedenkirch hatte die afrikanische Küche als „Thema“ aufgebrummt bekommen. Da diese Gerichte gleich vor Ort, noch in 1973, festgelegt wurden, wusste Gerfried Bedenkirch, dass dereinst Kuskus auf ihn zukam. Aber erst am 12. Dezember 2009. Na, das hatte ja noch Zeit.

Es ist übrigens ein sehr bekannter und oft bemühter Satz bei Prokrastianern. Dieser Gattung war er zuzuordnen.

Ganz kurios: In diesen 36 Jahren „begegnete“ das afrikanische Gericht dem guten Gerri nicht ein einziges Mal!
Und auch er ging nicht einen einzigen Schritt auf Couscous zu. Nur auf Burger, Pommes, Currywurst und Pizza.

Die 6 Freunde entwickelten sich ganz unterschiedlich. Alle außer Bedenkirch brachten es zu etwas, wie man so schön sagt. Eine Anwältin, ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann, eine engagierte Catering-Chefin, ein Pharma-Referent und die Inhaberin zweier Sonnenstudios – das konnte sich sehen lassen…. Aber Gerfried Bedenkirch,
ja, der durfte als gescheitert betrachtet werden. Er hatte nie einen Fuß in die Tür der Erfolgreichen bekommen. Obschon, wie ja alle ‚Rohloff-Schüler’, aus reichem Hause stammend, wirtschaftete er sich Jahr für Jahr weiter herunter, bis er dann, im Jahr 06 schließlich, bei Hartz IV gelandet war. Zu den opulenten Verabredungen ging er selbstverständlich, immer in einigermaßen vorzeigbarer Garderobe. Noch 1979 hatte er ‚freier Autor’ auf die Frage geantwortet, was er denn jetzt so mache, nach seiner Verpflichtung als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Da Bedenkirch über die Jahre jedoch keine Bücher, nicht einmal einen Artikel in einem Magazin vorweisen konnte, gab er es auf, ‚Autor’ zu sein, pardon, sein zu wollen. Dann, im Jahr 1991, hatte er vorgeblich eine Umschulung zu jenem Zufluchtsberuf aller Arbeitsagenturen, formerly known as ‚Arbeitsamt’, dem Bürokaufmann, begonnen (gelogen!); schließlich, 1997, wurde er Lektorassistent bei einem Viersener Verlag (den es nicht gab!), um dann, 2003, als man sich bei Susanne Sopart traf, keck zu behaupten, er sei nunmehr „Privatier“ - und könne sich dies auch leisten, eine Erbschaft habe ihn aller materiellen Sorgen entledigt. In Wahrheit hatten sich die Eltern schon ca. 1976 von ihm losgesagt, als ruchbar wurde, dass er als Zeitsoldat beim Bund während des Wachdienstes, to- tal betrunken (3,48 Promille!), ohne Führerschein einen Kübelwagen geklaut und diesen ins Haupttor gebrettert hatte. Folge: Kein Soldat der Führungsfernmeldebrigade 900 in Meckenheim konnte am nächsten Morgen seinen Dienst beginnen, weil das Haupttor nicht zu öffnen war. Der Motorblock des Kübelwagens war verschoben; viel Arbeit gab es auch für den Landschaftsgärtner, denn die geliebten und liebevoll gestalteten Parkanlagen des Ge- nerals waren sämtlich verwüstet. Den Vogel aber schoss Bedenkirch ab, als er dem Spieß, der mittels eines in Er- wartung schlimmster Schrecken in den Drahtzaun geschnittenen Loches überhaupt bis in die Wachstube des Ge- freiten Bedenkirch vorgedrungen war, keck meldete: „Keine besonderen Vorkommnisse, hick!“ Fazit: 3600 DM Geldstrafe, 6 Wochen Einzelhaft, Degradierung zum gemeinen Funker, die unehrenhafte Entlassung, Erbschaft gestrichen, Familie wendet sich mit Grauen ab, Trunksucht ahoi, permanentes Scheitern hallo, gutes Leben adieu

 

Im Nu verflogen die Jahre. Am 11. Dezember 09 schließlich riefen die 5 Freunde bei Gerri Bedenkirch an, der Reihe nach, wie es sich gehörte, um sich zu vergewissern, dass die Orgie zu Ehren von Lucullus, Bacchus und Gasterea auch wirklich stattfände. „Na, schon alle Zutaten für dein Couscous im Haus, Gerri?“ scherzte ‚Lucky Luke’ Lukaschek. „Der hat gut reden“, dachte Bedenkirch. „Der hat die Sause ja auch schon hinter sich“. Und musste sich eingestehen, dass im Gegensatz zu den Freunden gerade bei ihm Stil, Klasse, Geschmack, edler Gaumen und Kochkunst nie angehalten, geschweige denn geklopft oder geklingelt hatten. In seinem 18 qm-

Messie-Wohnraum saß er also unterm Dach und hoffte auf ein Wunder. Kuskus, um Himmels Willen, warum ausgerechnet Kuskus? Nie davon gehört. Was brauche ich dafür, wie bereitet man das zu? Bedenkirch pflegte Nudeln mit Ketchup zu essen, tagein und tagaus. Von Weinen wusste er absolut nichts. Seine Freunde dagegen waren erlesenen Weinen zugetan, waren allesamt Profis und Kenner. Gerfried kannte nur TetraPak-Tütenwein-Verschnitt aus diversen europäischen Ländern, 1,5 Liter zu € 1,39. Er prüfte seine Barschaft: € 12,93... Morgen würden 5 Personen in seinem bescheidenen Attic erscheinen, hungrig und durstig. Und sie würden nach Kuskus verlangen! Er war verloren! „Ich bin verloren!“, jammerte Gerfried Bedenkirch. Schließlich, kurz vor Ende der Ladenverkaufszeiten, raffte er sich auf und enterte, bar jeder Hoffnung, einen african shop (Merkwürdigerweise erinnerte er sich gerade jetzt an einen Spruch des Rektors Stimpson aus dem Film „Clockwise“: „Es ist nicht die Verzweiflung, die könnte ich ja noch ertragen, es ist vielmehr die verlorene Hoffnung!“) und fragte schüchtern nach dem Kuskus-Rezept. Hätte er erst einmal das Rezept, würde er improvisieren. Denn Improvisation war ja erlaubt, gemäß §2 der auf einem Bierdeckel niedergelegten Satzung: La haute cuisine impromptue (= gehobene "improvisierte Küche") ist die Kunst, mit Geschick, einfachen Mitteln und notfalls sogar auf dem Campingplatz die Trouvaillen vom Markt oder die frisch am Hafen gekauften Fische zu einem rundum guten, leckeren Essen zusammenzustellen! Er bekam das Rezept. Gaby Cordes, die Perfektionistin, hatte noch die Unverfrorenheit be-sessen, darauf hinzuweisen, dass sie auf ihrem Plan neben seinem Namen auch die Anmerkung stehen hatte: Ägyptische Linsensuppe & Melonen-Kokos-Traum (ja toll…). Sie freue sich schon. Gerade die afrikanische Küche habe ja ihre besonderen Reize... Sie hoffe, der Gastgeber erweise sich der großen Aufgabe als würdig!

 

Melonen-Kokos-Traum… Als hätte er nicht schon genug Trouble im Rücken. Nie hatten ihn die Freunde je in einer seiner bislang 44 Wohnräume besucht, weil er eigentlich ständig umzog. Nun wohnte er seit gut 6 Mona- ten hier unterm Dach, € 125 plus Nebenkosten. Heizung? Konnte er sich nicht leisten. Es gab nur 2 Stühle und einen uralten Schwarzweiß-Fernseher, 3 Matratzen übereinander dienten als Bett. Er würde EINIGES zu erklä- ren haben, dachte Gerri. Und die Schlafraumecke seines 1-Zimmer-Apartments würde er „irgendwie abdecken“, beschloss er tapfer. Was er dringend brauchen könnte, wäre so ein loyaler Freund wie in der „real“-Werbung. Ja, das wäre es jetzt: „Heiner, hör zu, ich brauch´ noch 3 Stühle, 6 Weingläser, 2 Teller, 6 Dessert-Teller, 3 Löffel, 5 Gabeln, 4 Messer, 1 große Pfanne, drei Servier-Schüsseln, 6 Salatteller, 8–10 Flaschen eines exklusiven Spitzen-weins, 3 Flaschen Sherry, 1 Esstisch, 1 Couchtisch, 1 Couch, 1 Flachbild-TV-Gerät, mehrere Wohnaccessoires, diverse Flaschen des japanischen Spitzenwassers „Rokko No“ und natürlich, alle Zutaten für ein 3-Gänge-Menü.

Heiner, es könnte auch nicht schaden, einen Elektroherd für die Zubereitung des Gelages zu bringen. Geht das?“

Nun, was haben wir denn da? 3-Gänge-Menü, mit einer Ägyptischen Linsensuppe als Vorspeise, mit dem traditionellen KUSKUS als Hauptgang, und mit Afrikanischem Melonen-Kokos-Traum als Dessert (6 P.)

 

750 gr. mageres Hammelfleisch, 150 gr. Butter, 1 ½  St. Zwiebel, 2 ½  St. Knoblauchzehen, etwas Salz, Pfeffer und Chilipaprikapulver,

2 St. Lorbeerblätter, 12 EL grüne Erbsen, 1 ½ St. Kohlrabi, 3 St. Tomaten, 3 St. Paprikaschoten, 4 ½ St. Mohrrüben, 1 ½ EL Tomaten-
mark,
1 ½ TL Tabasco und etwas rote Pfefferpaste/“Awaze“, zudem 375 gr. grober Grieß und 250 gr. Jama-Jama (afrikanisches Gemüse)

 

Aha! € 12,93 standen rund 24 Zutaten, nimmt man Vor- bis Nachspeise zusammen, gegenüber. Ein Dilemma! Morgen sollte das Gelage stattfinden! Und die Bude sah wie ausgekotzt drein. Überall Häufchen, Berge und Schichten allerlei undefinierbaren Gemenges. Die „Küche“ bestand aus einem Single-Platten-Kochgerät zu € 9,99. Es gab 2 Töpfe, 1 Minipfanne, 4 Teller, 3 Löffel, 1 Gabel und 2 Messer. Das war´s. Gerri sichtete seine Vorräte: Nudeln, jede Menge Ketchup, Salz, etwas Pfeffer, ein Kanten Brot, eine Mikroeinheit Margarine und etwa ¼ Liter Rapsöl. Daneben fand er nur noch ein Päckchen Muskatnusspulver, abgelaufen zum 31.12.2006.

„Scheiß auf das Gemüse“, dachte Gerri. Das isst eigentlich keiner wirklich gern. Wir lassen Grünzeug also weg.

Sollte er sich krank melden? Aber nein, er war ein Mann von Ehre. Niemals würde er kneifen. Mit dem, was mir zur Verfügung steht, werde ich „schon irgendetwas zaubern“, dachte der tapfere Mann. Hier ging es um die Ehre (und um die Freundschaft); schon lange hatte Gerri das Gefühl, nicht mehr so richtig für voll genommen zu wer- den. Ja, ihn beschlich das Gefühl, man misstraue seinen Geschichten, glaube ihm nicht vollinhaltlich, wenn er in ausschweifender Art und Weise von seinem abenteuerlichen Leben „im Penthouse“ berichtete. Täglich Chablis, Entrecote vom japanischen Kobe-Rind und stets die teuersten kubanischen Zigarren, ein sorgenfreies Leben mit wechselnden Schönheiten, immer auch mindestens zwölf Flaschen Dom Pérignon oder Veuve Clicquot für alle Eventualitäten auf Vorrat gelagert. Man wisse ja nie, welches A-lphamännchen, welcher B-Promi, welches C-Körbchen oder welcher angesagte D-Jay „noch mal eben auf einen Sprung beim Lebemann und Privatier Gerri Bedenkirch vorbei schaue“. Die dolorose Realität: Internet-Anschluss gekündigt, das Konto bis zum Anschlag überzogen, seit Ende 01 solo, Übergewicht, Leberleiden, Raucherhusten, Messie-Bude, null Freunde, keinerlei soziale Bindung und eine Barschaft, die wahrlich stammeln zu machen sich nahezu aufdrängt: Super, € 12,93!!

Dann war der große Tag gekommen. Um 12:12 Uhr öffnete ‚Gerri’ die Augen an diesem Samstag. Die Freunde würden etwa um 16:00 Uhr eintreffen. Er hatte also alle Zeit der Welt. Zunächst räumte Gerri auf, putzte sogar (erstmalig!) die Wohnung, „machte das Bett“ und stellte ein paar Kerzen auf, die der Vormieter vergessen hatte.

Ab zum ALDI-Markt: Heute sollte SEIN großer Tag sein, heute galt es also… Er, Gerfried Bedenkirch, würde – charmanter Plauderer und eloquenter Kampfausredekaiser – die Dinge schon irgendwie zurechtzurücken wissen, beschönigen, relativieren und die Defizite wettmachen können. Gerri, die alte Kämpfernatur, nunmehr 56 Jahre alt, 124 kg schwer, leerte den kompletten Vorrat seines treuen Tetrapak-„Rebenfreundes“, flotte 10,5 % Alkohol im finsteren, undefinierbaren Gemisch, nahm die 17 Beutel Abfall mit nach unten und kaufte ein: 2 x Tüten-Lin- sensuppe (würde er schon noch „ägyptisieren“), 6 x Bounty (der Melonen-Kokos-Traum!), 2 Packungen Golden Sun Spitzen-Langkornreis Surinam-Guyana im Kochbeutel (je 8 x 125 gr., das bedeutete Reis satt, und würde ja wohl ebenso gut, wenn nicht besser passen als dieser grobe Grieß für sein Kuskus), 6 x „Rebenfreund“ zu je 1,5 l und Schmalzfleisch in der Dose. Ausgegeben hatte er, bis auf 4 Cent, die komplette Barschaft. In einem exquisit anmutenden Speiselokal fragte er nach leeren Weinflaschen („Für meine private Sammlung“) und erhielt 2 nette, leider leere Flaschen Sangiovese und 4 leere Flaschen Merlot. Nur dumm, dass der „Rebenfreund“ ein Weißwein zu sein die freche Stirn besaß. Ab nach Hause. Attic, sweet Attic, dachte Gerri. Ich muss hier irgendwie noch ein wenig Weihnachtsflair hinein bringen. Haben Sie es bemerkt? „Irgendwie“ ist eine Lieblingsfloskel Bedenkirchs und ohne Zweifel auch irgendwie das Credo, Dogma und Motto eines jeden Prokrastianers. Aufgeräumt war jetzt nicht nur die peinliche Bude, aufgeräumt war auch die Stimmung des passionierten Kochs und Lebemannes G.B.

 

 

 

GROWING CONFIDENCE! Vom Nachbarn borgte er sich einen Viertelliter Frostschutzmittel. Mit satanischem Grinsen füllte er den TetraPak-Rebenfreund, vermengt mit ein wenig Frostschutzmittel, in die Glasflaschen ab… Uhrzeit? 15:12 Uhr! 3 Liter Wasser kochen, das ging flott. Liebevoll drapierte er die 6 Bounty auf dem winzigen Tischchen im „Speisesaal“.... Trostlos wirkten die 3 Löffel, die Solo-Gabel und die 2 Messer neben und rund um die 4 Teller. „Dish-Sharing - waaaas? Das kennt Ihr nicht? Unter Freunden zurzeit DER Hit in der Alternativsze-ne, Leute!“ Ja, genau SO würde er es den Freunden verkaufen. Und die Musik zum Gelage? Um 15:48 Uhr grif- fen die Accessoires (4 unterschiedlich große Kerzen), die Musik (Koffergrammophon mit Lautsprecher im Dec- kel, kratzend und scheppernd ertönte „California uber Alles“ von den „Dead Kennedys“), der herrliche Duft von Schmalzfleisch mit Kochbeutelreis [stark überwürzt], durchwabert von Linsensuppe-Odeur & die Kerzenschein- Atmosphäre so raffiniert ineinander und daneben, dass vor dem inneren Auge des Betrachters eine Art Kakopho- nie aller Sinne entsteht. Numinos, dachte Gerri, ich habe es wirklich geschafft, ich bin der Impro-Star des gesam-ten Okzidents. Marginal, etwas grenzwertig, aber doch auch sehr exklusiv und interessant.... Das obszöne Odium seiner Schlafstelle hatte er dezent mit seiner kompletten Garderobe überdeckt. Er übte schon mal den 1. Satz des Gastgebers: „Nehmt bitte Platz, das exorbitante Hors-d´œuvre harret Euer!“ Der tiefgekühlte Rebenfreund in den edlen Glasflaschen (keine Gläser!) und der sanfte Schein der Kerzen – all dies machte ihn glücklich. Es würde in jeder Hinsicht ein denkwürdiger Abend des Schlemmens und der Freundschaft werden. Ein letztes Abschmecken und Probieren! Klasse! Es klingelte. Die Dead Kennedys röhrten. Gerri öffnete. „Ist das kalt hier!“, meinte Gaby.

 

Rechts, das bin ich, 1987. An der Post in Handschuhsheim, mit Goldlack. Ob diese Gurke auch heute noch dort prangt? Links, das war die Aktion auf dem Marktplatz in Wilhelmshaven, gleich nach dem Super-GAU (Tschernobyl). Das Schild habe ich immer noch.

DIE BESTEN SPRÜCHE


1.                „Sind Sie allein erziehende Mutter? Nein? Möchten Sie vielleicht eine werden?“

2.                SIEG ODER SUIZID! GLADIOLEN ODER TOD!

3.                Nur ´ne Knarre löst die Starre

4.                „Sie verfluchen mich? Dafür segne ich Sie!“

5.                Meine geistig-moralischen Mechanismen sind äußerst komplex und, vor allem, sehr mysteriös.

6.                Ich wünsche allenthalben eine rundum fröhliche Verwesung

7.                Stimmt´s, Sie leben nicht gern, richtig?

8.                Ansage an alle Hawaii-Hemden-Träger: Ey, kann man das auch leiser stellen?

9.                Fresse, sonst kärchere ich dich wech…

10.             Gnade euch Gott, wenn ich eines Tages die Tabletten komplett absetze…

11.             Ach, wenn Gott das noch hätte erleben dürfen…

12.             „Und mit wem habe ich das Missvergnügen?“

13.             Nun, er ist zwar aus diesem Raum verschwunden, aber es wabert immer noch Blödheit, Stumpfsinn und totale Ignoranz durch das Zimmer…

14.             Bier macht dick, Schnaps macht krank – Ich bin Kiffer, Gott sei Dank!

15.             Heute kann ich leider nicht, ich muss die Testsiege des Direktversicherers COSMOS DIREKT zählen…

16.             Kannst Du nicht vielleicht woanders dämlich sein?

17.             Mithilfe eines guten Therapeuten wirst Du mir mit den Jahren möglicherweise verzeihen lernen können!

18.             Dummheit frisst, Weisheit säuft, Reichtum kokst – und ganz ohne jeden Zweifel: Wahnsinn kifft!

19.             WIXTESTOSTROTZ krieg´ ich ihn immer noch hoch…

20.             Tu uns bitte allen einen Gefallen und knüpf Dich auf der Stelle auf!

21.             Always remember: Amateurs built the ark, but fucking professionals built the fucking Titanic, man!

22.             GET LOST – DROP DEAD – NOW CRAP! – SO HAVE A BAD WANK, YOU GAY SUCKER...

23.             Da strecke ich doch lässig meine Beine aus und verrichte in aller Ruhe meine Notdurft!

24.             Wie kann man einen Schauspieler heiraten oder überhaupt mit ihm liiert sein? Wie kann man wissen, wann er oder sie die Wahrheit sagt und wann er lügt und wann er nur einen Text rezitiert. Wie? Wann?

25.             Glück bedeutet in erster Linie eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis!

26.             Alles Scheiße, alles Mist, wenn du nicht im Kiff-Rausch bist…

27.             Monk in ‚Mr. Monk in Las Vegas’ (13.10.09, RTL): Es gibt ein Sprichwort: Verändere nie irgendetwas!

28.             Benötigen Sie Hilfe beim Examinieren der zerlumpten Überbleibsel meiner peinlichen Existenz? (Nette kleine Frage eines Umziehenden, vor seinem Sperrmüll stehend, an einen Wühler & Sucher gerichtet!!)

29.             Willkommen in Losertown! Population: EINE PERSON! DU! Und ich denke, du wirst Bürgermeister!!

30.             Bei Gefahr, in größter Not, bringt der Mittelweg den Tod!

31.             Nichts getan und nichts gesagt, nichts gekannt und nichts gewagt, so viel ist geschehen, doch ich habe nichts gesehen…

32.             Wünsche allseits eine fröhliche Verwesung!

33.             Hallo Fräulein, ficknicken wir zusammen?

 

Wer mir sagen kann, was diese 3 Bilder miteinander verbindet, der bekommt von mir ein sehr persönliches Geschenk geschickt!

 

 

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2009-2010 © GHERKIN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich schreibe viele 'Shorties', z.B. die Cucumberian Chuzpisms. Hier ein nettes kleines Beispiel dafür:

Abbruch der Liebesbeziehungen, Auflösung sämtlicher Bande, Verlust jeglicher Optionen -

oder:

Das Scheitern einer sich doch irgendwie zunächst recht hoffnungsvoll entwickelnden Liebe


(Padiamenope Ba Pallawatsch Esq.) ©2010


Heiner Halusperk war enorm aufgeregt. Es gab 12 Gründe. Zunächst die Vorfreude auf das 1. gemeinsame Weihnachts-Fest mit seiner neuen Liebe, Niniveh Aichwey, mit der er nun seit fast 3 Monaten zusammen war. Dann auch, weil er bei Ninivehs Eltern zum Weihnachts-Fest eingeladen war und sie dort überhaupt zum ersten Male kennenlernen sollte. Das war ja schon Aufregung genug. Was die Situation für Heiner enorm komplizierte, war, dass die Aichweys überhaupt kein Weihnachtsfest feierten, sondern Chanukka. Wie kann man denn Weihnachten NICHT feiern? Heiner war völlig verwirrt. Grund Nr. 4: Die Aichweys sind Juden! Wie um alles in der Welt verhält man sich Juden gegenüber??? Heiner hatte noch nie in seinem ganzen Leben einen Juden getroffen oder bewusst wahr genommen. Und die einzige Jüdin, die er kennt, ist Niniveh -- und dies auch erst seit 3 Monaten. Bislang hatten unsere 2 Turteltauben andere Gesprächsthemen gehabt als Religion und Judentum. Niniveh ist eine Liberale, was bedeutet, dass sie zwar den Schabbes (Sabbat) heiligt, die Basis-Rituale und auch die"Koscher-Gesetze" grundsätzlich einhält, sonst aber recht freizügig und locker durchs Leben geht. 'Nini' glänzt aber vor allem durch eine profunde Kenntnis, ihren mosaischen Glauben betreffend. Sie kennt Thora und Talmud, kann jederzeit Auskunft geben. Doch die Religion /Konfession hatten die beiden Liebenden bislang noch nicht einmal angedeutet thematisiert. Es hatte Beide 'volle Breitseite' erwischt. Sie waren dem jeweils Anderen sofort dermaßen verfallen, wie du nur einem Blitzschlag verfällst, der dir unvermutet jäh durch den Brägen schießt (ÜBRIGENS: daher rührt der Begriff 'brägenklüterig' - bezeichnet sehr gut den Zustand nach einem Blitztreffer). Der 5. Aufreger: Die Aichweys feierten ihr Tempelweihfest vom 12. Dezember bis zum 19. Dezember, an anderen Jahren vom 27.12. bis zum 2.1.! Für Heiner Halusperk ist DANN Weihnachten schon vorbei.... Jeder vernünftige Mensch freut sich doch zu dieser Zeit auf die Jahreswende?! Und nur bis zum 19. Dezember zu feiern (wie im Jahr 5770, was dem christlichen Jahr 2010 entspricht), war für Heiner noch schlimmer. Kurz davor ist für die Juden das Fest vorbei??? Furchtbar!

 

Doch es fehlen ja noch sieben weitere beunruhigende Punkte in Heiners Liste!

5. Nächstes Chanukka also feiern die Juden vom 12. bis 19. Dezember! Da blicke noch einer durch. Heiner ist der Meinung, man solle solch große Feste, die zudem noch religiösen Ursprungs sind, immer zur gleichen Zeit feiern. Er begreift das einfach nicht. 6.: Ein für Heiner sehr gewichtiger Punkt! Auf der Einladungskarte steht: >In diesem Jahr darf ich Sie voller Freude zu einem Weihfest laden, das die wilden 70er Jahre einleiten wird!< -- Zunächst hat Heiner vermutet, der Printshop hätte hier Mist gebaut. Aber Niniveh hatte nur gelacht und ihn ein 'so kleines Dummchen' genannt. Und 8.: Niniveh hatte ihm gesagt, dass sie mit ihrer Familie erst vor 10 Wochen das Neujahrsfest 5770 gefeiert hatte! 9. Punkt: Niniveh erzählte Heiner, dass im nächsten Jahr bereits am 16.9. gefeiert werde! Man nenne das Fest Rosch HaSchana oder Neujahr, und 5770 beginne es am 19. September 2009. Heiner war sprachlos! Welch ein Chaos! Was für ein immenses Tohuwabohu! SEINE ureigene Religion, Heiner ist protestantisch, hatte ein solides Fundament, stabile Eckpfeiler, sichere tragende Wände und klare Fenster! Was er da hören musste, verunsicherte ihn doch sehr. Und keine fünf Wochen zuvor hatte ihm ein Arbeitskollege gesagt, er müsse sich jetzt, da er mit einer 'süßen Jüdin ginge', Schläfenlöckchen wachsen und kräuseln lassen. DAS hatte ihn ENORM BEUNRUHIGT! Nicht nur EIN WENIG beunruhigt, nein, ENORM BEUNRUHIGT!

 

Der 10. Grund machte eigentlich die meisten Sorgen: WAS NUR SCHENKE ICH NINIVEHS ELTERN? Böser Traum Nr. 11: Die Aichweys sind weit gereiste, belesene, sehr vermögende, FÜNF Sprachen (neben der Muttersprache, Iwrit [Amtssprache in Israel; Neu-Hebräisch]) fließend beherrschende, Antiquitäten (meist Rokoko) sammelnde Kunstkenner. Ja, ein äußerst musisches und diverse Musikinstrumente spielendes Paar - das sind die Aichweys. Echte Intellektuelle. Heiner jedoch ist die Amusie in Person. Und überhaupt nicht ''smart''. Leider! Er hatte die Schlosserlehre nicht beendet, befand sich nun in der Umschulung zum Netzwerksachbearbeiter (DAA Krefeld). Das monatliche 'Einkommen': etwa 360 Euro. Da war Schmalhans Küchenmeister! 12. und damit letzter ÄCHZ-Punkt auf Heiners Stress-Liste: Bei Juden durfte man diesen Psychopathen Hitler ja, wenn möglichst, nicht erwähnen. Heiner aber fluchte für sein Leben gern so: „Verfickter Hitler, noch mal…“ Das wird nicht gut ankommen, denkt Heiner. Ich muss unbedingt schauen, dass ich diesen Fluch unterlasse. Tunlichst!

Niniveh und Heiner erlebten sehr intensiv herrlichste Wonnen miteinander. O ja, die Sexualität stand zur Blüte der Verliebtheit deutlich im Vordergrund und wurde heftig ausgelebt. Vor knapp sieben Wochen hatten sie sich 'Alles' gesagt! Erfreulicherweise passten die Vorlieben, Neigungen und die bislang gefangen gehaltenen Fantasien ganz hervorragend! Mittwoch, der 16.12.2009 - der große, aufregende Tag war da! Heiner tauchte mit sechs Geschenken bei den Aichweys auf, mit hochrotem Kopf und klatschnassen Handinnenflächen.... Extrem verlegen grienend trocknete sich Heiner die Hände am schweren, mit einer goldenen Kordel gehaltenen Vorhang im Eingangsbereich, woraufhin just die Augenbrauen aller anwesenden Aichweys bis fast zum Haaransatz hochschnellten!! Das startete ganz miserabel, ganz schlecht…

 

Artig war Heiner auch gegenüber den Großeltern, sowie Ninivehs sechs Jahre jüngerem Bruder (16) ein kaum energisches Kopfnicken zur Begrüßung gelungen. Man versammelte sich im in warmen, satten Farben so einladend-geschmackvoll wirkenden Wohnraum der Residenz Aichwey!! Das 'Maruch Aba' und 'Sholem Aljechim' hatte Heiner mit 'Grüß´ Gott!' entgegnet. AUTSCH!

Herrlich weiche, äußerst gemütliche Sitzgelegenheiten bestaunte Heiner jetzt, versank schließlich in einem gewaltigen Ohrensessel, um sich herum die sechs verpackten Geschenke für die Familie Aichwey. Man musterte sich... Ein gewisses Missfallen stand allen Beteiligten (außer Niniveh) deutlich ins Gesicht geschrieben. Es gefiel nicht, was man da besah, ja, beschauen musste! Dieser Bursche war unmöglich gekleidet (Jeansanzug, Cowboylederstiefel mit Applikationen), auf dem Revers lud je ein gewaltiges Doppel-'H' zum Staunen ein. Heiner nestelte nun die filterlosen Camel heraus und steckte sich eine an.

 

Jetzt waren aber auch ALLE geschockt, selbst Niniveh. Sie zischelte Heiner, sichtlich entsetzt, zu: "Unerhört! Dies hier ist ein Nichtraucher-Haus, du Dööskopp!!". Heiner quetschte seine Filterlose in einem Serviettenring aus, versank wieder im Sessel und in tiefes Schweigen. Später dann imponierte der Lebensgefährte Ninivehs durch recht lautes Schmatzen, durch schlüpfrige Zoten und durch die wiederholte Anforderung (auf recht schnoddrige Art) einer 'neuen Flasche von dem, was in den anderen beiden auch schon drin war...'. Großeltern, Eltern, der Bruder - selbst Niniveh, ALLE waren geschockt! Doch das ALLES sollte noch übertroffen werden, als der Zeitpunkt nahte, die Geschenke auszutauschen. Mit einem fröhlichen 'Auf den guten alten Jesus!' warf er seine Päckchen, bereits angetrunken, dem jeweils Begünstigten zu! Die Brauen tanzten unentwegt.

Fassungslos wickelte Frau Sarah Aichwey einen in mit christlichen (!) Symbolen bedrucktem Geschenkpapier verpackten Jamon Serrano (das ist eine spanische Schinkenspezialität vom Schwein!) aus, während ihr konsternierter Gatte eine Doppel-CD-Edel-Box in Händen hielt; ein Querschnitt aus Richard Wagners Werken 'Lohengrin' und 'Siegfried'. Heiner war der Meinung gewesen, man müsse den Aichweys irgend etwas Kompliziertes im Bereich Klassik kaufen. Es war dann wiederum der Arbeitskollege, der sehr hartnäckig für Richard Wagner warb. „Es ist gerade Wagner, den die Juden lieben, Hein, altes Haus! Glaub´ mir ruhig, Wagner ist immer die 1. Wahl in Sachen Klassik bei den Juden!“

Ninivehs jüngerer Bruder Ben wickelte eine Plastik-Jesus-Puppe (mit winziger Dornenkrone auf dem "blutigen" Haupt) mit einem Schalter am Sockel aus. Als Benjamin den Schalter betätigte, schwang der Plastik-Jesus die Hüften, tanzte recht feurig, drehte sich - und röhrte lauthals, blechig-scheppernd, die AC/DC-Hymne "Highway to Hell". All die Aichweys hielten die Luft an - die überdies beinahe zum Schneiden war...

 

Aichwey Senior hatte sich so sehr gewünscht, sein Filius Benjamin hätte diesen Schalter nicht betätigt, in sehr weiser Voraussicht dessen…

 

Man wollte nun ALLES wissen, und fieberhaft nestelten nun Opa und Oma Aichwey an ihren mit jeweils weit über 30 Tesafilm-Streifen nahezu mumifizierten Geschenkpäckchen. Da - endlich kam zum Vorschein, was vielleicht besser hätte verborgen bleiben sollen! Die beiden braven alten Leutchen hielten je ein 'Neues Testament' in zittrigen Händen, den Tränen nah... Wieder dieser Arbeitskollege! Hatte ich erwähnt, dass er Heiner abgrundtief hasst? Nein? Dann soll es JETZT Erwähnung finden: Er hasst den Heiner Halusperk!!

Ein Affront, Tort, Lapsus Maximus, wohl nahezu ein Sakrileg! Fassungslos die Aichweys. Alle Augen richteten sich auf Niniveh. Ganz langsam setzte sie ihr Geschenk frei und hielt es letztlich in den Händen, ein etwa 20 Zentimeter langer Gegenstand, schwarz, mit kleinem Griff, an welchem etliche Lederstreifen mit Nieten befestigt waren. "WAS IST DAS?" fragte Niniveh nicht, nein, sie schrie es heraus! Dabei schwenkte sie das seltsame Teil anklagend über ihrem Kopf!

"Daaas, meine süße Zuckerschnecke, ist eine Hodenpeitsche! War nicht billig, Baby!! Und damit kannst du mir nicht nur die Nüsse züchtigen, ich kann damit auch sehr gut deinen süßen Knuspertitten eine kleine Abreibung verpassen... Zum dreifach verfickten Hitler noch mal!"

Nun, um es kurz zu machen, siehe Titel der Geschichte - Heiner Halusperk fand sich alsbald auf der Straße wieder. Mit einigen leider sehr unschönen Worten, die man bislang in der Residenz Aichwey noch nie gehört hatte, war Heiner verabschiedet worden. Es sollte ein Abschied für immer sein! 'Wie gut, dass die 'Nini' nicht auch noch die beiden Dildos, diese scharfen Doppeldecker (Anusstimulator, rotierend), und den Riesenvibrator mit Noppen vorgezeigt hat', dachte Heiner besäuselt und trollte sich von dannen... Er sollte nie wieder eine Jüdin zur Freundin haben. Und seine Erlebnisse mit den Aichweys schürten noch zusätzlich die sowieso schon latent vorhandenen Vorurteile. Wie ärgerlich…


ENDE

Im Schlaf murmelte ich: „Ach jaaa, der Gedanke an Selbstmord hat durchaus auch
etwas Tröstendes!“ - In dieser Nacht erschien mir ein Engel und warnte: „Höre, alle
Selbstmörder bekommen, von Gott persönlich, die Hände auf dem Rücken zusam-
men gebunden, mit FlexCuffs, danach schlägt er sie mit kleinen Säckchen, in denen
2-Euro-Stücke sind, jede Menge, immer wieder ins Gesicht, oft stundenlang, je nach-
dem, wie viele Menschen unter diesem Suizid zu leiden hatten (z.B. bei einem Auto-
unfall, extra herbei geführt, bei dem weitere Menschen starben). Ich schlage daher
vor, Du überlegst Dir das noch mal. Immerhin müssen die mit den total zerknautsch-
ten Schnauzen in alle Ewigkeit hinein so herum laufen!“ „Oh, und ich dachte, Selbst-
mörder kämen per se in die Hölle!“ antwortete ich im Schlaf. „Ach was, Blödsinnn“,
sagte der Engel, „das passiert nur im Comic! Selbstverständlich kommen sie in den
Himmel, denn der Suizid setzt ja stets gewaltige seelische Qualen voraus. Das sind
eben diese Qualen, die, auch bei schlimmster Sünde, die Seele in den reinsten Zu-
stand zu versetzen in der Lage ist!“. „Ach so? Und ist bei euch also auch Hitler, der
Goebbels, Göring und zum Beispiel Möllemann, Barschel, Jim Jones, David Koresh,
Jimi Hendrix, Jim Morrison, Janis Joplin, Marilyn Monroe und Kurt Cobain zu finden?“ – „Ja, doch die gute Marilyn ist in der Hölle – das war nämlich kein Selbstmord, das war Mord!“ „Oh, das ist interessant! Habe ich nicht gewußt!“ „Dann weißt Du es jetzt.

Auch unser Neuzugang Michael ‚Moonwalk’ Jackson ist übrigens in der Hölle….
Und frag´ bitte nicht, wie die Fresse dieses üblen Erz-Engels Adolf Hitler aussieht....“

„Lebt denn Elvis noch?“ „Jetzt werde bitte nicht albern. Der Typ ist total depressiv. Er
kann einer gewissen Priscilla nicht verzeihen, dass die mit Michael Jackson fickte! Aber da Michael jetzt auch hier ist, können die sich jetzt persönlich zoffen! Übrigens, mit dem letzten Zugang hatten wir totalen Stress – Kennedy! Der weigerte sich partout, als der im Himmel einzig vertretener Kennedy weiterhin in der Ruhmeshalle „the good politicans“ zu bleiben. Er wollte unbedingt zu seiner Familie nach ganz unten, äh, du weißt schon“.

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Barbara Salesch (Original-Zitat): „Wir verhandeln heute den Totschlag an Ihrer
Gattin, Herr Oettinger. Ihr Familienstand?“ „Ich bin verwitwet, Frau Richterin!“

HOW TO KNOW IF YOU ARE UNDER THE INFLUENCE OF SOME ILLEGAL SUBSTANCES (maybe angel dust, magic mushrooms, spice, ecstasy (mdma), ganja, dope, lsd, koks, crack, amphetamine, katt, “h”, edding, pattex, mescalin, alkohol etc.) 

1)       You used to say “Booaah Aldaaa” all day and night

 

2)       You want to buy and eat sweets all day and night

 

3)       You genuinely enjoy the awesome "Bill Cosby Show" or the “Golden Girls”

 

4)       You fucking talk toooooo much

 

5)       Life seems pretty good so far

 6)       Cotton mouth

 

7)       Flashing red eyes

 

8)       Questions like “are eyebrows even becoming grey when your hair
  turns grey slowly?” become very, very important

 

9)       You really fell out of your chair laughing when goggling “Teletubbies”

 

10)     A lot of hilarious consequences, old son, I bet

 

11)     Silly continuous, uncontrolled laughing, giggling and tittering

 

12)      Male: Your balls itching permanently/Female: You want to buy shoes

 

Sonstiges

 

 

 

  • Das Wort Flatus findet man auch im Begriff Afflatus.

 

Flatulenz

Laut furzend ging er eilenden Schrittes durch die Hotellobby in Richtung Tagungsraum. Es war wohl die Aufregung, vielleicht auch der fette Schweinebraten mit Speck von gestern Abend. Schwer wird's leicht, vor allem, wenn man die regionale Küche so mag. Aber nun mußte er präsentieren, nicht seine Idee, nicht seinen Vortrag, ohne Überzeugung aber auf Geheiß und vor vielen unbekannten Gesicherten.

"Es ist immer wieder schön, Menschen zu treffen, die noch solche Freude an der Wahrnehmung Ihrer Körperfunktionen haben!" Lässig zurückgelehnt sprach sie, in der Hand die Zigarette noch glimmend vom kräftigen Zug, den Sie genommen hatte, fein drapiert alles in einem unglaublich langen Mundstück - wohl aus den Zwanzigern, Retro-Fashion im schlimmsten Fall. Wie sie es schaffte, erst zu sprechen, dann auszuatmen und dabei kleine Rauchkringel vor sich her zu pusten, war ihm unbegreiflich. Vielleicht sang sie, in einem Chor oder Solo, schwamm viel; jedenfalls wußte sie hauszuhalten mir ihrer Luft.

"Ich ... es tut mir leid, Verzeihung." stammelte er.

"Warum sollte es das? Stehen Sie bequem!" Tatsächlich entspannte er ein wenig.

"Ich glaube, ich verstehe nicht."

"Sie müssen nicht verstehen. Dafür benötige ich Sie nicht. Verstehen ...", sie legte eine Pause ein, führte das Mundstück zu ihren Lippen und inhalierte. Ihr linkes Bein, das bis jetzt überschlagen auf dem rechten lag, setze sie nun auf den Boden, beide Beine jetzt leicht gespreizt, ihren Oberkörper beugte sie etwas nach vorn; angespannter als vordem. Er konnte einen flüchtigen Blick auf den Saum ihrer Strümpfe erhaschen. Halterlos, wohl Spitze oder jedenfalls ein gutes Imitat. Sie bemerkte seinen Blick. "Verstehen ist mir nicht nützlich. Ich benötige allein Ihre Körperfunktionen. Freilich nicht in Ihrem jetzigen Zustand - Speck und Zwiebeln vermute ich? - sondern ... auf eine andere Weise."

"Wovon sprechen Sie? Was ... Ich muß zur Konferenz, ich habe wenig Zeit!"

"Ich möchte Ihre Zeit nicht über Gebühr in Anspruch nehmen. Jetzt nicht. Selbstverständlich, gehen Sie, ich respektiere Ihren Beruf. Aber kommen Sie wieder. Ich denke, Sie können mir etwas geben. Etwas, dessen ich bedarf."

"Noch immer ... verstehe ich nicht. Ich weiß nicht, was Sie benötigen, ich glaube auch nicht, daß ich es geben möchte."

Sie nahm einen langen Zug, sehr elegant. Schlug die Beine wieder übereinander und zupfte das Kostüm zurecht. "Für einen Augenblick dachte ich, wir hätten etwas gemeinsam." Erst jetzt atmete sie aus und pustete dabei kleine Rauchkringel vor sich her. TEXT: ARNE TRAUTMANN (arnetrautmann.de) for you having tasted the fruit – Musik, Photos, Links, Blog, Bücher, Texte.

 

DAS CASTING

(PaBaPa)

"Yo, das Casting ist offiziell beendet. Mieke, Klaas, Jenny und Patrick, kommt ihr bitte
nach vorne? Setzt euch. Der ganze Rest, tut mir leid, kann gehen. Und was euch VIER
angeht, so darf ich sagen: Großartig! Von immerhin 812 Kandidaten habt ihr allein dies
Casting überstanden, den Contest überlebt. Wie ihr wißt, haben wir nur einen einzigen
Platz zu vergeben - geschlechterunabhängig. Die 12 Prüfungen waren hart, das ist Fakt.
Jenny, kommst du bitte nach vorn? Ehm, Jenny, hör zu, beim Steppen hast du leider oft
gepatzt. Dein Taktgefühl ist mangelhaft. Dafür hast du eine sehr schöne Singstimme. Der
Vortrag "Stupid Girl" (Pink) hatte Drive, Verve und Leidenschaft. Komplettnote ist die 3!
Fragen zur Allgemeinbildung hast dusouverän gemeistert. Auch beim Freestylekrumping
hast du sehr gut abgeschnitten. Nur, und das mußt du dir leider anhören, Schätzchen,
die Choreographie-Vorgabe, vielen Dank, D!, gute Arbeit, hast du überhaupt nicht, nicht
mal im Ansatz, verstanden. Hier ging es auch ums Zusammenwirken aller Kräfte, um die
Teamarbeit, um das Konzept der Gruppendynamik. Du hast auf diesem Gebiet total und
völlig versagt. Wir können dir den vakanten Platz hier nicht anbieten, sorry. (Jenny fertig,
geht weinend ab, wird von Vater und Mutter in Empfang genommen, die selbst auch mehr
als nur enttäuscht sind von ihrem Kind!) So, Klaas, du bist dran. Sehr souverän, Klaas, in
der Gesamtnote hast du eine 3 + und hast damit die Loser-Jenny knapp geschlagen. Mein
Fazit lautet: Du bist sehr begabt, es reicht jedoch nicht für eine große Karriere an dieser
Location. Klar und deutlich angesagt: Der künstlerische Ausdruck - schlaff! Attitüde und
Bewegungsabläufe, Naturell, Wesen, Fluidum, Erscheinungsbild und Intensität - bieder!!
Wo bleibt die Begeisterung? Wo die überschäumende Lebensfreude? Du bist viel zu brav....
Sehr bieder. Du hast ohne jeden Zweifel Talent, das will ich dir nicht absprechen. Aber in
Sachen Teamwork, denk an die Pyramide, Klaas, wer hat die Pyramide zum Einstürzen
gebracht? - das warst doch du, Klaas.... also, in Sachen Teamwork hast du total versagt.
Leider waren auch deine stimmlichen Leistungen bescheiden. "Chasing Cars" von Snow
Patrol hast du komplett in den Sand gesetzt. Du konntest weder die Spannung aufbauen,
noch konntest du die Spannung halten. Die Idee, das komplette Stück im Liegen eher zu 
summen als zu singen, war ein Flop.... Was im MTV-Clip funktioniert, kann nicht auf der
Bühne funktionieren. Allgemeinbildung: sehr gut! Ausdruckstanz und schauspielerische
Fähigkeiten: gut! Wir können dich aber hier nicht einsetzen, weil du insgesamt 4 x total
überrreagiert hast. Das gab Punktabzüge. Eine 'Diva' können wir hier nicht gebrauchen.
War es denn wirklich eine gute Entscheidung, hier als Captain Ahab aufzutreten? Bitte -
bedenke doch, du hast Snow Patrol interpretiert.... Ich finde, du hast das Thema verfehlt.
Du bist letztlich, was die Teamarbeit angeht, keine perfekte Besetzung. Und du weißt ja,
dass wir hier voll auf Teamwork setzen. So! Du kannst gehen, Klaas. (Klaas weinend ab,
droht noch mit der Faust; die Eltern sind sofort bei ihm; die Mutter kann noch verhindern,
dass Klaas der Jury den Stinkefinger zeigt - man hört das Grüppchen noch lange sehr laut
lamentieren). Patrick, bitte nach vorne. Hallo Patrick, schön.... Sehr schön. Du hast uns in
immerhin 8 Kategorien voll überzeugt. Deine Gesamtnote ist eine 2 minus. Unser "D!" ließ
uns wissen, dass du bei der Choreographie-Herausforderung als Bester abgeschnitten und
damit viele Punkte gemacht hast. Aber deine Stimme.... Um Himmels Willen, die Stimme.
Haben deine Eltern kein Geld für einen Gesangslehrer gehabt?? Du triffst die hohen Töne
kaum, oftmals ist dein Gesang eher ein Winseln. Der Vortrag "Maneater" (Nelly Furtado)
ist, das hätte dir klar bewußt sein müssen, nur für weibliche Singstimmen gedacht, führt
nur zu Erheiterung im Publikum, wenn ein Patrick ihn bringt! Es tut mir leid, das war ein
suboptimaler Auftritt. Übrigens bist du auch zu stark geschminkt, wie ein Indianer. Ein
bißchen weniger wäre hier mehr gewesen. Wollten wir den KISS-Nachfolger-Contest?
Ganz sicher nicht.... Allgemeinbildung, künstlerischer Ausdruck, Bewegungsabläufe und
natürlich auch deine nahezu grazile Anmut, dieser grenzenlose Charme, ließ uns hier sehr
stark diskutieren. Du hast Fürsprecher, keine Frage. Doch ich muß hier Entscheidungen
treffen, ich bin es letztlich, der später erklären muß, warum dieser und nicht jener unseren
vakanten Platz eingenommen hat. Und, das habe ich mir nicht leicht gemacht, Patrick, ich
habe gegen dich entschieden. Du kommst zu weich herüber, zu feminin. Sicherlich, Team-
Arbeit liegt dir, sicherlich, im Ausdruckstanz warst du super, Patrick, aber wir hatten dir
die Aufgabe gestellt "rockige Nummer" - und du kommst mit 'Maneater'.... Na, auch der
Text saß wohl nicht so ganz. Wir danken dir, Patrick, du bist immerhin nur ganz, wirklich
nur ganz knapp, am Erfolg vorbei geschrammt. Vielleicht dürfen wir dich nächstes Jahr in
aller Frische nochmals hier begrüßen? Ich würde mich freuen. Bis dahin: Höre etwas mehr
Billy Talent, Franz Ferdinand, Slipknot und Red Hot Chili Peppers statt Seal, Christina
Stürmer & Rosenstolz. Du bist auf einem guten Weg. Aber leider in Richtung Xavier! Wir
aber wollen den zornigen jungen Mann! Und wir sind so perfide und gemein, dir nächstes
Jahr wieder eine 'rockige Nummer' abzuverlangen. Yo, so sind wir! Die infame Jury. Der
Sieger im Contest des nächsten Jahres könnte Patrick heißen. Also arbeite an dir. BITTE
vor allem am Gesang. Alles Gute! (Patrick verströmt Tränen, ist kaum zu beruhigen. Die
ganze Familie ist da, auch Opa und Oma - alle sind der Meinung: Das war nicht o.k. von
der Jury! Ihr Junge war der Hit - und das wurde nicht honoriert!!) Bitte Mieke nach vorn.
Mieke! Glückwunsch! Du hast den Contest gewonnen. Die Choreographie hast du leider
komplett versaut, völlig in den Sand gesetzt. Aber das führen wir auf deine Nervosität und
auf die Aufregung zurück. Wir erkannten dein gewaltiges Potenzial. Außerdem, das sagen
wir klar und deutlich: Dein Vortrag "Prinzesschen" von LaFee war einsame Spitze, hat uns
zu Tränen gerührt. Die frech-dreiste Keckheit, die laszive Wut - allererste Sahne... Du hast
das Stück verstanden und großartig interpretiert. Das gab letztlich den Ausschlag! You won.
Und dies mit der Komplettnote EINS MINUS! Damit läßt du 812 Bewerber klar hinter dir.
An deinem Englisch mußt du noch etwas feilen. Aber das weißt du ja selbst. Die Stiefelchen,
ach Süße, diese Stiefelchen und dein kesses Cowgirl-Kostüm... Ich sage WOW! Nur ich??
Unsere komplette Jury war begeistert!! Und die Punkte soziale Interaktion, Teamwork und
Zusammenspiel der Kräfte hast du glänzend gemeistert. Du bist teamfähig, kommunikativ,
sehr hübsch, hast eine reizende Art und du hast eine große Ausstrahlung! Ob in der Gruppe
oder allein auf der Bühne - du bist atemberaubend gut, Mieke! Wir gratulieren dir herzlich,
in den 12 Kategorien hast du, vielleicht bis auf das Freestylekrumping, super abgeschnitten.
Du hast es geschafft. Von 812 Bewerbern können wir allein dir den freien Platz geben. Der
größte Respekt gilt dir, Süße! Dein Timing ist spitze, du hast ein Auge für das Detail. Denkst
an den Betrachter, weißt dich energisch und dennoch weich und rund zu bewegen. Nicht zu
aufdringlich und niemals zuviel, da beweist du ein Händchen, bei Schminke und Outfit. Diese
Entscheidung, dein Haar völlig anders zu stylen seit dem Rehearsal nach dem 1. Auftritt an
dieser Stelle, war sehr mutig. Sie hat dich weit nach vorne gebracht. Den altbackenen Stil
hast du zugunsten eines frechen Kurzhaarschnitts abgelegt. Auch die knuffigen Stiefeletten
taten ihr Übriges. Ich bin so stolz, dir mitteilen zu dürfen, dass wir mit dir eine CD planen und
zudem möchten wir mit dir als 'Frontbabe' eine freche Kollektion auf den Markt bringen. Der
komplette Stab, ob Maske, Ton, Bild, Licht, Regie & die Script-Leute, ALLE haben an dich
geglaubt und sind stolz, an deinem Triumph teilhaben zu dürfen, ja sogar ein Stück weit dazu
beigetragen zu haben. Die Mühen haben sich gelohnt: Sei nunmehr herzlich und sehr fröhlich
willkommen, Mieke! Herzlichen Glückwunsch! Auch an die stolzen Eltern! Was für ein Talent!
Kokettieren kannst du! Du flirtest mit dem Publikum wie ein Profi. Zu Recht bist du Sieger!!!

 

So, dieser Kindergarten MG Odenkirchen-West freut sich, dich ab 2010 begrüßen zu dürfen!
Im nächsten Jahr heißt es dann: Neues Spiel, neues Glück. Danke an Detlef D!, gute Arbeit!
(Mieke strahlt, bedankt sich artig und läuft schluchzend vor Freude in die Arme der Eltern!
Während die Verlierer immer noch weinen, ist die 3jährige auf dem Gipfel des Triumphes!!
Und die Eltern können ihr immenses Glück kaum fassen: Sie haben einen Kindergartenplatz!)  ENDE

 

Moderne Polizeiarbeit (Padiamenope Ba Pallawatsch)

Sukzessive paßt sich die Polizei den Gegebenheiten an. Innovation und Modernisierung sind
hier keine Fremdworte. Nach einer Flut von Profilern und einigen zehntausenden an Deeskala-
tions-Experten sind nun die ‚gute-Laune-Bullen’ im ‚positive-thinking’-Kampfwagen unterwegs.
Bei Klängen zu Roberto Blanco („ein bißchen Spaß muß sein...“) und Wolle Petry wird gnaden-
los brutal zur Tat geschritten. Ein ‚good-feeling-Animateur’, zunächst noch in Zivilkleidung, wird
mit einem Megaphon in die johlende Menge geschickt. Man duzt sich, ab und an darf auch mal
ein zuvor abgechecktes Alpha-Männchen der 'Gegenseite' (Demonstranten, Gegendemonstran-
ten, Doppel-Gegen-Demonstranten, in der Regel rechtsaußen gegen linksaußen - NeoFaschos
gegen die AntiFa-Bewegung) die eigenen Horden durch entsprechend energische Aufforderung
in die Schranken weisen, wenn bereits Steine und Bierflaschen fliegen. Genau zu diesem Zeit-
punkt zieht sich der ‚gute-Laune-Bär’ um, wirft sich in Uniform. Denn jetzt biegen die Wasser-
werfer um die Ecke. Wie soll er ‚seinen People’ („ich bin doch einer von Euch, ich stehe doch
klar auf Eurer Seite, Leute...“) denn das klar machen? Am ehesten wohl doch in Uniform. Ein
ganz klein wenig mehr Respekt erwächst dann aus dem Rebellenhaufen, den es hier kleinzu-
reden oder mittels Wassergewalt niederzudreschen gilt. Aber die da oben wollen nun einmal

ein neues Bild der heutigen Polizei zeichnen. Dazu gehört eben, seinen Stadtteilbullen als sehr
umgänglichen Kumpel kennen- & lieben zu lernen. Werfen wir einen Blick in den Polizei-Alltag

“Ein vier-sechsunddreissig! Friedrichstr., Ecke Hölderlinweg. Gib Gas, Jens, wir übernehmen
die Sache!“ – spricht zur Leitstelle: „Die Einundzwanzig übernimmt, wir sind in der Nähe!“

Jens und Frieder verlassen das Fahrzeug und sehen sich um, ca. zwei Dutzend Menschen haben

sich vor einem Haus versammelt. „Ist es hier?“ fragt Jens einen Passanten. „Ja, im 6. Stock, da
hat der Kerl die Geisel. Da, wo das Fenster offen steht". „Haben Sie uns angerufen?“ fragt Frieder,
wartet aber die Antwort nicht ab. Er nimmt sich das Megaphon und quäkt zum geöffneten Fenster:
“Guten Tag, ich bin Polizeiobermeister Frieder Senklicht, hier neben mir steht Polizeihauptmeister
Jens Sagekost. Wir ersuchen Sie, Ihr Vorhaben aufzugeben. Das führt doch zu nichts. Über 97,2%

aller Geiselnahmen gehen zugunsten des Arms des Gesetzes aus..... Lassen Sie die Geiseln frei und
dann können wir reden... Noch läßt sich die ganze Geschichte von uns aus locker und friedlich ab-

wickeln. Hallo? Hören Sie mich? Bitte antworten Sie doch... Haaaalllloooooo....“

Aus dem Fenster lugt vorsichtig ein Mann, etwa 40 Jahre alt, Stoppelbart, relativ ruhig. „Ihr könnt
die Geschichte mit der Freigabe der Geisel knicken. So läuft das nicht... Nicht mit mir, Leute!“

„Meister, ich hätte gerne gewußt, warum Du eine Geisel genommen hast. Warst Du an einem Ver-
brechen beteiligt? Waren Dir Kollegen von uns auf der Spur? Warum verschanzt Du Dich, welche
Waffe richtest Du auf die Geisel? Wer ist die Geisel? Kind? Erwachsener? Mann? Frau? Gesund?
Krank? Muß sie/er/es gegebenenfalls Medikamente erhalten? Bluter? Diabetiker? Suchtkrank? Ist
sie/er/es in guter Verfassung? Unterzuckert? Hyperventiliert sie/er/es, wird eventuell ein...“

Jens unterbricht Frieder. „Gut gut, laß mal, das reicht ja wohl fürs erste, Mann“. Er nimmt Frieder das
Megaphon ab, hält den Einfall mit Frieders deeskalierendem und vertraulichem 'Du' für gescheitert, er
geht es anders an und ruft hinauf: „Ist es nur eine Geisel oder sind´s mehrere? Sind es Anwohner oder
vielleicht Verwandte von Ihnen? Ist ausreichend Nahrung, auch für gegebenenfalls mehrere Tage bzw.
Wochen in der Wohnung vorhanden? Der Wasservorrat – reicht er aus? Sie müssen langfristig und

sehr sorgfältig denken und planen. Wie dürfen wir Sie anreden? Brauchen Sie eine Verwandte oder
einen Verwandten hier am Tatort, der begütigend auf Sie einspricht? Wenn ja, welchen Verwandten?
Einen engen Verwandten? Vater, Mutter, Bruder, Tochter, Frau, Opa, Oma, Tante, Onkel oder haben
Sie eine Schwester, die wir holen könnten? Schwestern sind immer recht guuut. Das haben wir näm-
lich zwischenzeitlich gelernt... Oder wollen Sie, daß Ihr bester Freund hierher kommt? Das ist selbst-
verständlich machbar...". Von oben ruft es: "Sie könnten meinen Schwippschwager herbitten. Mit dem
kam ich immer gut aus! - Ach, warten Sie, neee, lassen Sie mal stecken!". Jens: "Äh, wir zwei hier sind
entsprechend ausgebildet, Sie befinden sich in professioneller und mahnender Obhut zweier sehr erfahrener
und äußerst behutsamer Ordnungskräfte. Mit uns können Sie immer spre.....“

„Hören Sie auf, um Himmels Willen, hören Sie auf!“ schreit es vom 6. Stock herunter. „Ich will sofort

eine Flüstertüte, hören Sie? Auf der Stelle bekomme ich ein Megaphon, ist das klar? Hier bei mir ist

die...“ er wendet sich in den Raum hinter sich, Flüstern.... dann „die Fleischwarenfachverkäuferin Severine
Szesziak...“ zur Geisel gewandt, Flüstern... dann „36 Jahre alt, unverheiratet, keine Kinder. Sie ist rein zufällig
meine Geisel geworden. Ich nahm sie nur, um meinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Es gibt nur diese
eine Geisel. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Nun, es verhält sich nämlich so...“. Will zu einem längeren
Monolog ansetzen: "Die Situation ist diese... Ich..."

Jens unterbricht schroff: „Welche Forderungen?“. „Na, die nach einem Megaphon zum Beispiel!“ brüllt
es aus dem Fenster. Die Menschenmenge hat sich verdoppelt... Man kommentiert den Fortgang dieser

doch recht unterhaltsamen Geschichte, diskutiert, erfindet und verwirft Taktiken und Strategien..... Jens ist
verblüfft. „Sie werden doch keine Geisel nehmen, nur um an ein Megaphon zu kommen!“

„Nein, natürlich nicht, Mann! Ich will mit diesem Megaphon vermeiden, weiter so schreien zu müssen.
Die Schaulustigen sind so laut, der Verkehr ist heftig. Ich habe keine Lust, weiter zu brüllen, haben Sie

das verstanden?“ – „Klar, verstanden! Wir fordern ein zweites Einsatzfahrzeug an, dann haben wir das

2. Megaphon! In Ordnung? Das dauert nicht lange!“

“Ja, aber geben Sie Gas. Ich habe nicht ewig Zeit...“. Eine erste Meldung erreicht die Zentrale.

Jens fordert eine zweite Streife an. Die kommt lediglich 12 Minuten später. Klaus-Dieter und Hermann
entsteigen dem Auto. „Wir wissen schon Bescheid – ein vier-sechsunddreissig, Megaphon-Anforderung,
1 Mann mit weiblicher Geisel. Welche Waffe hat der Mann?“ Hermann sieht Jens und Frieder an. Beide

werden rot vor Verlegenheit. Frieder nimmt das 2. Megaphon und schreit: „Geiselnehmer, hören Sie, die
Kollegen sind da, das zweite Megaphon für Sie... Wie können wir es Ihnen übergeben? Zeigen Sie uns am
Fenster Ihre Waffe, ganz deutlich, klar?“

Geiselnehmer: „Ich lasse einen Korb an einem Seil herunter. Da hinein legen Sie das Megaphon. Meine
Waffe ist ein sehr hartes Stück Seife an einer Kordel. Sehr wohlriechend!“ Er hält die Kordelseife aus
dem Fenster. Alle 4 Beamten sehen sich verwundert an. „Inwiefern ist Seife eine Bedrohung? Ich meine,

was würden Sie denn im schlimmsten Fall mit dieser Kordelseife machen?“

Von oben brüllt es: „Ich will nicht so brüllen müssen! Das ist nicht auszuhalten, dieses Gebrülle. Hier ist
der Korb. Legen Sie die Flüstertüte hinein. Ich antworte dann bezüglich der Seife!“

Das Megaphon erreicht den Mann. „Ich heiße Reinhold Bohnsack, bin 42 Jahre alt, arbeitslos, Hartz IV
im Endstadion, geschieden. Ich habe ein mittelschweres Alkoholproblem. Mit der Seife könnte ich die

Geisel verletzen. Ich könnte die Seife zum Beispiel mit der Kordel über meinem Kopf kreisen lassen,

bis die Lavendelseife ordentlich Fahrt hat. Dann würde ich sie, den schlimmsten Fall tatsächlich einmal
angenommen, auf den Hinterkopf der Geisel aufprallen lassen. Sie können sicher sein, das tut nicht gut! Das
kann zu ganz bösen Verletzungen führen, Leute!“

„Zeigen Sie uns die unversehrte Geisel am Fenster!“ schreit Jens hinauf. „Jetzt! Wir spaßen nicht!“

Am Fenster erscheint ein pausbäckiges, hochrotes Gesicht einer dicken Frau. Sie winkt hinunter, die Polizisten
winken freundlich hinauf. Dann wieder der Geiselnehmer mit dem Megaphon. „Hee, ich habe weitere Forderungen,
die unbedingt erfüllt werden müssen, wenn wir ins Geschäft kommen wollen! Auch kein Spaß!“ - Kurze Pause. Dann:
"Auch ich mache auf keinen Fall Spaß hier, Bullen-Twerp!" [Zwerg]

Jens ruft: „Die Seife haben Sie doch dort vorgefunden, richtig? Sie sind bemerkenswert unsortiert unterwegs, das ist ja
das reinste Chaos. Sie haben nicht den geringsten Plan, stimmt’s?“

“Ich weiß sehr wohl, was ich will. Es sind 3 Forderungen...“

Jens unterbricht. „Moment mal, das Megaphon war doch schon die 1. Forderung. Jetzt haben Sie nur noch 2 Wünsche
äh Forderungen frei, Herr Bohnsack. Oder darf ich Reinhold sagen? Ich heiße Jens!“

Reinhold winkt ab. „Kommt nicht in Frage. Meine 2. Forderung: Ich will diese Reiswaffeln. Sie wissen schon, die so
toll mit Schokolade überzogen sind. Die will ich. Und zwar die Großpackung...“ Wendet sich an seine Geisel, Flüstern.
Dann: „Severine mag diese Dinger auch. Wie heißen die noch gleich??? Jedenfalls davon eine Großpackung, klar?“

Frieder mischt sich ein: „Nippon! Diese Reisdinger heißen Nippon!“

„Richtig“, bestätigt Herr Bohnsack. „Davon die Großpackung. Und meine weitere Forderung ist eins dieser Furbys. Sie
wissen doch, diese merkwürdigen Eulenteile, die ganze Sätze nachplappern können. So einen wollte ich schon mein ganzes
Leben lang. Ich weiß nicht, warum ich mir nicht einen gekauft habe, als es sie relativ billig gab.... Sehr seltsam. Das Geld
dazu hätte ich gehabt... Hab’ nie einen gekauft. Können Sie das verstehen da unten? Ich nicht...“. Frieder, sehr empathisch:
„Möchten Sie vielleicht einen Seelsorger? Rabbi? Priester? Imam? Vielleicht einen Methodisten-Prediger?“. Hier
zeigt sich die Wucht der Ausbildung im Deeskalationsprogramm. Frieder war sehr stolz auf sich.
Von oben tönt es: "Ich brauche keinen Pfaffen, ich will, dass Ihr da unten meine Wünsche erfüllt!"

„So hat halt Jeder seine Träume und Wünsche“, brüllt Frieder. Seine Deeskalationstechniken, in 24 Doppelstunden mühsam
eingepaukt, wirkten hier wahre Wunder. „Welche Farbe soll Ihr Furby denn haben, Bohnsack, welche? Die gibt es doch in
allen Regenbogenfarben...“

Bohnsack: „Blau! Unbedingt blau. Und geben Sie acht, daß dieser kleine Kerl Sätze nachsprechen
kann, ich will hier keine Panne erleben. Das Leben der Geisel hängt schließlich davon ab, wie Sie jetzt reagieren da unten....
“Die Geisel taucht kurz am Fenster auf, winkt erneut hinunter. Es ging ihr gut,
soweit man das überblicken konnte. Severine schien derzeitig nicht ernsthaft in Gefahr zu sein.

Jens zu Frieder, Hermann hört das Gesagte: „Ob der Typ da oben einer Anstalt entsprungen ist? Hast Du jemals eine bescheuertere Forderung eines Geiselnehmers zu hören bekommen?“. Klaus-Dieter sitzt im zweiten Wagen und macht Meldung. Er benutzt dazu Sätze wie ‚ich erfahre hier eine relativ relaxte, coole Verhandlungsebene’ und ‚rein strategisch gesehen scheint dieser Geiselnehmer keinerlei Ziel anzustreben’ oder auch ‚eine möglicherweise rasch greifende, potenzielle Gefährdung der Geisel konnte nicht ausgemacht werden’. Frieder zu Jens: „Wir wissen nichts über den Mann. Check mal ab, ob es Daten gibt über einen Reinhold Bohnsack. Und dann laß Nippon und Furby kommen, Beeilung!“. Jens geht zum Fahrzeug. Er macht Meldung und fordert Nippon plus Furby in Blau an, was Befremden in der Leitstelle auslöst. Aber, was sollte man machen, das Leben einer weiblichen Geisel war ja in Gefahr. So konnte das einfach nicht weiter gehen...

53 Minuten später kommt dann Wagen Nr. 3 vorgefahren. Erneut das Korbspiel. Nippon und ein Furby wechseln den Besitzer. Gute 30 Minuten lang hört man von oben nicht einen Laut. Frieder ruft hinauf: „Jetzt haben Sie alles, was Sie wollten, Bohnsack. Jetzt geben Sie endlich auf und kommen Sie heraus, die Waffe hoch über dem Kopf, nicht kreisen lassen! Nicht kreisen lassen! Kommen Sie jetzt heraus!“

Ein schokoladenverklebtes Gesicht taucht auf. Auch die rechte Hand ist voller Schokolade. Bohnsack brüllt: “Jetzt habe ich ihm schon 4 Sätze beigebracht, die er astrein nachspricht. Severine will ihm auch noch ein paar Sätze eintrichtern. Solange werden Sie sich wohl oder übel gedulden müssen. Wir sind noch beschäftigt. Wir arbeiten dran...".

Nach weiteren 12 Minuten nimmt Jens das Megaphon und schreit: „Wir haben von der Einsatzleitung her Befehl erhalten, jetzt zu handeln, Bohnsack. Wir haben die Warterei satt. Sie haben, was Sie wollten und wir stehen im Regen. Halten Sie Ihren Part bei dieser Abmachung ein. Lassen Sie das Mädchen gehen, geben Sie auf und kommen Sie herunter!“. Eben kommt die Meldung herein, dass über einen Reinhold Bohnsack in der Database absolut nichts gespeichert ist. Von 0 auf 100 also. Erst ein unbescholtener Bürger, dann ein Geiselnehmer und potenzieller Mörder. Das mag begreifen, wer will - Jens hat dafür nur einen Begriff: Lörre! So nennt er unbegreifliche Aktionen der bislang kriminell noch nicht aufgefallenen Bürger. Amok ist Lörre. Bankraub ist Lörre. Geiselnahme auch....


Lörre! Das steht für 'verrückt', 'kaputt', 'befremdlich', 'seltsam', 'abstrus' und 'paranormal'. Jens ruft zum
6. Stock hinauf: "Unsere Geduld ist erschöpft! Und auch im Handbuch finde ich keine Anweisung mehr,
die ein weiteres Abwarten und Taktieren rechtfertigen würde! Mann, geben Sie endlich auf!!". Immer mehr Passanten bleiben stehen und sehen dem Spektakel zu. Einzelne Rufe schwellen zu Sprechchören an. Einer schreit sogar: "Nun spring´ doch endlich, du Arschloch!" - und wird zurecht gewiesen. Nicht um einen geplanten Suizid ginge es hier, sondern um Geiselnahme mit Kordelseife. 

„Ach Männer, das ist doch jedes Mal die gleiche, abgenudelte Tour. Habt Ihr nicht mal was Anderes drauf? Ich wünschte mir, Ihr würdet mal Eure Phantasie einsetzen... Und warum plötzlich diese Eile??? Ach ja, ich weiß, das Länderspiel heute um 20.30 Uhr. Ich verstehe....“. Bohnsack wirkt ein wenig verärgert, die 6 Polizisten schauen vor Verlegenheit auf ihre Schuhe. Bohnsack hatte ins Schwarze getroffen. Nur noch 45 Minuten bis zum Anpfiff. Die Menge johlte. Dieser Punkt ging an Bohnsack. Grob geschätzt, durfte man behaupten, die Menge ist zweigeteilt, was die allgemeine Sympathie/Antipathie für die Protagonisten anging. Anfeuerungsrufe und Schmährufe hielten sich die Waage. Es gab überdies einige ‚Severine’-Rufe. Ganz ohne Zweifel hatte auch die Fleischwarenfachverkäuferin ihre Fans. Viel und lange wurde die Kordelseifen-Waffe diskutiert. Man konstruierte schrecklichste Verletzungen, die durch diese brutale Waffe verursacht werden könnten. Das ging vom Schädel-Hirn-Trauma bis hin zum wohl letalen Schädelbruch. Viele konnten hier endlich erstmals ihrer Verärgerung über den Berufsstand der Fleischwarenfachverkäuferinnen Luft machen, andere wieder sind Fans der Kordelseife. Und es gab da noch einen kleinen Anteil der Glotzer und Gaffer, die deutlich mit Reinhold Bohnsack und seinem Plan dort oben im 6. Stock sympathisierten. "Hartz IV" war zu hören. Auch "Aber wenn er doch ein Problem mit Alkohol hat....". Dies wird von Jens sofort aufgefangen und weiter geleitet. "Wenn Ihnen das Gespräch mit einem Suchtberater hilft, so werde ich das gerne in die Wege leiten, Bohnsack!" ---

Absolut keine Antwort. Die Menge fordert Aktion von der ihrer Meinung zu laschen Polizei. Man will
Ergebnisse sehen. Schließlich bezahlt man die Cops ja dafür, die Bürger vor mordlustigen Kordelseifen-
Gangstern zu schützen. Diese Geiselnahme-Geschichte dauerte jetzt schon knapp 2 Stunden. Recht
viele der Schaulustigen waren von Anfang an dabei und wurden nicht müde, den Neuankömmlingen
stolz und breit von den bisherigen Geschehnissen zu berichten. Ein Schild tauchte in der Menge auf:
'Johannes 6:18', außerdem war ein cleverer ambulanter Hot-Dog-Händler dabei, die Menschen mit
Nahrung und Getränken zu versorgen. Einige klagten über Nackenschmerzen, weil sie 1 Stunde und
länger konzentriert zum 6. Stock des Hauses hinauf gestarrt hatten. Es muß etwas geschehen. Jetzt...
Aber wie sollte man die Forderung des Geiselgangsters nach 'was Neuem' im Geiselgangstergeschäft-
Procedere umsetzen? Die Phantasie einsetzen? Anpfiff war in 36 Minuten.... 

Jens ruft, in dienstlichem Ton: „Delinquent Reinhold Bohnsack, kommen Sie mit stark herab hängenden Mundwinkeln, zusammen gekniffenen Lippen und mit finsterer Miene recht zögerlich heraus und lassen Sie dabei Ihre Arme schön unten. Die Arme immer schön gesenkt. Die Waffe, je nach Gusto, links oder rechts in der Hand. Wenn Ihnen danach sein sollte, dürfen Sie die Waffe schlenkern oder gefährlich schwingen, von mir aus auch über dem Kopf kreisen lassen. Aber lassen Sie sie nicht los, die Waffe verbleibt am Mann... äh bei Ihnen, verstanden?“ - Einsatzfahrzeug 3 fährt wieder ab, Bericht erstatten.

Bohnsack quäkt herunter: „Akzeptiert! Ich will nur noch 1 x den Furby über das Megaphon labern lassen.Ich denke, das ergibt einen guten Effekt....“. Reinhold Bohnsack führt den Hartschnabel ans Megaphon und löst die CD im Eulenkörper aus. Es krächzt: „Pigalle, Pigalle, das ist die..... krxjtzlsüp[unverständlich, dann wieder] ...falle mitten in Paris.“. Glücklich Bohnsack, strahlend Severine, die sich via Furby hatte einem größeren Publikum präsentieren dürfen. Es gab Applaus, leider aber auch ein paar Buh-Rufe. Wieder eine quäkende, blecherne Furby-Stimme über Megaphon. Zu hören war diesmal: "Du dummer Mensch, verzweifle dran, doch zweifle nie das Universum an!" - Jede Menge Beifall. Das war originell und tiefsinnig. Dann erneut die verzerrte Stimme Bohnsacks: "Humpty Dumpty Sauerkraut, wer liegt im Stroh mit meiner Braut?" - Die Schaulustigen waren begeistert und riefen "Zugabe, Zugabe". Es war ohne Zweifel eine Aktion im Sinne von "we love to entertain you, folks!"

Zu hören war: "Boooyaakashaaaa" und "Yagshemash", leider auch: "Konnitchiwa, Bitches!". Gelächter
vom 6. Stock war zu hören. Man hatte gute Laune dort oben. "Hey hey hey, smoke weed every day!".
Schließlich quäkte der blaue Furby noch einmal, mit der Stimme Severines: "Im verzwickten Fichten-
dickicht fickten Dicke fürchterlich sich!" - Ein Beifallssturm! Die Menge johlte und brüllte. Einige hatten das 3. Bier in der Hand; hier wurde gute Unterhaltung geboten. Weil auch nach 10 Minuten absolut NICHTS mehr passierte im 6. Stock, brüllte Frieder hoch: "Haaalllooooo Bohnsack, das ist das Ende Ihrer Show. Lassen Sie es gut sein und kommen Sie endlich mit Severine herunter, Mann!". Die
Antwort kam prompt, beide Gesichter zeigten sich am Fenster. Reinhold sprach ins Megaphon: "O.K.,
wir kommen runter, ich will aber keine auf mich gerichtete Waffe sehen, in Ordnung? Bleibt ruhig da
unten, Leute! Wir wollen diese Geschichte hier entspannt beenden!"

Dann verschwanden die Köpfe. „So Männer“, sagt Frieder zu den anderen 3 Polizisten, „jetzt wird es ernst. Wollen wir hoffen, daß wir das Kind mühelos schaukeln. Er kommt jetzt mit der Geisel herunter. Voraussichtlich wird er den Rest der Reistafeln in der rechten Hand und Furby plus Seife in der linken Hand halten. Äußerste Vorsicht, mit der Seifenkordel ist....“

Jens unterbricht: „Kordelseife!“

„Ja richtig, mit dieser Kordelseife ist nicht zu spaßen! Bis hierhin hat die Sache famos geklappt...“. Die
4 Polizisten und gut 80 – 90 Personen warteten gespannt. Doch die Haustür öffnete sich nicht. Nach 1

Stunde rief Frieder per Megaphon, leicht verstimmt: „Herr Bohnsack! Hallo, hören Sie! Herr Bohnsack! Was ist denn los da oben? Nun kommen Sie schon runter...“. Das Länderspiel konnte man vergessen.

NICHTS...

Nach weiteren 20 Minuten, in denen die Polizisten sich beraten hatten, gingen Klaus-Dieter und Jens sehr beherzt ins Haus. Bald darauf streckten sie ihre Köpfe aus dem Fenster. Jens meinte nur: „Keiner da, die Wohnung ist leer! Wir haben die Tür aufgebrochen. Sowohl Severine als auch Reinhold sind weg! Hier liegt nur die Tatwaffe und die Nippon-Verpackung...“

Frieder rief, ziemlich sauer: „Gibt es einen Hinterausgang?“

Nach 5 Minuten erschien der Kopf im 6. Stock. Jens rief: „Ja, es gibt hier einen unverschlossenen Hinterausgang, der auf die Haydnstraße hinaus führt!“

Frieder schüttelte unwillig den Kopf. „Warum ist dieser Hornochse wieder in den 6. Stock gelaufen, um mir DAS zu sagen? Das ist vielleicht eine Marke, dieser Jens!“ – Hermann pflichtete ihm bei. In der Tat, dieser Jens.... Er ging zum Einsatzfahrzeug, um der Leitstelle Meldung zu machen. Ein ganz netter vier-sechsunddreissig war glimpflich verlaufen, es waren keine Schußwaffen eingesetzt worden. Nur das Spiel konnten sie nicht mehr schaffen. Man löste die Menge auf, stieg in die Fahrzeuge und trat die Fahrt zur Leitstelle an. Das Budget hatte einen Furby, eine Familienpackung Nippon und auch ein Megaphon aufgelastet bekommen. Hier würde es seitens des Chefs möglicherweise einige harsche Worte geben. Sonst aber.... Gar keine schlechte Arbeit! Blieb die bange Frage: Was war mit Severine Szesziak??? Der gestörte Kerl hatte sie entweder immer noch bei sich oder sie irgendwo unterwegs frei gelassen. War sie noch in Gefahr? War sie am Ende gar die Geliebte des Geiselgangsters?

Man wollte natürlich Gewißheit in dieser Frage. Sofort wurde eine sehr komplexe Mega-Aktion über
die Leitstelle gestartet. Eine Raster-, Ring- und Rundum-Fahndung erbrachte nach 3 Stunden Erfolge.
Severine wurde, einträchtig neben Reinhold Bohnsack, im "Cucumber" in der Beethoven-Allee in sehr
heiterer Verfassung aufgefunden. Man hatte den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gefeiert. In
den Abschlußberichten der beteiligten Polizisten tauchte wiederholt das Wort "Stockholm-Syndrom"
auf. Es mag den einen oder anderen Schmunzeln machen - heute sind Reinhold und Severine ein Paar.

 

Ende


 

O mystischer Hort der Beständig- und Geradlinigkeit: Die Börse, Heimat des aussterbenden Daxes!

 

US-Reporter zu Angela Merkel (übersetzt): „Sir, Ihnen fehlt eindeutig eine gewisse Geschmeidigkeit!“

 

Früh am Morgen – Sorgen, Sorgen! Tief in der Nacht – das Unheil lacht! Mittags ist der Spaß am größten, da muß mich stets 1 Pfeifchen trösten! Und am Abend Sorgenfalten, nun, die werd´ ich wohl behalten! Hey hey hey, smoke weed every day (Aber der letzte Satz ist von Dave Chappelle!)

"Gnade euch Gott, wenn ich eines Tages meine Tabletten ganz absetze!!! Dann lebe ich mein Leben in psychosexueller Oralfixierung der satanisch-sardonisch-obsessionaler, psychotisch-dissoziativer Zwangsstörung, inmitten schöngeistiger Redundanz der atrophierenden Art ohne jede Evaluation!" (Padiamenope Ba Pallawatsch am 18.09.2009, es ist später Nachmittag)

Du weißt sehr genau, dass du einen sehr komplizierten Menschen vor dir hast, wenn du nach einem stimmigen Satz kurz erwähnst: "Das kannst du aber laut sagen..." - und der Mensch neben dir sofort exakt diesen deinen Satz brüllend wiederholt. Meide diesen Menschen... 

Der, rein vom geistigen Zuschnitt her, einfältige Norbert Gumpenschlag, ein durch und durch schlichtes Gemüt (sein Vater pflegt zu sagen: He´s not the sharpest tool in my shed, man!), fragte Gudrun, seine (erneut) schwangere Freundin: "Wie is´n das eigentlich, Gudrun? So ´ne Geburt... wie fühlt sich das denn an? Wie kannst du das einem Mann in etwa verklickern?" - Gudrun, trocken: "Stell´ dir vor, dich tritt ein 140 kg-Koloss so heftig, wie es nur irgend geht, in die Kronjuwelen... Nimm das x 10, dann hast du in etwa unsere Geburtsschmerzen. Klar?"

 

Cop zum offensichtlich Betrunkenen: „Why do you gonna drive this car?“ “Because I can´t walk, Sir!”

The most popular English nursery rhyme since 1806

Twinkle, twinkle, little star,
How I wonder what you are!
Up above the world so high,
Like a diamond in the sky!

When the blazing sun is gone,
When he nothing shines upon,
Then you show your little light,
Twinkle, twinkle, all the night.

Then the traveller in the dark,
Thanks you for your tiny spark,
He could not see which way to go,
If you did not twinkle so.

In the dark blue sky you keep,
And often through my curtains peep,
For you never shut your eye,
Till the sun is in the sky.

As your bright and tiny spark,
Lights the traveller in the dark,—
Though I know not what you are,
Twinkle, twinkle, little star 

“Make me President of the United States and I promise you I surely can open every fucking pickle jar!” (ARNIE SCHWARZENEGGER, GOVERNOR)

 

 

 

 

WHAT I LIKE:

 

    

 

 DEN 1. FC KÖLN                G U R K E N      S A T I R E    Legalisierung           DIE "12"               CYPRESS HILL

     

     DIE KÖLSCHE MUNDART UND IHRE VERTRETER            CARTOONS ALLER ART          DIESE PFLANZE         VERONIQUE

                                                DIESE BEIDEN SEHR SYMPATHISCHEN ÄLTEREN HERREN - - -

...und natürlich Möpse, Nonsens, Pranks, Hoax, Raillieren!

AND WHAT I HATE:

  

 

GENAU DIESEN TYPEN HIER, der macht mich wahnsinnig!         DEN VERSUCH EINES "NEUSTARTS" AM MONTAG MORGEN

 

 

 

 

 

 

Daneben habe ich, gerade vielleicht wegen der langjährigen Tätigkeit in einer holländischen Praxis, ein Faible für die Niederlande; mag sein, es gibt auch noch andere Gründe - wer will das je ergründen?? Die Sprache ist, jedenfalls für mich, immer wieder recht erstaunlich. Ich verstehe Niederländisch ganz gut, sprechen könnte ich es nie. Wie oft hörte ich in der Praxis "Bek dicht!" oder "Kop dicht!" und "Verdomme!". Sie haben einen ganz speziellen Humor, die Niederländer, den ich jedoch wirklich mag. Ein bisschen schwarz ist er, ein wenig zynisch. Ganz meine Ausrichtung! Tolle Menschen. Man sieht im Zeitungsausschnitt meinen WOHLTÄTER, der mich nach der Langzeittherapie bei sich in der Praxis aufnahm. Langfrustig (KEIN SCHREIBFEHLER!) konnte ich dem Stress an der Rezeption jedoch nicht standhalten! Dennoch, guter Mann. Man sieht ihn dort neben diesem fetten Glatzkopf - ich arbeite gerade daran, wenigstens den Bauch zu verkleinern. Gegen die "Pläät" ist ja leider keinerlei Kraut in der Natur gewachsen, obwohl ein gewisser Herr Dr. Klenk auf die Frage sagt, ob denn Koffein das Haar sprießen lassen könne: "In der Tat!" Ich habe mir bis jetzt über 100 Liter Kaffee über die Rübe gegossen und es hat absolut NICHTS gebracht. Besser, man trinkt die schwarze Brühe. Ehrlich! In der PRAXIS war mein Kaffee übrigens der stärkste!

 

 

 So könnte mein Leben, als TV-Format, wohl betitelt werden; jedenfalls bis 1997, seither bin ich sehr brav! Fast langweilig...

 

 

 

 

 

DER GENEIGTE BESUCHER FINDET AUCH EIN KLEINES FILMCHEN AUS DER "BRISANT"-REDAKTION, VON BERNHARD HUESKE, UNTER: http://www.cwtherapie.de/play_movie.php?art=137 (dieses nette, dreiminütige Filmchen stammt aus dem Jahr 2006).

  

C R E D I T S:

Dr. Franz Kafka, Lörchen Cremer, Jürgen Worlitz, Hans Wagenaar, Martijn van Thiel, Swiss Cannabis Ice Tea, Cypress Hill, aXXL, CC, Käsekuchen, Chi - und Gott.

PADIAMÉNOPÉ BA PALLAWATSCH INC. | gherkin@hotmail.de